Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Jülicher Forscher vermessen die Aschewolke

19.04.2010
Die Vulkanasche aus Island ist weiterhin auch über NRW in der Luft und bringt den Flugverkehr zum Erliegen. Jülicher Atmosphärenforscher messen seit Freitag mit einem im Forschungszentrum stationierten LIDAR-System die vertikale Ausdehnung und den zeitlichen Verlauf der Aschewolke.

Mit dem "Light detection and ranging"-System LIDAR wird ein Laserstrahl in den Himmel geschickt und der Anteil des aus der Atmosphäre zurück gestreuten Lichts analysiert. Die Wissenschaftler können so Partikel bis in eine Höhe von 15 Kilometern aufspüren.

Nach Aufklaren des Himmels konnten die Forscher am Wochenende mit ihrem LIDAR die Aschewolke, die mit bloßem Auge kaum zu erkennen ist oder nur als leichter Dunst erscheint, detektieren. "Die Wolke ist eindeutig zu erkennen, in einem Höhenbereich von 7,5 bis zehn Kilometer", erklärt der Jülicher Atmosphärenforscher Dr. Cornelius Schiller.

"Sie ist sehr inhomogen, es gibt Perioden von bis zu zwölf Stunden mit und ohne diese Wolken." Schiller weiter: "Wir können mittlerweile sagen, dass es Zeiträume gibt, die kritischer sind, und solche, wo die Luft 'rein' ist. Damit ist der Höhenbereich, der für den innereuropäischen Flugverkehr der wichtigste ist, zunächst einmal potenziell belastet.

"Bereits am Wochenende ist die DIMONA der Schweizer Firma MetAir mit Messgeräten des Forschungszentrums an Bord gestartet, um die Lage der Aschewolke zu vermessen", sagt der Jülicher Atmosphärenforscher Dr. Andreas Volz-Thomas. Am heutigen Montag soll das Forschungsflugzeug FALCON des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) starten und Daten für die Quantifizierung der Aschewolke sammeln - also untersuchen, wie dick sie ist. "Wir kooperieren mit den Kollegen vom DLR und stellen ihnen die Daten zur Verfügung, die wir durch LIDAR gewonnen haben", sagt die Atmosphärenforscherin Dr. Martina Krämer, Vizepräsidentin der Deutschen Gesellschaft für Aerosolforschung.

"Die gegenwärtige Situation verdeutlicht, wie dringend wir verbesserte Beobachtungskapazitäten für diesen kritischen Höhenbereich benötigen", sagt Prof. Martin Riese, Direktor des Instituts für Chemie und Dynamik der Geosphäre (ICG-1) des Forschungszentrums Jülich. "Einen wichtigen Beitrag hierzu könnte eine gerade bei der ESA studierte Satellitenmission (PREMIER) liefern." Das Forschungszentrum Jülich ist zusammen mit dem Karlsruhe Institut für Technologie (KIT) federführend an dieser Entwicklung beteiligt.

Annette Stettien | Forschungszentrum Jülich
Weitere Informationen:
http://www.fz-juelich.de/
http://www.fz-juelich.de/portal/index.php?cmd=show&mid=768&index=163

Weitere Berichte zu: Aschewolke Atmosphärenforscher DLR Flugverkehr Lidar Wolke

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Ökologie Umwelt- Naturschutz:

nachricht Savannen dominieren die Schwankungen der Landvegetation als Kohlenstoffsenke
22.05.2015 | Max-Planck-Institut für Biogeochemie

nachricht Auf der Spur der kleinsten Teilchen
20.05.2015 | Universität Siegen

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Ökologie Umwelt- Naturschutz >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Kieler Forschende bauen die kleinsten Maschinen der Welt

Die DFG stellt Millionenförderung für die Entwicklung neuartiger Medikamente und Materialien an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU) bereit.

Großer Jubel an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU): Wie die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) heute (Donnerstag, 21. Mai) bekannt gab,...

