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lüttIngs erarbeiten Notfallkonzept für Störfälle auf Kläranlagen

22.06.2010
Im Rahmen der schleswig-holsteinischen Junior-Ingenieur-Akademie lüttIng. haben ca. 50 technisch interessierte Schüler und Schülerinnen gemeinsam mit dem Labor für Siedlungswasserwirtschaft und Abfalltechnik der FH Lübeck ein Notfallkonzept für Störfälle auf Kläranlagen erarbeitet.

Im Rahmen der schleswig-holsteinischen Junior-Ingenieur-Akademie mit dem Namen „lüttIng“, gefördert und initiiert von der Innovationsstiftung Schleswig-Holstein und der NORDMETALL-Stiftung, findet am 24.6.2010 der Abschluss des Projekts „Störfälle auf Kläranlagen“ der FH Lübeck in der Versuchs- und Ausbildungskläranlage (VAK) in Reinfeld (an der Hamburger Chaussee 47, in 23858 Reinfeld) statt.

Über 50 Schülerinnen und Schüler der Baltic Gesamtschule Lübeck sowie des Carl-Jakob-Burckhardt Gymnasiums nahmen an der Junior-Ingenieur-Akademie teil und präsentieren am Donnerstag ab 17.00 Uhr die Ergebnisse und das Notfallkonzept für Störfälle auf Kläranlagen.

Das Labor für Siedlungswasserwirtschaft und Abfalltechnik des Fachbereichs Bauwesen der FH Lübeck unter der Leitung von Prof. Dr. Matthias Grottker und seinem Laborteam hatte sich an der lüttIng-Initiative 2008 beteiligt. In vier Semestern bzw. zwei Schuljahren wurde das Projekt in fünf Meilensteine aufgeteilt und bearbeitet. Jeder Meilenstein schloss mit einem eigenen Leistungsnachweis ab, der gleichzeitig als Dokumentation diente. Sämtliche Ergebnisse und Erfahrungen werden jetzt am Ende des 2. Ausbildungsjahres in einem Abschlusssymposium vorgestellt.

Bei den Meilensteinen handelte es sich inhaltlich

1. um Urbanen Wasserkreislauf, bei dem die Themengebiete Wasserversorgung, Wassernutzung, Entstehung von Abwasser, Siedlungsentwässerung, Abwasserreinigung in Kläranlagen sowie der Lebensraum Fließgewässer bearbeitet wurden,

2. um Aufbau und Funktion einer Kläranlage, bei der der Verfahrensablauf und die wesentlichen Behandlungsschritte, wie z. B. mechanische Vorbehandlung, biologische Reinigung, physikalisch-chemische Behandlung und Schlammbehandlung behandelt wurden,

3. um Betrieb von Kläranlagen im interdisziplinären Team, bei dem das Zusammenspiel von Naturwissenschaftlern/-innen und Ingenieuren/-innen erläutert wurde,

4. um ein Betriebsprofil einer kommunalen Kläranlage, bei dem die Variabilität (durch Stör- und Einflussgrößen) des Betriebszustands einer Kläranlage zu verschiedenen Jahreszeiten dokumentiert und ausgewertet wurden. An charakteristischen Kontrollpunkten (Zulauf Kläranlage / Zulauf Belebungsbecken, Zulauf Filtration, Ablauf Kläranlage) wurden Daten erhoben und dokumentiert. Die Zustandsparameter, die dabei gemessen werden sollten, waren Durchflüsse, Feststoffkonzentrationen, Nährstoffkonzentrationen sowie das mikroskopische Bild vom Belebtschlamm,

5. um die Ausarbeitung eines Notfallkonzepts für eine kommunale Kläranlage bei totalem Stromausfall, bei dem drei Störfall-Tests durchgeführt und der Zustand der VAK messtechnisch aufgenommen und dabei die Veränderung ihrer Reinigungsleistung dokumentiert wurden. Im Fall eines totalen Stromausfalls in einer Kläranlage (ist extrem selten) würde es zu einer beträchtlichen Gewässerbelastung und ggf. weiteren Gefahren für Mensch und Umwelt kommen.

Seit 2008 gibt es die Junior-Ingenieur-Akademie an verschiedenen Standorten in Schleswig-Holstein. Ca. 500 Schülerinnen und Schüler befassen sich jährlich mit unterschiedlichen technischen Fragestellungen. Die „lüttIng.“-Initiative wird von der Innovationsstiftung Schleswig-Holstein und der NORDMETALL-Stiftung gefördert, um damit den technisch interessierten Nachwuchs zu unterstützen.

Frank Mindt | idw
Weitere Informationen:
http://www.fh-luebeck.de

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