Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Low Friction Powertrain: Fahrzeugentwicklung im Wandel

02.06.2014

Den Kraftstoffverbrauch zu senken und damit CO2-Emissionen zu reduzieren – das sind die größten Herausforderungen in der heutigen Fahrzeugentwicklung. Nach wie vor kommt es jedoch durch Reibungen in Motor und Getriebe zu hohen Energieverlusten.

Ziel des Cluster-Projektes „Low Friction Powertrain“, das im Rahmen der Industriellen Gemeinschaftsforschung (IGF) von den AiF-Forschungsvereinigungen Antriebstechnik (FVA) und Verbrennungskraftmaschinen (FVV) organisiert wurde, war es daher, die Reibungsverluste in Motor und Getriebe zu reduzieren.
Die vorwettbewerbliche IGF ermöglicht insbesondere kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) den Zugang zu aktuellen Forschungsergebnissen.


Stadtverkehr

Lupo / pixelio.de

Sie wird zusammen mit 100 branchenorientierten Forschungsvereinigungen im Innovationsnetzwerk der AiF Arbeitsgemeinschaft industrieller Forschungsvereinigungen organisiert. Das Programm wird vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) mit öffentlichen Mitteln gefördert. Mit der Fördervariante Cluster des IGF-Programms werden mehrere thematisch eng zusammenhängende Forschungs- und Entwicklungsvorhaben unter-stützt. Dieses Cluster-Projekt umfasste 18 Teilprojekte.

Virtueller Technikträger
Die Wissenschaftler arbeiteten zunächst separat an Einzelkomponenten. Zur Abstimmung und Optimierung der Ergebnisse wurde dann ein ganzheitliches virtuelles Simulationsmodell entwickelt, das Motor und Antriebsstrang detailliert aufzeigt. Mit diesem neu erarbeiteten Modell lässt sich jederzeit nachvollziehen, wie die eingesetzte Kraftstoffenergie verteilt wird und ob sich die Einzelmaßnahmen gegenseitig positiv oder negativ beeinflussen.

Folgende Komponenten wurden näher untersucht:

Motortemperatur: Der Motorwarmlauf kann verkürzt werden, indem der Kühlkreislauf vom Zylinderkopf und Zylinderblock durch ein Ventil getrennt wird. Dadurch wird die optimale Betriebstemperatur bei Kaltstart und im Start-Stopp-Betrieb schneller erreicht und Reibungsverluste werden reduziert.

Gleitlager: Gleitlager, die seit Jahrzehnten erfolgreich eingesetzt werden, können durch innovative Beschichtungen optimiert werden. Verändert man die Oberflächenbeschaffenheit, können Verluste durch Reibung deutlich verringert werden.

Wälzlager: Der Einsatz von Wälzlagern für die Kurbelwelle zeigt das größte Potenzial zur Senkung der Reibarbeit.

Getriebetemperatur: Über die Effizienz des Antriebs entscheidet auch der Wirkungsgrad des Getriebes. Je schneller das Getriebe die optimale Betriebstemperatur erreicht, desto geringer sind die Verluste und desto weniger Treibstoff wird verbraucht.

Getriebekonstruktion: Die Beschaffenheit der Zahnräder beeinflusst die Reibungsverluste im Getriebe wesentlich. Bei wirkungsgradoptimierten Zahnrädern wird der Zahneingriff auf einen engen Bereich um den Wälzpunkt konzentriert, die Gleitreibung nimmt ab und die lastabhängigen Verzahnungsverluste können gesenkt werden.

Interdisziplinäres Forschungsvorhaben
Durch die interdisziplinäre Zusammenarbeit mit Institutionen der Fahrzeug- und der Komponentenhersteller konnten die Potenziale systemübergreifender Maßnahmen mit Blick auf eine gesteigerte Energieeffizienz im Antriebsstrang dargestellt werden.
Die Ergebnisse sind die Basis für die zukunftssichernde Produktentwicklung von Fahrzeugen. Sie dienen insbesondere den mehrheitlich mittelständischen Unternehmen der Automobilzulieferindustrie als Fundament für die Verbesserung eigener Systeme.

Ansprechpartner zum Projekt
Dirk Bösel, Forschungsvereinigung Verbrennungskraftmaschinen e.V. (FVV)
boesel@fvv-net.de,Tel. +49 69- 6603 1682

Dirk Arnold, Forschungsvereinigung Antriebstechnik (FVA)
dirk.arnold@vdma.org, Tel. +49 69 6603 1632

Über die AiF
Die Arbeitsgemeinschaft industrieller Forschungsvereinigungen „Otto von Guericke“ e.V. ist ein 1954 gegründetes, industriegetragenes Innovationsnetzwerk zur Förderung von Forschung und Entwicklung im Mittelstand. Es verknüpft die Interessen von Wirtschaft, Wissenschaft und Politik. Aufgabe ist es, als Dachverband von 100 branchenspezifischen Forschungsvereinigungen die Volkswirtschaft Deutschlands in ihrer Wettbewerbsfähigkeit nachhaltig zu stärken. Die AiF als gemeinnütziger Verein ist Träger der Industriellen Gemeinschaftsforschung und betreut über die AiF Projekt GmbH und die AiF F∙T∙K GmbH, ihre einhundertprozentigen Tochtergesellschaften, weitere Förderprogramme der öffentlichen Hand. Im Jahr 2013 setzte die AiF rund 490 Millionen Euro an öffentlichen Fördermitteln ein.

