Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Meeresdüngung birgt Vergiftungsgefahr

16.03.2010
Toxische Algen gedeihen bei Eisendüngung stärker

Die Ozeandüngung mit Eisen, die der Klimaerwärmung entgegenwirken soll (pressetext berichtete: http://www.pressetext.com/news/090129027/ ), kann zu Vergiftungen führen, berichten Forscher im Fachmagazin PNAS. Das Eisen feuert das Algenwachstum an und absorbiert damit CO2. Nun haben Wissenschaftler der San Francisco State University entdeckt, dass manche Algen ein Nervengift produzieren, das Säugetiere und Vögel töten kann.

Die Kieselalgen der Gattung Pseudonitzschia gedeihen nach der Eisendüngung besonders gut. Sie erzeugen das Nervengift Domoinsäure, das seit den späten 1980er-Jahren als Verursacher von Fisch- und Muschelvergiftungen bekannt wurde. Domoinsäure greift vor allem Regionen im Hippocampus und in dessen Nachbarschaft an und schädigt - meist reversibel -- das Erinnerungsvermögen durch eine Beeinträchtigung des Kurzzeitgedächtnisses.

Fisch- und Muschelvergiftungen

Die Vergiftungen durch Domoinsäure können zudem zu Übelkeit, Krämpfen, Durchfällen und Atembeschwerden führen. Nach Algenblüten raten Experten daher, keine Muscheln zum Verzehr zu entnehmen. Das Toxin soll in der Vergangenheit auch dazu geführt haben, dass Seelöwen daran zugrunde gegangen sind.

In den vergangenen zehn Jahren haben sich rund zehn Forschungsberichte mit den Folgen der Eisendüngung beschäftigt und sind zu unterschiedlichen Ergebnissen gekommen. Die meisten haben errechnet, wie groß der tatsächliche Nutzen zur CO2-Absorption war. Nur zwei Forschungsberichte haben sich mit den Folgen einer eventuellen Produktion von größeren Mengen Domoinsäure beschäftigt.

Wesentliche Fragen ungeklärt

"Wir hatten eine Reihe von wesentlichen Zielen bei unserer Arbeit", erklärt Studienleiter William Cochlan. Dazu gehörten die Fragen, ob die Algen, die Domoinsäure produzieren, auch normalerweise vorkommen, ob sie tatsächlich das Nervengift herstellen und ob die Eisendüngung die Produktion anregt. Die Antwort auf alle drei Fragen sei ein "Ja" gewesen, bestätigt Cochlan.

Auf der schwimmenden Feldforschungsstation Papa im Nordost-Pazifik konnten die Wissenschaftler zeigen, dass Pseudonitzschia-Algen in eisen- und kupferreicher Umgebung schneller ausblühten als andere Algen. Die Menge von Domoinsäure in dem mit Eisen angereichertem Meerwasser war so hoch wie in bekannten Gebieten, in denen Meeressäuger an Vergiftungen starben.

"Vergiftungen mit Domoinsäure treten in manchen Gebieten der Erde regelmäßig auf", so Ailsa Hall, Direktorin des Sea Mammal Research Institute an der schottischen St. Andrews University http://www.st-andrews.ac.uk . So komme es seit 1998 zu regelmäßigen Massensterben von Seelöwen an der US-Westküste. Das Dramatische am Gift sei, dass es sich anreichert. Die Fische hingegen sterben nicht daran.

Weitere Informationen: http://www.climos.com/note_detail.php?pid=174

Wolfgang Weitlaner | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.sfsu.edu

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Ökologie Umwelt- Naturschutz:

nachricht Saugmaschinen machen Waschwässer von Binnenschiffen sauberer
20.10.2017 | Ostbayerische Technische Hochschule Regensburg

nachricht Forscher untersuchen Pflanzenkohle als Basis für umweltfreundlichen Langzeitdünger
20.10.2017 | Eberhard Karls Universität Tübingen

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Ökologie Umwelt- Naturschutz >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Salmonellen als Medikament gegen Tumore

HZI-Forscher entwickeln Bakterienstamm, der in der Krebstherapie eingesetzt werden kann

Salmonellen sind gefährliche Krankheitserreger, die über verdorbene Lebensmittel in den Körper gelangen und schwere Infektionen verursachen können. Jedoch ist...

