Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Kanadische Forstwirtschafts- und Umweltschutzgruppen unterzeichnen weltweit grösstes Naturschutzabkommen ...

20.05.2010
... über ein Gebiet, dass der zweifachen Grösse Deutschlands entspricht

Heute stellten 21 Mitgliedsunternehmen der Forest Products Association of Canada (FPAC; Kanadische Vereinigung für Forstwirtschaftsprodukte) und neun führende Umweltschutzorganisationen der Öffentlichkeit ein beispielloses Abkommen zum Schutz der borealen Wälder Kanadas - das Canadian Boreal Forest Agreement - vor.

Dieses betrifft 72 Millionen Hektar an Waldfläche in öffentlichem Besitz, die an FPAC-Mitgliedsunternehmen lizenziert ist. Sobald dieses Abkommen vollkommen umgesetzt ist, wird es zur Erhaltung beachtlicher Flächen der riesigen borealen Waldgebiete Kanadas sowie zum Schutz des bedrohten Waldkaribus beitragen und den teilnehmenden Unternehmen so einen Wettbewerbsvorteil verschaffen.

Im Rahmen dieses Abkommens werden sich die FPAC-Mitglieder, die derzeit zwei Drittel der zertifizierten Waldfläche in Kanada verwalten, verpflichten, in einem Gebiet, dass der zweifachen Grösse Deutschlands entspricht, die höchsten Umweltschutzstandards bei der wirtschaftlichen Nutzung dieser Fläche einzuhalten.

Umweltschutzorganisationen verpflichten sich im Gegenzug, die Bemühungen der FPAC-Mitglieder weltweit anzuerkennen und zu unterstützen. Gemäss dem Abkommen sollen auf einer Fläche von nahezu 29 Millionen Hektar borealer Waldfläche keine neuen Holzgewinnungsprojekte durchgeführt werden. Auf diese Weise soll ein Artenschutzprogramm für bedrohte Karibus umgesetzt werden, ohne dass dabei Engpässe an notwendigen Holzfaserlieferungen für Papierfabriken entstehen. Während der Umsetzung des Abkommens werden die "Do Not Buy"-Kampagnen von Canopy, ForestEthics und Greenpeace ausgesetzt.

"Wir können gar nicht genug betonen, wie wichtig dieses Abkommen ist", kommentierte Avrim Lazar, Präsident und CEO von FPAC. "FPAC-Mitgliedsorganisationen und ihre ENGO-Gegenspieler (Environmental non-governmental Organizations; Nichtregierungsorganisationen im Umweltbereich) haben das alte Denkmuster auf den Kopf gestellt. Wir haben zusammen einen intelligenteren und produktiveren Weg gefunden, um wirtschaftliche und ökologische Herausforderungen in den borealen Wäldern miteinander in Einklang zu bringen und dabei weltweit Käufer von der Nachhaltigkeit unserer Produkte zu überzeugen. Ich freue mich, zu sehen, wie beinahe ein Jahrzehnt an Veränderungen und harter Arbeit zur ökologischeren Ausrichtung unserer Betriebstätigkeit zur Entwicklung eines forstwirtschaftlichen Standards geführt haben, um den uns die ganze Welt beneiden wird", so Lazar weiter.

Umweltschutzorganisationen, einschliesslich der drei Organisationen, die wichtige Verbraucher zum Kauf ökologischer Produkte anhalten, sind sich einig, dass diese Übereinkunft zwischen zwei traditionellen Gegenspielern von einem Engagement für ein gemeinsames Ziel zeugt.

"Dies ist die beste Möglichkeit, gleichzeitig das Waldkaribu zu retten, grosse Flächen an borealen Wäldern zu erhalten und zur Umsetzung nachhaltiger forstwirtschaftlicher Praktiken beizutragen", bemerkte Richard Brooks, Vertreter für die teilnehmenden Umweltschutzorganisationen und Projektleiter der Kampagne zum Schutz der Wälder von Greenpeace Canada. "Bedenken vonseiten der Öffentlichkeit und des Marktes bezüglich Naturerhaltung und Artenschutz haben sich bei diesem Abkommen als ausschlaggebende Faktoren erwiesen. Uns steht eine Menge Arbeit zur erfolgreichen Umsetzung dieses Abkommens bevor und wir haben fest vor, es zu verwirklichen", so Brooks weiter.

Die Bemühungen der Pew Environment Group und der Ivey Foundation, die sich für ein Zusammenkommen der beiden Seiten und eine Erleichterung der Verhandlungen eingesetzt haben, waren für das Abkommen von kritischer Bedeutung.

"Wir haben jahrelang dazu beigetragen, die gegnerischen Parteien zur Erhaltung dieses weltweiten Schatzes - der borealen Wälder von Kanada - an einen Tisch zu bringen", erklärte Steve Kallick, Leiter der Pew Environment Group's International Boreal Conservation Campaign (Internationale Kampagne zur Erhaltung der borealen Wälder der Pew Environment Group). "Wir sind begeistert darüber, dass diese Bemühungen zum grössten kommerziellen Walderhaltungsplan in der Geschichte geführt haben. Wenn nicht beide Seiten in der Lage gewesen wären, über ihre eigenen Interessen hinwegzusehen, wäre es nie soweit gekommen. Unabhängig davon, wie bedeutend die Bekanntmachung von heute ist, hängt der Grad unseres Erfolgs am Ende davon ab, wie wir mit den vor uns liegenden Herausforderungen bei der Umsetzung dieses Plans umgehen werden", so Kallick weiter.

Das Abkommen formuliert für beide Seiten ausdrückliche Verpflichtungen und gibt Plan vor, der folgende Punkte vorsieht:

- Die Entwicklung und der Einsatz weltweit führender Standards
bei der forstwirtschaftlichen Verwaltung und Holzgewinnung;
- Die Umsetzung gemeinsamer Vorschläge für Netzwerke zwischen
geschützten Flächen und die Erholung von Beständen bedrohter Arten, einschliesslich des Waldkaribus;
- Ein auf dem gesamten Lebenszyklus basierender Ansatz zur
Verwaltung und Kontrolle von Kohlendioxidausstössen, die durch die Nutzung von Forstbeständen entstehen; und
- Unterstützung der wirtschaftlichen Zukunft von Gemeinden, die
von der Forstwirtschaft abhängig sind, und Anerkennung von Leistungen bei der Art- und Waldflächenerhaltung auf dem globalen Markt.

Zu den Unterzeichnern gehörende Umweltschutzorganisationen, die FPAC und Mitgliedsunternehmen der Vereinigung haben bereits begonnen, sich landesweit mit Provinzregierungen, Vertretern von Ureinwohnergruppen und regionalen Gemeinden zu treffen, um für die Umsetzung des Abkommens deren Führungsposition und Zusammenarbeit zu sichern. Den Teilnehmern ist bewusst, das Regierungen, einschliesslich Regierungen von Ureinwohner-Volksgruppen, innerhalb ihrer Gerichtsbarkeiten ihre eigenen Entscheidungen treffen. Das Abkommen anerkennt die Tatsache, dass Ureinwohner verfassungsmässig garantierte Vertragsrechte haben, die respektiert und eingebracht werden müssen, damit die Ziele des Abkommen umgesetzt werden können.

Die Fortschritte bei der Umsetzung der Ziele, die im Canadian Boreal Forest Agreement (Abkommen zu den borealen Wäldern Kanadas) festgelegt sind, werden regelmässig von einem gemeinsam berufenen Gutachter überprüft werden, der über diese Bericht erstatten wird.

Zu den Forstwirtschaftsunternehmen, die am Abkommen beteiligt sind, gehören:

AbitibiBowater, Alberta Pacific Forest Industries, AV Group, Canfor, Cariboo Pulp & Paper Company, Cascades Inc., DMI, F.F. Soucy, Inc., Howe Sound Pulp and Paper, Kruger Inc., LP Canada, Mercer International, Mill & Timber Products Ltd, NewPage Port Hawkesbury Ltd, Papier Masson Ltée, SFK Pulp, Tembec Inc., Tolko Industries, West Fraser Timber Co. Ltd, Weyerhaeuser Company Limited - diese werden allesamt durch die Forest Products Association of Canada vertreten.

Zu den Umweltschutzorganisationen, die am Abkommen beteiligt sind, gehören:

Canadian Boreal Initiative, Canadian Parks and Wilderness Society, Canopy (zuvor bekannt als Markets Initiative), die David Suzuki Foundation, ForestEthics, Greenpeace, Ivey Foundation, The Nature Conservancy und die Pew Environment Group's International Boreal Conservation Campaign. Die Unterstützung der Hewlett Foundation für die Erhaltung der borealen Wälder war für die gemeinsamen Bemühungen dieser Gruppen von entscheidender Bedeutung.

Für weitere Informationen: ANSPRECHPARTNER: Forest Products Association of Canada: Monica Bailey, Managerin des
Kommunikationsbereichs: +1(613)563-1441 Durchw. 323; Canadian Boreal
Initiative: Suzanne Fraser, Leiterin des Kommunikationsbereichs:
+1(613)552-7277; Canopy: Nicole Rycroft, Organisationsleiterin:
+1(778)987-9099; CPAWS: Ellen Adelberg, Leiterin des Kommunikations-
und Marketingbereichs: +1(613)292-2875; David Suzuki Foundation: Jode Roberts, Kommunikationsexpertin: +1(647)456-9752; ForestEthics: Todd Paglia, Organisationsleiter: +1(416)527-2284; Greenpeace: Alex Paterson, Medien und Öffentlichkeitsarbeit: +1(416)524-8496; The Ivey
Foundation: Tim Gray, Programmleiter: +1(416)867-9229; Pew Environment Group: Elyssa Rosen: +1(775)224-7497; The Nature

Conservancy: Aaron Drew, Ansprechpartner für Medien: +1(720)425-3930;

Monica Bailey | presseportal
Weitere Informationen:
http://www.CanadianBorealForestAgreement.com/

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Ökologie Umwelt- Naturschutz:

nachricht Dünenökosysteme modellieren
23.06.2017 | Albert-Ludwigs-Universität Freiburg im Breisgau

nachricht Es wird zu bunt im Gillbach: Weitere nichtheimische Buntbarschpopulation in Deutschland nachgewiesen
22.06.2017 | Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Ökologie Umwelt- Naturschutz >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Can we see monkeys from space? Emerging technologies to map biodiversity

An international team of scientists has proposed a new multi-disciplinary approach in which an array of new technologies will allow us to map biodiversity and the risks that wildlife is facing at the scale of whole landscapes. The findings are published in Nature Ecology and Evolution. This international research is led by the Kunming Institute of Zoology from China, University of East Anglia, University of Leicester and the Leibniz Institute for Zoo and Wildlife Research.

Using a combination of satellite and ground data, the team proposes that it is now possible to map biodiversity with an accuracy that has not been previously...

Im Focus: Klima-Satellit: Mit robuster Lasertechnik Methan auf der Spur

Hitzewellen in der Arktis, längere Vegetationsperioden in Europa, schwere Überschwemmungen in Westafrika – mit Hilfe des deutsch-französischen Satelliten MERLIN wollen Wissenschaftler ab 2021 die Emissionen des Treibhausgases Methan auf der Erde erforschen. Möglich macht das ein neues robustes Lasersystem des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnologie ILT in Aachen, das eine bisher unerreichte Messgenauigkeit erzielt.

Methan entsteht unter anderem bei Fäulnisprozessen. Es ist 25-mal wirksamer als das klimaschädliche Kohlendioxid, kommt in der Erdatmosphäre aber lange nicht...

Im Focus: Climate satellite: Tracking methane with robust laser technology

Heatwaves in the Arctic, longer periods of vegetation in Europe, severe floods in West Africa – starting in 2021, scientists want to explore the emissions of the greenhouse gas methane with the German-French satellite MERLIN. This is made possible by a new robust laser system of the Fraunhofer Institute for Laser Technology ILT in Aachen, which achieves unprecedented measurement accuracy.

Methane is primarily the result of the decomposition of organic matter. The gas has a 25 times greater warming potential than carbon dioxide, but is not as...

Im Focus: How protons move through a fuel cell

Hydrogen is regarded as the energy source of the future: It is produced with solar power and can be used to generate heat and electricity in fuel cells. Empa researchers have now succeeded in decoding the movement of hydrogen ions in crystals – a key step towards more efficient energy conversion in the hydrogen industry of tomorrow.

As charge carriers, electrons and ions play the leading role in electrochemical energy storage devices and converters such as batteries and fuel cells. Proton...

Im Focus: Die Schweiz in Pole-Position in der neuen ESA-Mission

Die Europäische Weltraumagentur ESA gab heute grünes Licht für die industrielle Produktion von PLATO, der grössten europäischen wissenschaftlichen Mission zu Exoplaneten. Partner dieser Mission sind die Universitäten Bern und Genf.

Die Europäische Weltraumagentur ESA lanciert heute PLATO (PLAnetary Transits and Oscillation of stars), die grösste europäische wissenschaftliche Mission zur...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Von Batterieforschung bis Optoelektronik

23.06.2017 | Veranstaltungen

10. HDT-Tagung: Elektrische Antriebstechnologie für Hybrid- und Elektrofahrzeuge

22.06.2017 | Veranstaltungen

„Fit für die Industrie 4.0“ – Tagung von Hochschule Darmstadt und Schader-Stiftung am 27. Juni

22.06.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Radioaktive Elemente in Cassiopeia A liefern Hinweise auf Neutrinos als Ursache der Supernova-Explosion

23.06.2017 | Physik Astronomie

Dünenökosysteme modellieren

23.06.2017 | Ökologie Umwelt- Naturschutz

Makro-Mikrowelle macht Leichtbau für Luft- und Raumfahrt effizienter

23.06.2017 | Materialwissenschaften