Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

In Mittelhessen ausgestorbene Biene kehrt zurück

27.01.2015

Aufregende Entdeckung einer Gießener Doktorandin – Blühflächen als wichtige Lebensräume für Wildbienen

Ein ausgestorben geglaubtes Tier entdeckt man nicht alle Tage. Doch Daniela Warzecha, Doktorandin an der Professur für Tierökologie der Justus-Liebig-Universität Gießen (JLU), machte während ihrer von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) geförderten Promotionsarbeit einen aufregenden Fund:


Die Wildbiene Lasioglossum pauperatum.

Foto: James K. Lindsey, Creative Commons Lizenz

Sie entdeckte in ihrer mittelhessischen Untersuchungsregion eine Bienenart, die dort seit Jahrzehnten als ausgestorben gilt. Die Bienen treten dort sogar in überraschend großer Zahl wieder auf.

Da das nicht nur für Bienenfreunde eine kleine Sensation ist, werden die Fundorte derzeit noch geheim gehalten. „Die Vermutung liegt nahe, dass diese wärmeliebende Art zu den Klimagewinnern gehört und von der Temperaturerhöhung der letzten Jahre profitiert“, sagt Prof. Dr. Volkmar Wolters, der die Promotionsarbeit betreut. „Aber das ist natürlich noch nicht wissenschaftlich bewiesen.“

Daniela Warzecha, die sich in ihren Untersuchungen besonders auf die Blühflächen des hessischen Agrarumweltprogrammes (HIAP) konzentriert, betont die große Bedeutung ihres Fundes für den regionalen Artenschutz:

„Die Anlage von Blühflachen kommt offenbar den Wildbienen zugute, denn ohne die Vermehrung geeigneter Lebensräume hätte der Klimawandel das genaue Gegenteil bewirkt.“

Die gefundene Art gehört zu den Furchenbienen und trägt den wissenschaftlichen Namen Lasioglossum pauperatum. Bislang glaubten die Expertinnen und Experten, dass diese Art nur noch sehr selten in Süddeutschland vorkommt. In der Roten Liste Deutschlands wird sie deshalb als „stark gefährdet“ eingestuft.

Da in Hessen in jüngster Zeit nur noch ein einziges Tier an einem aufgelassenen Trockenmauerweinberg bei Lorch im Rheingau gefunden wurde, wird die Art von der hessischen Roten Liste sogar als „vom Aussterben bedroht“ klassifiziert.

Es handelt sich um eine schwarze, eher unscheinbare Biene mit einer Körperlänge von nur 5 bis 6 Millimetern. Aber gerade solche kleinen Wildbienenarten sind für die Bestäubung in der Natur von besonderer Bedeutung: Sie füllen Lücken, die von den großen Honigbienen und Hummeln nicht besetzt werden können.

Die Bestäubung durch eine artenreiche Bienengemeinschaft ist entscheidend für viele Kultur- und Wildpflanzen in unserer Agrarlandschaft. Die aktuelle „Bestäuberkrise“ ist daher besorgniserregend, denn sie bedeutet, dass diese Leistung wegen des dramatischen Rückgangs an bestäubenden Insekten in Gefahr ist.

Weitere Informationen:

http://www.uni-giessen.de/cms/tsz
http://www.commanster.eu/commanster/Insects/Bees/SpBees/Lasioglossum.fratellum.h...
http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/deed.en (Creative Commons Lizenz)

Caroline Link | idw - Informationsdienst Wissenschaft

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Ökologie Umwelt- Naturschutz:

nachricht Die Zerschneidung der Tropenwälder steigert den Ausstoß von Treibhausgasen um weiteres Drittel
30.03.2017 | Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung - UFZ

nachricht Energieträger: Biogene Reststoffe effizienter nutzen
29.03.2017 | Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik UMSICHT

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Ökologie Umwelt- Naturschutz >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Kleinstmagnete für zukünftige Datenspeicher

Ein internationales Forscherteam unter der Leitung von Chemikern der ETH Zürich hat eine neue Methode entwickelt, um eine Oberfläche mit einzelnen magnetisierbaren Atomen zu bestücken. Interessant ist dies insbesondere für die Entwicklung neuartiger winziger Datenträger.

Die Idee ist faszinierend: Auf kleinstem Platz könnten riesige Datenmengen gespeichert werden, wenn man für eine Informationseinheit (in der binären...

Im Focus: Quantenkommunikation: Wie man das Rauschen überlistet

Wie kann man Quanteninformation zuverlässig übertragen, wenn man in der Verbindungsleitung mit störendem Rauschen zu kämpfen hat? Uni Innsbruck und TU Wien präsentieren neue Lösungen.

Wir kommunizieren heute mit Hilfe von Funksignalen, wir schicken elektrische Impulse durch lange Leitungen – doch das könnte sich bald ändern. Derzeit wird...

Im Focus: Entwicklung miniaturisierter Lichtmikroskope - „ChipScope“ will ins Innere lebender Zellen blicken

Das Institut für Halbleitertechnik und das Institut für Physikalische und Theoretische Chemie, beide Mitglieder des Laboratory for Emerging Nanometrology (LENA), der Technischen Universität Braunschweig, sind Partner des kürzlich gestarteten EU-Forschungsprojektes ChipScope. Ziel ist es, ein neues, extrem kleines Lichtmikroskop zu entwickeln. Damit soll das Innere lebender Zellen in Echtzeit beobachtet werden können. Sieben Institute in fünf europäischen Ländern beteiligen sich über die nächsten vier Jahre an diesem technologisch anspruchsvollen Projekt.

Die zukünftigen Einsatzmöglichkeiten des neu zu entwickelnden und nur wenige Millimeter großen Mikroskops sind äußerst vielfältig. Die Projektpartner haben...

Im Focus: A Challenging European Research Project to Develop New Tiny Microscopes

The Institute of Semiconductor Technology and the Institute of Physical and Theoretical Chemistry, both members of the Laboratory for Emerging Nanometrology (LENA), at Technische Universität Braunschweig are partners in a new European research project entitled ChipScope, which aims to develop a completely new and extremely small optical microscope capable of observing the interior of living cells in real time. A consortium of 7 partners from 5 countries will tackle this issue with very ambitious objectives during a four-year research program.

To demonstrate the usefulness of this new scientific tool, at the end of the project the developed chip-sized microscope will be used to observe in real-time...

Im Focus: Das anwachsende Ende der Ordnung

Physiker aus Konstanz weisen sogenannte Mermin-Wagner-Fluktuationen experimentell nach

Ein Kristall besteht aus perfekt angeordneten Teilchen, aus einer lückenlos symmetrischen Atomstruktur – dies besagt die klassische Definition aus der Physik....

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Industriearbeitskreis »Prozesskontrolle in der Lasermaterialbearbeitung ICPC« lädt nach Aachen ein

28.03.2017 | Veranstaltungen

Neue Methoden für zuverlässige Mikroelektronik: Internationale Experten treffen sich in Halle

28.03.2017 | Veranstaltungen

Wie Menschen wachsen

27.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Herzerkrankungen: Wenn weniger mehr ist

30.03.2017 | Medizin Gesundheit

Flipper auf atomarem Niveau

30.03.2017 | Physik Astronomie

Europaweite Studie zu „Smart Engineering“

30.03.2017 | Studien Analysen