Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Jagdfrei für den Rothirsch

01.09.2008
Wie kaum ein anderes Wildtier leidet Rotwild unter den Störungen, die die Jagd verursacht.

Beim 4. Rotwildsymposium der Deutschen Wildtier Stiftung am 29. und 30. August 2008 in der Schorfheide bei Berlin ginges deshalb um drei Kernforderungen: Die Jagdzeit auf Rotwild verkürzen, das Nachtjagdverbot einhalten und Wildruhezonen einrichten.

Die Deutsche Wildtier Stiftung hat gemeinsam mit der Stiftung Wald und Wild in Mecklenburg-Vorpommern rund 170 Vertreter aus Praxis, Politik und Wissenschaft an einen Tisch geholt "Wir wollen dem Rothirsch in Deutschland ein artgerechteres Leben ermöglichen", erklärt Hilmar Freiherr von Münchhausen, Geschäftsführer der Deutschen Wildtier Stiftung. "Der Jäger trägt dafür eine große Verantwortung".

Mit ihren Forderungen stößt die Deutsche Wildtier Stiftung in der Bevölkerung auf breite Zustimmung. Das belegen die Ergebnisse der kürzlich im Auftrag der Stiftung durchgeführten repräsentativen EMNID-Umfrage: Jeweils 70 Prozent der Befragten befürworten die Ausweisung von Wildruhezonen und das Verbot, nachts auf Rotwild zu schießen. Auch für kürzere Jagdzeiten sprach sich eine Mehrheit aus.

Nach dem Bundesjagdgesetz ist die Nachtjagd auf Rothirsche zwar verboten, doch dieses Verbot wird von den Bundesländern systematisch aufgeweicht. "Es gibt kein Bundesland, das ohne Wenn und Aber die Bestimmung des Bundesjagdgesetzes befolgt", so Freiherr von Münchhausen. Besonders freizügig geben Schleswig-Holstein, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Hessen, Baden-Württemberg und Sachsen die Nacht zur Rotwildjagd frei.
Die Begründung lautet, dass dadurch Schäden in der Land- und Forstwirtschaft reduziert werden. Doch genau das Gegenteil tritt ein. Der erhöhte Jagddruck treibt die Tiere immer tiefer in den Wald hinein. Die Folge sind zunehmende Fraßschäden an Bäumen.

Die Deutsche Wildtier Stiftung plädiert dafür, die Jagdzeit für Rotwild auf den 31. Dezember zu verkürzen. Das Bundesjagdgesetz erlaubt die Jagd auf Rotwild in Abhängigkeit sogar bis Ende Februar. Da die Tiere ihren Stoffwechsel in den kalten Wintermonaten herunterfahren und auf "Sparflamme" leben, führen die Störungen im Januar und Februar zu einem erhöhten Energiebedarf und damit zwangsläufig zu Fraßschäden.

Das Positionspapier "Der Rothirsch im Visier - Forderungen an die Jagd", die Broschüre "Leitbild Rotwild - Wege für ein fortschrittliches Management" sowie eine Zusammenfassung der EMNID Befragung finden Sie unter http://www.DeutscheWildtierStiftung.de oder http://www.Rothirsch.org.

Eva Goris | idw
Weitere Informationen:
http://www.DeutscheWildtierStiftung.de
http://www.Rothirsch.org

Weitere Berichte zu: Bundesjagdgesetz Fraßschäden Jagd Jagdzeit Rothirsch Rotwild Wildruhezonen Wildtier

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Ökologie Umwelt- Naturschutz:

nachricht Mehr wärmeliebende Tiere und Pflanzen durch Klimawandel
20.02.2017 | Senckenberg Forschungsinstitut und Naturmuseen

nachricht Gebietsfremde Arten weltweit auf dem Vormarsch
15.02.2017 | Senckenberg Forschungsinstitut und Naturmuseen

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Ökologie Umwelt- Naturschutz >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Mehr Sicherheit für Flugzeuge

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem totalen Triebwerksausfall zum Einsatz kommt, um den Piloten ein sicheres Gleiten zu einem Notlandeplatz zu ermöglichen, und ein Assistenzsystem für Segelflieger, das ihnen das Erreichen größerer Höhen erleichtert. Präsentiert werden sie von Prof. Dr.-Ing. Wolfram Schiffmann auf der Internationalen Fachmesse für Allgemeine Luftfahrt AERO vom 5. bis 8. April in Friedrichshafen.

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem...

Im Focus: HIGH-TOOL unterstützt Verkehrsplanung in Europa

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt sich bewerten, wie verkehrspolitische Maßnahmen langfristig auf Wirtschaft, Gesellschaft und Umwelt wirken. HIGH-TOOL ist ein frei zugängliches Modell mit Modulen für Demografie, Wirtschaft und Ressourcen, Fahrzeugbestand, Nachfrage im Personen- und Güterverkehr sowie Umwelt und Sicherheit. An dem nun erfolgreich abgeschlossenen EU-Projekt unter der Koordination des KIT waren acht Partner aus fünf Ländern beteiligt.

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt...

Im Focus: Zinn in der Photodiode: nächster Schritt zur optischen On-Chip-Datenübertragung

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium allein – die stoffliche Basis der Chip-Produktion – sind als Lichtquelle kaum geeignet. Jülicher Physiker haben nun gemeinsam mit internationalen Partnern eine Diode vorgestellt, die neben Silizium und Germanium zusätzlich Zinn enthält, um die optischen Eigenschaften zu verbessern. Das Besondere daran: Da alle Elemente der vierten Hauptgruppe angehören, sind sie mit der bestehenden Silizium-Technologie voll kompatibel.

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium...

Im Focus: Innovative Antikörper für die Tumortherapie

Immuntherapie mit Antikörpern stellt heute für viele Krebspatienten einen Erfolg versprechenden Ansatz dar. Weil aber längst nicht alle Patienten nachhaltig von diesen teuren Medikamenten profitieren, wird intensiv an deren Verbesserung gearbeitet. Forschern um Prof. Thomas Valerius an der Christian Albrechts Universität Kiel gelang es nun, innovative Antikörper mit verbesserter Wirkung zu entwickeln.

Immuntherapie mit Antikörpern stellt heute für viele Krebspatienten einen Erfolg versprechenden Ansatz dar. Weil aber längst nicht alle Patienten nachhaltig...

Im Focus: Durchbruch mit einer Kette aus Goldatomen

Einem internationalen Physikerteam mit Konstanzer Beteiligung gelang im Bereich der Nanophysik ein entscheidender Durchbruch zum besseren Verständnis des Wärmetransportes

Einem internationalen Physikerteam mit Konstanzer Beteiligung gelang im Bereich der Nanophysik ein entscheidender Durchbruch zum besseren Verständnis des...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

6. Internationale Fachkonferenz „InnoTesting“ am 23. und 24. Februar 2017 in Wildau

22.02.2017 | Veranstaltungen

Wunderwelt der Mikroben

22.02.2017 | Veranstaltungen

Der Lkw der Zukunft kommt ohne Fahrer aus

21.02.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Ursache für eine erbliche Muskelerkrankung entdeckt

22.02.2017 | Medizin Gesundheit

Möglicher Zell-Therapieansatz gegen Zytomegalie

22.02.2017 | Biowissenschaften Chemie

Meeresforschung in Echtzeit verfolgen

22.02.2017 | Geowissenschaften