Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Känguru statt Rindfleisch für den Klimaschutz

11.08.2008
Experte: Beuteltier produziert kein Methan

Eine Nahrungsumstellung von Rind auf Känguru würde der australischen Klimabilanz nicht schaden. Zu diesem Schluss kommen Experten des Australian Wildlife Service im Wissenschaftsmagazin Conservation Letters.

Zum Unterschied von den Wiederkäuern, die gemeinsam mit den riesigen Schafherden für elf Prozent der gesamten Treibhausgase am kleinsten Kontinent sorgen, würden die hüpfenden Beuteltiere nämlich fast gar kein Methan ausscheiden. Methan ist im 100-Jahres-Zyklus ein um 21 Mal stärkeres Treibhausgas als CO2.

George Wilson regt seine Landsleute dazu an, in Zukunft vermehrt auf die Zucht von Kängurus zu setzen und die Zahl der ohnehin heimischen Säuger auf 175 Mio. zu steigern. Zudem sollten im Zeitrahmen bis 2020 sieben Mio. Rinder und 36 Mio. Schafe durch die Kängurus ersetzt werden.

Das würde 16 Megatonnen oder rund drei Prozent der australischen Treibhausgasemissionen einsparen. "Derzeit haben die Bauern nur wenige Möglichkeiten klimaneutral zu arbeiten. Die Option auf die Känguru-Zucht umzusteigen, wäre da eine gute Möglichkeit um beim Emissionshandel Zahlungen zu vermeiden und nachhaltiger zu wirtschaften", so Wilson. Nach Angaben des Experten leben derzeit etwa 30 Mio. Kängurus in Australien.

Da Kängurus eine völlig andere Verdauung haben als Wiederkäuer produzieren sie auch wesentlich weniger Methan als etwa Rinder. In den Mägen der Rinder, die wie große Gärreaktoren arbeiten, spalten Bakterien die Zellulose des gefressenen Futters auf. Als Nebenprodukt entsteht dabei das Treibhausgas Methan. Versuche, mit Futtermittelbeigaben den Methanausstoß der Rinder zu reduzieren, haben sich als sinnlos erwiesen. Wie groß die Methanproduktion einer einzelnen Kuh ist, zeigte der Ökonom Harald von Witzke von der Berliner Humboldt-Universität http://www.agrar.hu-berlin.de in einer für den WWF-Deutschland http://www.wwf.de gemachten Studie, die Ende 2007 veröffentlicht wurde, auf: Demnach sind die Abgase einer einzigen Milchkuh in etwa so klimaschädlich wie die eines Kleinwagens, der 18.000 Kilometer im Jahr gefahren werde.

Klimaschutz in der Landwirtschaft wäre ganz einfach möglich, kommt der Wissenschaftler zum Schluss: "Würde man etwa die Gülle bis zur Ausbringung aufs Feld mit einer Folie abdecken, könnte man die lagerungsbedingten Emissionen des Düngers bedeutend verringern." Auch die Vergärung von Mist in Biogaslagen sei ein sehr effizienter Schritt in Sachen Klimaschutz. "Die deutsche Landwirtschaft könnte anspruchsvollere Klimaziele auch ohne allzu große wirtschaftliche Probleme erfüllen", so von Witzke. Bislang hätten die Landwirte aber keinen Anreiz, klimafreundlich anzubauen. Auch in Deutschland verursacht die Landwirtschaft rund elf Prozent der Treibhausgase.

Wolfgang Weitlaner | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.awt.com.au

Weitere Berichte zu: Beuteltier Biogaslagen Emissionen Emissionshandel Klimaschutz Methan Treibhausgas

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Ökologie Umwelt- Naturschutz:

nachricht Tausende Holztäfelchen simulieren Plastikmüll
23.02.2017 | Carl von Ossietzky-Universität Oldenburg

nachricht Mehr wärmeliebende Tiere und Pflanzen durch Klimawandel
20.02.2017 | Senckenberg Forschungsinstitut und Naturmuseen

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Ökologie Umwelt- Naturschutz >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: „Vernetzte Autonome Systeme“ von acatech und DFKI auf der CeBIT

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) in Kooperation mit der Deutschen Messe AG vernetzte Autonome Systeme. In Halle 12 am Stand B 63 erwarten die Besucherinnen und Besucher unter anderem Roboter, die Hand in Hand mit Menschen zusammenarbeiten oder die selbstständig gefährliche Umgebungen erkunden.

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für...

Im Focus: Kühler Zwerg und die sieben Planeten

Erdgroße Planeten mit gemäßigtem Klima in System mit ungewöhnlich vielen Planeten entdeckt

In einer Entfernung von nur 40 Lichtjahren haben Astronomen ein System aus sieben erdgroßen Planeten entdeckt. Alle Planeten wurden unter Verwendung von boden-...

Im Focus: Mehr Sicherheit für Flugzeuge

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem totalen Triebwerksausfall zum Einsatz kommt, um den Piloten ein sicheres Gleiten zu einem Notlandeplatz zu ermöglichen, und ein Assistenzsystem für Segelflieger, das ihnen das Erreichen größerer Höhen erleichtert. Präsentiert werden sie von Prof. Dr.-Ing. Wolfram Schiffmann auf der Internationalen Fachmesse für Allgemeine Luftfahrt AERO vom 5. bis 8. April in Friedrichshafen.

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem...

Im Focus: HIGH-TOOL unterstützt Verkehrsplanung in Europa

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt sich bewerten, wie verkehrspolitische Maßnahmen langfristig auf Wirtschaft, Gesellschaft und Umwelt wirken. HIGH-TOOL ist ein frei zugängliches Modell mit Modulen für Demografie, Wirtschaft und Ressourcen, Fahrzeugbestand, Nachfrage im Personen- und Güterverkehr sowie Umwelt und Sicherheit. An dem nun erfolgreich abgeschlossenen EU-Projekt unter der Koordination des KIT waren acht Partner aus fünf Ländern beteiligt.

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt...

Im Focus: Zinn in der Photodiode: nächster Schritt zur optischen On-Chip-Datenübertragung

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium allein – die stoffliche Basis der Chip-Produktion – sind als Lichtquelle kaum geeignet. Jülicher Physiker haben nun gemeinsam mit internationalen Partnern eine Diode vorgestellt, die neben Silizium und Germanium zusätzlich Zinn enthält, um die optischen Eigenschaften zu verbessern. Das Besondere daran: Da alle Elemente der vierten Hauptgruppe angehören, sind sie mit der bestehenden Silizium-Technologie voll kompatibel.

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Aufbruch: Forschungsmethoden in einer personalisierten Medizin

24.02.2017 | Veranstaltungen

Österreich erzeugt erstmals Erdgas aus Sonnen- und Windenergie

24.02.2017 | Veranstaltungen

Big Data Centrum Ostbayern-Südböhmen startet Veranstaltungsreihe

23.02.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Fraunhofer HHI auf dem Mobile World Congress mit VR- und 5G-Technologien

24.02.2017 | Messenachrichten

MWC 2017: 5G-Hauptstadt Berlin

24.02.2017 | Messenachrichten

Auf der molekularen Streckbank

24.02.2017 | Biowissenschaften Chemie