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Klima liegt in Konsumentenhand

19.10.2009
"Grüne Revolution" des Konsums braucht Regierungen und Wirtschaft

Die Konsumenten entscheiden in hohem Ausmaß mit, ob die globale Erwärmung gebremst werden kann oder nicht. Zu diesem Schluss kommt das Institut für nachhaltigen Konsum der Universität Manchester in einem Bericht im Vorfeld des baldigen UN-Klimagipfels in Kopenhagen.

Laut Berechnungen ist der Konsum für bis zu drei Viertel aller vom Menschen verursachten Treibhausgase verantwortlich. Forschungsleiter Mohan Munasinghe, einer der 2007 mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichneten Vorsitzenden des Weltklimarats IPCC, fordert eine "grüne Revolution" des Konsums, um langfristig ehrgeizigere Emissionsziele zu erreichen.

Konsum hängt direkt mit den Emissionen des Treibhausgasen zusammen, die wesentlich an der Erderwärmung beteiligt sind. Die wichtigsten Quellen dafür sind die fossilen Treibstoffe, die Verwendung von auf Kohlenstoff beruhenden Materialien in der Erzeugung und auch die Emissionen der Landwirtschaft. Teilt man die Kohlendioxid (CO2)-Emissionen der Produktionsschritte den Ländern zu, in denen Güter und Dienstleistungen konsumiert werden, sind die Ergebnisse verblüffend. "Fast ein Fünftel der chinesischen Emissionen werden etwa im Auftrag anderer Länder produziert. Umgekehrt würden die Ausstöße der USA um acht Prozent höher sein, wenn man den Konsum berücksichtigt", so Munasinghe.

Grüne Konsumentscheidungen fördern

Konsumenten werden häufig als Teil des Klimaproblems gesehen. Ihre Rolle sei jedoch auch für dessen Lösung grundlegend, betont der Klimaexperte. "Wir brauchen neue, innovative Ansätze zur Reduktion des Treibhausgas-Ausstoßes. Denn die Menschen der reichen Länder werden mit die bisher verfolgten Strategien kaum die notwendige Reduktion ihrer Lebensstandards akzeptieren." Ähnlich würden auch die Bewohner der Entwicklungsländer nicht bereit sein, nur aus Klimagründen auf die Vorteile der wirtschaftlichen Entwicklung zu verzichten.

Der Bericht fordert Regierungen und die Unternehmen auf, die Barrieren zu beseitigen, die Konsumenten von Entscheidungen für umweltfreundliche Produkte und Dienstleistungen abhalten. Das könnten Steuervergünstigungen, Kampagnen und Zielmarketing sein, wobei es auch eine bessere Kennzeichnung und Informationen brauche. Der Bericht vermisst international anerkannte Messmethoden für Kohlenstoff-Gehalt und Umweltauswirkung. Darüber hinaus sollten Unternehmen Emissionen in allen Arbeitsschritten von Rohstoffgewinnung, Produktion, Verteilung, Verbrauch bis hin zur Entsorgung vermindern.

Johannes Pernsteiner | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.sci.manchester.ac.uk
http://www.sci.manchester.ac.uk/medialibrary/copenhagenpaper.pdf

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