Im Focus: Basler Physiker entwickeln Methode zur effizienten Signalübertragung aus Nanobauteilen

Physiker haben eine innovative Methode entwickelt, die den effizienten Einsatz von Nanobauteilen in elektronische Schaltkreisen ermöglichen könnte. Sie entwickelten dazu eine Anordnung, bei der ein Nanobauteil mit zwei elektrischen Leitern verbunden ist. Diese bewirken eine hocheffiziente Auskopplung des elektrischen Signals. Die Wissenschaftler vom Departement Physik und dem Swiss Nanoscience Institute der Universität Basel haben ihre Ergebnisse zusammen mit Kollegen der ETH Zürich in der Fachzeitschrift «Nature Communications» publiziert.

Elektronische Bauteile werden immer kleiner. In Forschungslabors werden bereits Bauelemente von wenigen Nanometern hergestellt, was ungefähr der Grösse von...

Im Focus: Basel Physicists Develop Efficient Method of Signal Transmission from Nanocomponents

Physicists have developed an innovative method that could enable the efficient use of nanocomponents in electronic circuits. To achieve this, they have developed a layout in which a nanocomponent is connected to two electrical conductors, which uncouple the electrical signal in a highly efficient manner. The scientists at the Department of Physics and the Swiss Nanoscience Institute at the University of Basel have published their results in the scientific journal “Nature Communications” together with their colleagues from ETH Zurich.

Electronic components are becoming smaller and smaller. Components measuring just a few nanometers – the size of around ten atoms – are already being produced...

Im Focus: Phagen übertragen Antibiotikaresistenzen auf Bakterien – Nachweis auf Geflügelfleisch

Bakterien entwickeln immer häufiger Resistenzen gegenüber Antibiotika. Es gibt unterschiedliche Erklärungen dafür, wie diese Resistenzen in die Bakterien gelangen. Forschende der Vetmeduni Vienna fanden sogenannte Phagen auf Geflügelfleisch, die Antibiotikaresistenzen auf Bakterien übertragen können. Phagen sind Viren, die ausschließlich Bakterien infizieren können. Für Menschen sind sie unschädlich. Phagen könnten laut Studie jedoch zur Verbreitung von Antibiotikaresistenzen beitragen. Die Erkenntnisse sind nicht nur für die Lebensmittelproduktion sondern auch für die Medizin von Bedeutung. Die Studie wurde in der Fachzeitschrift Applied and Environmental Microbiology veröffentlicht.

Antibiotikaresistente Bakterien stellen weltweit ein bedeutendes Gesundheitsrisiko dar. Gängige Antibiotika sind bei der Behandlung von Infektionskrankheiten...

Im Focus: Die schreckliche Schönheit der Medusa

Astronomen haben mit dem Very Large Telescope der ESO in Chile das bisher detailgetreueste Bild vom Medusa-Nebel eingefangen, das je aufgenommen wurde. Als der Stern im Herzen dieses Nebels altersschwach wurde, hat er seine äußeren Schichten abgestoßen, aus denen sich diese farbenfrohe Wolke bildete. Das Bild lässt erahnen, welches endgültige Schicksal die Sonne einmal ereilen wird: Irgendwann wird aus ihr ebenfalls ein Objekt dieser Art werden.

Dieser wunderschöne Planetarische Nebel ist nach einer schrecklichen Kreatur aus der griechischen Mythologie benannt – der Gorgone Medusa. Er trägt auch die...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

TU Darmstadt: Gipfel der Verschlüsselung - CROSSING-Konferenz am 1. und 2. Juni in Darmstadt

22.05.2015 | Veranstaltungen

Internationale neurowissenschaftliche Tagung

22.05.2015 | Veranstaltungen

Biokohle-Forscher tagen in Potsdam

21.05.2015 | Veranstaltungen

 
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Nanogefäß mit einer Perle aus Gold

22.05.2015 | Biowissenschaften Chemie

Ferngesteuerte Mikroschwimmer: Jülicher Physiker simulieren Bewegungen von Bakterien an Oberflächen

22.05.2015 | Physik Astronomie

Was Chromosomen im Innersten zusammenhält

22.05.2015 | Biowissenschaften Chemie