Im Focus: Salmonella as a tumour medication

HZI researchers developed a bacterial strain that can be used in cancer therapy

Salmonellae are dangerous pathogens that enter the body via contaminated food and can cause severe infections. But these bacteria are also known to target...

Im Focus: Hochfeldmagnet am BER II: Einblick in eine versteckte Ordnung

Seit dreißig Jahren gibt eine bestimmte Uranverbindung der Forschung Rätsel auf. Obwohl die Kristallstruktur einfach ist, versteht niemand, was beim Abkühlen unter eine bestimmte Temperatur genau passiert. Offenbar entsteht eine so genannte „versteckte Ordnung“, deren Natur völlig unklar ist. Nun haben Physiker erstmals diese versteckte Ordnung näher charakterisiert und auf mikroskopischer Skala untersucht. Dazu nutzten sie den Hochfeldmagneten am HZB, der Neutronenexperimente unter extrem hohen magnetischen Feldern ermöglicht.

Kristalle aus den Elementen Uran, Ruthenium, Rhodium und Silizium haben eine geometrisch einfache Struktur und sollten keine Geheimnisse mehr bergen. Doch das...

Im Focus: Schmetterlingsflügel inspiriert Photovoltaik: Absorption lässt sich um bis zu 200 Prozent steigern

Sonnenlicht, das von Solarzellen reflektiert wird, geht als ungenutzte Energie verloren. Die Flügel des Schmetterlings „Gewöhnliche Rose“ (Pachliopta aristolochiae) zeichnen sich durch Nanostrukturen aus, kleinste Löcher, die Licht über ein breites Spektrum deutlich besser absorbieren als glatte Oberflächen. Forschern am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist es nun gelungen, diese Nanostrukturen auf Solarzellen zu übertragen und deren Licht-Absorptionsrate so um bis zu 200 Prozent zu steigern. Ihre Ergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler nun im Fachmagazin Science Advances. DOI: 10.1126/sciadv.1700232

„Der von uns untersuchte Schmetterling hat eine augenscheinliche Besonderheit: Er ist extrem dunkelschwarz. Das liegt daran, dass er für eine optimale...

Im Focus: Schnelle individualisierte Therapiewahl durch Sortierung von Biomolekülen und Zellen mit Licht

Im Blut zirkulierende Biomoleküle und Zellen sind Träger diagnostischer Information, deren Analyse hochwirksame, individuelle Therapien ermöglichen. Um diese Information zu erschließen, haben Wissenschaftler des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnik ILT ein Mikrochip-basiertes Diagnosegerät entwickelt: Der »AnaLighter« analysiert und sortiert klinisch relevante Biomoleküle und Zellen in einer Blutprobe mit Licht. Dadurch können Frühdiagnosen beispielsweise von Tumor- sowie Herz-Kreislauf-Erkrankungen gestellt und patientenindividuelle Therapien eingeleitet werden. Experten des Fraunhofer ILT stellen diese Technologie vom 13.–16. November auf der COMPAMED 2017 in Düsseldorf vor.

Der »AnaLighter« ist ein kompaktes Diagnosegerät zum Sortieren von Zellen und Biomolekülen. Sein technologischer Kern basiert auf einem optisch schaltbaren...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Konferenz IT-Security Community Xchange (IT-SECX) am 10. November 2017

23.10.2017 | Veranstaltungen

Die Zukunft der Luftfracht

23.10.2017 | Veranstaltungen

Ehrung des Autors Herbert W. Franke mit dem Kurd-Laßwitz-Sonderpreis 2017

23.10.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Magma sucht sich nach Flankenkollaps neue Wege

23.10.2017 | Geowissenschaften

Neues Sensorsystem sorgt für sichere Ernte

23.10.2017 | Informationstechnologie

Salmonellen als Medikament gegen Tumore

23.10.2017 | Biowissenschaften Chemie