Pressekontakt
AiF e.V., Maria Kalina, presse@aif.de, Telefon: + 49 221 37680-114

Weitere Informationen:

http://www.aif.de

Maria Kalina | idw - Informationsdienst Wissenschaft

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Ökologie Umwelt- Naturschutz:

nachricht Ins Herz der Blaualgenblüte: IOW-Segelexpedition „BloomSail“ geht an den Start
22.05.2018 | Leibniz-Institut für Ostseeforschung Warnemünde

nachricht Totes Holz für mehr Leben im See
18.05.2018 | Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Ökologie Umwelt- Naturschutz >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: LZH showcases laser material processing of tomorrow at the LASYS 2018

At the LASYS 2018, from June 5th to 7th, the Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) will be showcasing processes for the laser material processing of tomorrow in hall 4 at stand 4E75. With blown bomb shells the LZH will present first results of a research project on civil security.

At this year's LASYS, the LZH will exhibit light-based processes such as cutting, welding, ablation and structuring as well as additive manufacturing for...

Im Focus: Kosmische Ravioli und Spätzle

Die inneren Monde des Saturns sehen aus wie riesige Ravioli und Spätzle. Das enthüllten Bilder der Raumsonde Cassini. Nun konnten Forscher der Universität Bern erstmals zeigen, wie diese Monde entstanden sind. Die eigenartigen Formen sind eine natürliche Folge von Zusammenstössen zwischen kleinen Monden ähnlicher Grösse, wie Computersimulationen demonstrieren.

Als Martin Rubin, Astrophysiker an der Universität Bern, die Bilder der Saturnmonde Pan und Atlas im Internet sah, war er verblüfft. Die Nahaufnahmen der...

Im Focus: Self-illuminating pixels for a new display generation

There are videos on the internet that can make one marvel at technology. For example, a smartphone is casually bent around the arm or a thin-film display is rolled in all directions and with almost every diameter. From the user's point of view, this looks fantastic. From a professional point of view, however, the question arises: Is that already possible?

At Display Week 2018, scientists from the Fraunhofer Institute for Applied Polymer Research IAP will be demonstrating today’s technological possibilities and...

Im Focus: Raumschrott im Fokus

Das Astronomische Institut der Universität Bern (AIUB) hat sein Observatorium in Zimmerwald um zwei zusätzliche Kuppelbauten erweitert sowie eine Kuppel erneuert. Damit stehen nun sechs vollautomatisierte Teleskope zur Himmelsüberwachung zur Verfügung – insbesondere zur Detektion und Katalogisierung von Raumschrott. Unter dem Namen «Swiss Optical Ground Station and Geodynamics Observatory» erhält die Forschungsstation damit eine noch grössere internationale Bedeutung.

Am Nachmittag des 10. Februars 2009 stiess über Sibirien in einer Höhe von rund 800 Kilometern der aktive Telefoniesatellit Iridium 33 mit dem ausgedienten...

Im Focus: Bose-Einstein-Kondensat im Riesenatom - Universität Stuttgart untersucht exotisches Quantenobjekt

Passt eine ultrakalte Wolke aus zehntausenden Rubidium-Atomen in ein einzelnes Riesenatom? Forscherinnen und Forschern am 5. Physikalischen Institut der Universität Stuttgart ist dies erstmals gelungen. Sie zeigten einen ganz neuen Ansatz, die Wechselwirkung von geladenen Kernen mit neutralen Atomen bei weitaus niedrigeren Temperaturen zu untersuchen, als es bisher möglich war. Dies könnte einen wichtigen Schritt darstellen, um in Zukunft quantenmechanische Effekte in der Atom-Ion Wechselwirkung zu studieren. Das renommierte Fachjournal Physical Review Letters und das populärwissenschaftliche Begleitjournal Physics berichteten darüber.*)

In dem Experiment regten die Forscherinnen und Forscher ein Elektron eines einzelnen Atoms in einem Bose-Einstein-Kondensat mit Laserstrahlen in einen riesigen...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

22. Business Forum Qualität: Vom Smart Device bis zum Digital Twin

22.05.2018 | Veranstaltungen

48V im Fokus!

21.05.2018 | Veranstaltungen

„Data Science“ – Theorie und Anwendung: Internationale Tagung unter Leitung der Uni Paderborn

18.05.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Designerzellen: Künstliches Enzym kann Genschalter betätigen

22.05.2018 | Biowissenschaften Chemie

Embryonale Genregulation durch mechanische Reize

22.05.2018 | Biowissenschaften Chemie

Quantenverschränkung auf den Kopf gestellt

22.05.2018 | Physik Astronomie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics