Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Klimaanlage frisst auch in kühlen Jahreszeiten Sprit

23.06.2010
Konsequentes Ausschalten reduziert Mehrverbrauch um zwei Drittel

Eine Auto-Klimaanlage braucht im Frühling, Herbst und Winter insgesamt weit mehr Treibstoff als im Sommer, da sie trotz Ausbleiben der Kühlfunktion weiter mit voller Leistung läuft. Das berichten Forscher der Eidgenössischen Materialprüfungsanstalt (Empa) in der Zeitschrift "Environmental Science and Technology".

"Übers ganze Jahr gemessen, erhöht eine eingeschaltete Klimaanlage den Treibstoffverbrauch um 5,4 Prozent. Würde man sie bei kühlen Außentemperaturen den Automatik-Betrieb ausschalten, reduziert sich der Mehrverbrauch um zwei Drittel", berichtet Studienleiter Martin Weilenmann gegenüber pressetext.

Klimaautomatik kommt teuer

Die Forscher erhoben im Auftrag des Bundesamtes für Umwelt BAFU http://www.bafu.ch , wie viel Treibstoff sechs modernen Diesel- und Benzin-Pkws verbrauchen. Getestet wurde dies jeweils bei ein- und ausgeschalteter Klimaanlage sowie bei unterschiedlicher Außentemperatur, Luftfeuchtigkeit und Fahrbedingung. Wie zu erwarten war, stieg der Energie- und somit Spritverbrauch der Klimaanlage umso mehr, je wärmer und feuchter die Außenluft war. An einem durchschnittlichen Schweizer Sommertag (27 Grad Celsius, 60 Prozent Luftfeuchte) und bei Stadtverkehr betrug dieser Mehraufwand 18 Prozent.

"Weit weniger bekannt dürfte allerdings sein, dass eingeschaltete Klimaanlagen auch dann Sprit verbrauchen, wenn es draußen kühler ist als im Fahrzeug", so Weilenmann. Klimaanlagen schalten im heute üblichen Automatik-Betrieb erst bei als fünf Grad Außentemperatur ab, um das Vereisen der Kühlgeräte zu verhindern. Dies geschieht, da sie trotz ausbleibender Hitze die Luft im Fahrzeuginnenraum entfeuchten, etwa um beschlagene Windschutzscheiben bei Regen vorzubeugen. "Das kann sinnvoll für die Sicherheit sein, jedoch nur bei Bedarf und nicht im Dauerbetrieb", betont der Forscher.

Ausschalten bei weniger als 18 Grad

Ideal zum Treibstoff-Sparen ist es, wenn man die Automatik ausschaltet, sobald sie nicht mehr benötigt wird. Würde man dies etwa bei 18 Grad abwärts konsequent tun, so reduziert sich der Klimaanlagen-Mehrverbrauch übers Jahr von 5,4 auf 1,7 Prozent, zeigte die Forschung. "Den Komfort verändert das nicht, da 23 Grad im Fahrgastraum am angenehmsten sind", so Weilenmann. Bei Hitze hingegen sei die Nutzung der Klimaanlage allerdings ratsam, da sie Aufmerksamkeit des Fahrers und somit die Sicherheit erhöhe.

Nicht zuletzt kommt die bewusstere Nutzung auch dem Klima zugute. "Auch die CO2-Ausstöße der Klimaanlage reduzieren sich damit um zwei Drittel", betont der Experte. Würde man neue Klimaanlagen entsprechend und konsequent programmieren, wäre das ein großer Vorteil. "Das Ziel der Autohersteller lautet, durch die Forschung den Treibstoffverbrauchs jährlich um ein Prozent zu verringern. Hier wären hingegen über zwei Prozent ohne viel Aufwand möglich." Die Natur und die Geldbörse der Fahrer würden profitieren, die Autohersteller aber weniger - denn die Zielvorgabe berücksichtigt diesen Mehraufwand nicht.

Abstract der Originalstudie unter http://pubs.acs.org/doi/abs/10.1021/es903654t

Johannes Pernsteiner | pressetext.schweiz
Weitere Informationen:
http://www.empa.ch

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Ökologie Umwelt- Naturschutz:

nachricht Mehr wärmeliebende Tiere und Pflanzen durch Klimawandel
20.02.2017 | Senckenberg Forschungsinstitut und Naturmuseen

nachricht Gebietsfremde Arten weltweit auf dem Vormarsch
15.02.2017 | Senckenberg Forschungsinstitut und Naturmuseen

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Ökologie Umwelt- Naturschutz >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Durchbruch mit einer Kette aus Goldatomen

Einem internationalen Physikerteam mit Konstanzer Beteiligung gelang im Bereich der Nanophysik ein entscheidender Durchbruch zum besseren Verständnis des Wärmetransportes

Einem internationalen Physikerteam mit Konstanzer Beteiligung gelang im Bereich der Nanophysik ein entscheidender Durchbruch zum besseren Verständnis des...

Im Focus: Breakthrough with a chain of gold atoms

In the field of nanoscience, an international team of physicists with participants from Konstanz has achieved a breakthrough in understanding heat transport

In the field of nanoscience, an international team of physicists with participants from Konstanz has achieved a breakthrough in understanding heat transport

Im Focus: Hoch wirksamer Malaria-Impfstoff erfolgreich getestet

Tübinger Wissenschaftler erreichen Impfschutz von bis zu 100 Prozent – Lebendimpfstoff unter kontrollierten Bedingungen eingesetzt

Tübinger Wissenschaftler erreichen Impfschutz von bis zu 100 Prozent – Lebendimpfstoff unter kontrollierten Bedingungen eingesetzt

Im Focus: Sensoren mit Adlerblick

Stuttgarter Forscher stellen extrem leistungsfähiges Linsensystem her

Adleraugen sind extrem scharf und sehen sowohl nach vorne, als auch zur Seite gut – Eigenschaften, die man auch beim autonomen Fahren gerne hätte. Physiker der...

Im Focus: Weltweit genaueste und stabilste transportable optische Uhr

Optische Strontiumuhr der PTB in einem PKW-Anhänger – für geodätische Untersuchungen, weltweite Uhrenvergleiche und schließlich auch eine neue SI-Sekunde

Optische Uhren sind noch genauer als die Cäsium-Atomuhren, die gegenwärtig die Zeit „machen“. Außerdem benötigen sie nur ein Hundertstel der Messdauer, um eine...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Die Welt der keramischen Werkstoffe - 4. März 2017

20.02.2017 | Veranstaltungen

Schwerstverletzungen verstehen und heilen

20.02.2017 | Veranstaltungen

ANIM in Wien mit 1.330 Teilnehmern gestartet

17.02.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Multikristalline Siliciumsolarzelle mit 21,9 % Wirkungsgrad – Weltrekord zurück am Fraunhofer ISE

20.02.2017 | Energie und Elektrotechnik

Wie Viren ihren Lebenszyklus mit begrenzten Mitteln effektiv sicherstellen

20.02.2017 | Biowissenschaften Chemie

Mehr wärmeliebende Tiere und Pflanzen durch Klimawandel

20.02.2017 | Ökologie Umwelt- Naturschutz