Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Hubschrauber fliegen in der Halle: Trainingszentrum eröffnet

31.10.2008
Schalldichte Manöver möglich – Förderung mit rund 580.000 Euro durch die DBU

Mehrmals täglich sind Hubschrauber in Bayerns Bergen im Einsatz, um in unwegsamen Gebieten Leben zu retten.

Die Einsätze sind kompliziert und müssen geübt werden. Allerdings stören die Trainingsflüge nicht nur Mensch und Tier, sie belasten auch die Umwelt: pro Jahr werden 3.000 Tonnen schädliches Kohlendioxid in die Luft geblasen. In einem neuen Simulationszentrum der Bergwacht Bayern wird ein wesentlicher Teil des Flugtrainings ab jetzt zum Schutz der Umwelt in eine Halle verlegt. Dr. Fritz Brickwedde, Generalsekretär der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU), weihte heute gemeinsam mit Vertretern der Bergwacht das neue Übungszentrum, das mit 500.000 Euro durch die DBU unterstützt wurde, in Bad Tölz ein. Zusätzliche Steuerungssoftware und Spezialeinbauten werden mit weiteren rund 72.500 Euro von der DBU gefördert.

Nur halb so viel Trainingsflüge in freier Natur nötig

„Der Simulator bietet die optimalen Rahmenbedingungen für ein praktisches Training unter realitätsnahen Bedingungen, um vorbereitet zu sein für schwierige Aufgaben“, betonte Alois Glück, Vorsitzender der Bergwacht Bayern. An rund 100 Tagen müssten mit einem Hubschrauber Rettungsaktionen trainiert werden. Mit den An- und Abflugzeiten führe dies zu etwa 450 Flugstunden, in denen etwa 160.000 Kilogramm Kerosin verbrannt und die Umwelt durch starken Lärm von bis zu 70 Dezibel in 300 Metern Entfernung belastet würden. Um die Einsätze auch umfangreich trainieren zu können, seien je Pilot und Hubschraubertyp jährlich viele Flugstunden notwendig. Allein für Notfälle am Berg müssten jährlich etwa 3.500 Einsatzkräfte an zwei bis drei verschiedenen Hubschraubern trainiert werden. „Mit der neuen Simulationsanlage ist davon auszugehen, dass jährlich nur noch etwa 250 Flugstunden in der freien Natur nötig sind. Nur zirka 7,5 Prozent der erforderlichen Flugstunden belasten dann die Umwelt“, fasste Brickwedde zusammen.

Zusätzliche Förderung für Software und Innenausstattung der Halle

Am Rande der Hallen-Einweihung übergab Brickwedde ein Bewilligungsschreiben über weitere rund 72.500 Euro an die Bergwacht Bayern. Das Geld solle unter anderem für ein Kommunikationssystem für das Training, eine Hebebühne für die Personen-Evakuierung, Prallschutzmatten für den Hubschrauberlandeplatz sowie Computersoftware für die Kransteuerung und die Übungs-Hubschrauber eingesetzt werden.

Bewegungen, Wind, Geräusche, Höhen und Szenarien werden simuliert

In der 20 Meter hohen Trainingshalle würden an speziellen Krananlagen originalgetreue Trainingshubschrauber "fliegen". Bewegungen, Wind, Geräusche und unterschiedliche Höhen mit echten Einsatzszenarien erzeugten das notwendige Risikobewusstsein. Der Anflug an die Unfallstelle, das Abseilen mehrerer Personen vom Hubschrauber und die Aufnahme von Verletzten, das Einsteigen im Schwebeflug, die Rettung aus einer Felswand oder einer Seilbahn könnten geübt werden. „Anfänger werden hier kontrolliert und wiederholt an die unterschiedlichen Rettungsverfahren herangeführt – und zwar ohne Schall und Rauch“, sagte Brickwedde.

Auf Platz drei der derzeitigen Unfallstatistik in Bayern: Wandern

Bereits im ersten Halbjahr 2008 musste die bayerische Bergwacht zu rund 4.000 Notfalleinsätzen am Berg ausrücken. Die meisten davon, rund 2.300, waren Skiunfälle. Auch nicht ungefährlich und auf Platz drei der derzeitigen Unfallstatistik in Bayern: Wandern. In der ersten Hälfte dieses Jahres gab es 385 Notfalleinsätze bei Wanderern. Sechs davon endeten für die Bergsteiger tödlich.

