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Klares Wasser für Vietnam

14.11.2013
Abwasserexperten der Uni Witten/Herdecke beraten Vietnam bei Sauberhaltung des Mekong-Deltas

Abwasser-Experten der Universität Witten/Herdecke beraten in mehreren Projekten die Regierung Vietnams bei Kläranlagen und Abwasserkosten. Es geht dabei um eine Region rund um die Stadt Can Tho, die man als „Hauptstadt im Mekong-Delta“ bezeichnen könnte.

Das Institut für Umwelttechnik und Management an der Universität Witten/Herdecke (IEEM) leitet das gemeinsam vom Bundesforschungsministerium (BMBF) und dem vietnamesischen Forschungsministerium MoST geförderte Projekt AKIZ. Die Abkürzung bedeutet ausgeschrieben: Abwasserkonzepte für Industriezonen. „AKIZ soll herausfinden, welche Kläranlagen auch unter den schwierigen Arbeitsbedingungen tropischer Schwellenländer anwendbar sind. Abgesehen von den technischen Problemen mit dem feucht-heißen Klima muss man mit ständig neuen Schadstoffen und steigenden Abwassermengen fertig werden. Und das, ohne auf so gut ausgebildetes Klärwerkspersonal sowie die vergleichsweise komfortable Finanzausstattung zurückgreifen zu können, wie wir das in Deutschland gewohnt sind“, erklärt Prof. Dr. mult. Karl-Ulrich Rudolph, Leiter des IEEM das Problem.

In Pilotprojekten wollen die Wittener Experten angepasste Technologien zur Giftstoffentfernung, zur Energieerzeugung und zur Wertstoffrückgewinnung aus Fabrikabwässern im Mekong-Delta ausprobieren sowie Verfahren zur Klärschlammbehandlung testen. „Für die Industriezone Tra Noc bei Can Tho haben wir ein stationäres und zwei mobile Abwasserlabors aufgebaut. Sie liefern uns die Datenbasis zur Optimierung und zur Überwachung des integrierten Abwasserkonzeptes, einschließlich der zentralen Kläranlage für die Industriezone“, beschreibt Prof. Rudolph den jetzigen Stand. Als Ergebnis soll bis Ende 2015 ein Geschäftsplan für die Industrieabwässer der Region stehen, das auch mit einer Kalkulation aller Kosten und einer Modellierung der Abwassertarife hinterlegt ist.

Ein anderes Projekt ist der "Runderlass Abwassertarife": In ihm möchte die vietnamesische Regierung den Stadtwerken und Abwasserbetrieben des Landes zeigen (und auch vorschreiben), mit welchen Zahlen und Methoden die Abwasserkosten zu kalkulieren sind.

Außerdem möchte die Regierung das nationale Investitionsprogramm Abwasser prüfen und aktualisieren. Mit dieser Aufgabe hat im Oktober 2013 das vietnamesische Ministerium für Planung und Investition ein von AKIZ-Experten geführtes Beraterkonsortium beauftragt. Die Finanzierung dieser Arbeiten wird von der Weltbank übernommen. „AKIZ hat jetzt Zugriff auf nationale und internationale Finanzexperten, Wirtschaftsprüfer und Anwälte - allesamt spezialisiert und erfahren im Wassersektor Vietnams, welche uns bei der Umsetzung der technisch-ökonomischen Konzepte helfen können“, so der Projektleiter Rudolph. „Bis 2015 besteht jetzt mit allen maßgebenden Ministerien in Vietnam und darüber hinaus auch mit den multilateralen Geberbanken die Vertragsbasis für die offizielle Zusammenarbeit. Wir sehen es als große Auszeichnung an, dass von den zahlreichen Wissenschaftsprojekten, die mit internationaler Beteiligung in Vietnam stattfinden, AKIZ angefragt und im Ergebnis ausgewählt wurde, die Regierung Vietnams in dieser Angelegenheit zu beraten.“

Weitere Informationen bei IEEM - Institut für Umwelttechnik und Management, Prof. Dr. mult. Karl-Ulrich Rudolph, 023 02 / 914 010, mail@uni-wh-utm.de

Über uns:
Die Universität Witten/Herdecke (UW/H) nimmt seit ihrer Gründung 1983 eine Vorreiterrolle in der deutschen Bildungslandschaft ein: Als Modelluniversität mit rund 1.750 Studierenden in den Bereichen Gesundheit, Wirtschaft und Kultur steht die UW/H für eine Reform der klassischen Alma Mater. Wissensvermittlung geht an der UW/H immer Hand in Hand mit Werteorientierung und Persönlichkeitsentwicklung.

Witten wirkt. In Forschung, Lehre und Gesellschaft.

Über das IEEM:
Das Institut für Umwelttechnik und Management an der Universität Witten/Herdecke (Institute of Environmental Engineering and Management, IEEM) verbindet die Bereiche Ingenieurwesen und Umwelt-Ökonomie zu einem anwendungsbezogenen, wissenschaftlichen Ansatz im weiten Feld der klassischen Siedlungswasserwirtschaft (Wasser, Abwasser, Abfall). Ziel des Instituts ist es, innovative technische und ökonomische Lösungen zu erarbeiten und international umzusetzen, um ein nachhaltiges Wirtschaften und den Schutz von Umweltressourcen zu ermöglichen. Dies umfasst auch die Entwicklung moderner Managementmethoden und Organisationsstrukturen, mit denen technische und institutionelle Konzepte optimal gestaltet und effizienzorientiert umgesetzt werden.

Kay Gropp | Universität Witten/Herdecke
Weitere Informationen:
http://www.uni-wh-utm.de/

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