Ansprechpartner für Fragen zum Projekt (AZ 25410): Gerhard Opperer, Bergwacht Bayern, Telefon: 08041/7943841

| DBU
Weitere Informationen:
http://www.dbu.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Ökologie Umwelt- Naturschutz:

nachricht Wie gefährlich ist Reifenabrieb?
19.02.2018 | Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik UMSICHT

nachricht Verbreitung von Fischeiern durch Wasservögel – nur ein Mythos?
19.02.2018 | Universität Basel

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Ökologie Umwelt- Naturschutz >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Vorstoß ins Innere der Atome

Mit Hilfe einer neuen Lasertechnologie haben es Physiker vom Labor für Attosekundenphysik der LMU und des MPQ geschafft, Attosekunden-Lichtblitze mit hoher Intensität und Photonenenergie zu produzieren. Damit konnten sie erstmals die Interaktion mehrere Photonen in einem Attosekundenpuls mit Elektronen aus einer inneren atomaren Schale beobachten konnten.

Wer die ultraschnelle Bewegung von Elektronen in inneren atomaren Schalen beobachten möchte, der benötigt ultrakurze und intensive Lichtblitze bei genügend...

Im Focus: Attoseconds break into atomic interior

A newly developed laser technology has enabled physicists in the Laboratory for Attosecond Physics (jointly run by LMU Munich and the Max Planck Institute of Quantum Optics) to generate attosecond bursts of high-energy photons of unprecedented intensity. This has made it possible to observe the interaction of multiple photons in a single such pulse with electrons in the inner orbital shell of an atom.

In order to observe the ultrafast electron motion in the inner shells of atoms with short light pulses, the pulses must not only be ultrashort, but very...

Im Focus: Good vibrations feel the force

Eine Gruppe von Forschern um Andrea Cavalleri am Max-Planck-Institut für Struktur und Dynamik der Materie (MPSD) in Hamburg hat eine Methode demonstriert, die es erlaubt die interatomaren Kräfte eines Festkörpers detailliert auszumessen. Ihr Artikel Probing the Interatomic Potential of Solids by Strong-Field Nonlinear Phononics, nun online in Nature veröffentlich, erläutert, wie Terahertz-Laserpulse die Atome eines Festkörpers zu extrem hohen Auslenkungen treiben können.

Die zeitaufgelöste Messung der sehr unkonventionellen atomaren Bewegungen, die einer Anregung mit extrem starken Lichtpulsen folgen, ermöglichte es der...

Im Focus: Good vibrations feel the force

A group of researchers led by Andrea Cavalleri at the Max Planck Institute for Structure and Dynamics of Matter (MPSD) in Hamburg has demonstrated a new method enabling precise measurements of the interatomic forces that hold crystalline solids together. The paper Probing the Interatomic Potential of Solids by Strong-Field Nonlinear Phononics, published online in Nature, explains how a terahertz-frequency laser pulse can drive very large deformations of the crystal.

By measuring the highly unusual atomic trajectories under extreme electromagnetic transients, the MPSD group could reconstruct how rigid the atomic bonds are...

Im Focus: Verlässliche Quantencomputer entwickeln

Internationalem Forschungsteam gelingt wichtiger Schritt auf dem Weg zur Lösung von Zertifizierungsproblemen

Quantencomputer sollen künftig algorithmische Probleme lösen, die selbst die größten klassischen Superrechner überfordern. Doch wie lässt sich prüfen, dass der...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Von festen Körpern und Philosophen

23.02.2018 | Veranstaltungen

Spannungsfeld Elektromobilität

23.02.2018 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - April 2018

21.02.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Wie Zellen unterschiedlich auf Stress reagieren

23.02.2018 | Biowissenschaften Chemie

„Molekularer Schraubstock“ ermöglicht neue chemische Reaktionen

23.02.2018 | Biowissenschaften Chemie

Internationale Forschungskooperation will Altersbedingte Makuladegeneration überwinden

23.02.2018 | Biowissenschaften Chemie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics