Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Hotspot-Projekt „Alpenflusslandschaften“ gestartet

29.04.2015

Mit einem Alpenfluss-Erlebnistag in der Stadthalle Weilheim hat der WWF Deutschland zusammen mit regionalen Partnern am Dienstag den Start eines im Alpenraum bisher einmaligen Projekts zum Schutz und Erhalt von Alpenflüssen gefeiert.

Im Rahmen des sogenannten Hotspot-Projekts „Alpenflusslandschaften – Vielfalt leben von Ammersee bis Zugspitze“ sollen bis zum Herbst 2020 Alpenflüsse renaturiert, Auwälder an Wasserläufe angebunden, Moore revitalisiert und bereits verloren geglaubte Tier- und Pflanzenarten wieder angesiedelt werden. An dem Projekt beteiligen sich 18 Organisationen aus den Bereichen Naturschutz, Verwaltung, Wirtschaft und Soziales. 16 von ihnen erhalten eine finanzielle Förderung vom Bund und vom Freistaat Bayern.

Bei der Eröffnung des Erlebnistages wies Prof. Beate Jessel, Präsidentin des Bundesamtes für Naturschutz (BfN), auf die große Bedeutung des Projektes für den Naturschutz hin. „Trotz vieler Eingriffe und Veränderungen übernehmen die alpinen Flüsse mit ihren Auen noch immer eine extrem wichtige Funktion im Biotopverbund und beheimaten wertvolle Lebensraumtypen sowie gefährdete oder sogar vom Aussterben bedrohte Tier- und Pflanzenarten. Sie sind von herausragender Bedeutung für den Naturschutz in Deutschland und damit auch für das Bundesprogramm Biologische Vielfalt“, sagte Prof. Beate Jessel.

Als „ökologische Juwele“ bezeichnete Christoph Heinrich, Mitglied der Geschäftsleitung beim WWF Deutschland, die deutschen Alpenflüsse. „Wir müssen sie in ihrer Einmaligkeit für unsere Kinder erhalten.“ Doch Naturschutzprojekte könnten, so Heinrich, nur dann erfolgreich sein, wenn die Menschen vor Ort mitgenommen und begeistert werden. Das Bürgerfest sei daher der Auftakt für eine breit angelegte Aufklärungskampagne. Mit Diskussionsrunden und Aktionstagen für Jung und Alt soll zukünftig das Bewusstsein für die besonderen Naturschätze der Region weiter gestärkt werden.

Das gemeinschaftliche Engagement für Flussseeschwalbe, Alpen-Knorpellattich und viele weitere Tier- und Pflanzenarten in den Wildflusslandschaften der Alpen freut auch die Bayerische Umweltministerin Ulrike Scharf: „Der Erhalt der Artenvielfalt ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Das Projekt ist ein Musterbeispiel, wie verschiedene Akteure gemeinsam Verantwortung für die Natur übernehmen.

Die Naturschutzverbände, Gebietskörperschaften und die vielen weiteren Ehrenamtlichen leisten einen wichtigen Beitrag für die Vielfalt und den Erhalt der bayerischen Alpenflüsse.“ Mit den unterschiedlichen Einzelmaßnahmen und der breit angelegten Bildungs- und Informationsarbeit füge sich das Hotspot-Projekt vorbildlich in die Handlungsfelder und Ziele der Bayerischen Biodiversitätsstrategie ein.

Während viele Flüsse laut WWF in der Vergangenheit aufgestaut, kanalisiert und ihrer natürlichen Dynamik beraubt wurden, haben Ammer, Lech, Wertach, Isar und Loisach in einigen Abschnitten noch ihren Wildflusscharakter bewahrt. Besonders erhaltenswerte Bereiche finden sich etwa an der Litzauer Lechschleife, im Bereich der Linder, in der Ammerschlucht, an der oberen Isar vor dem Sylvensteinspeicher und in der Pupplinger Au.

Aufgrund des großen Spektrums an unterschiedlichen Lebensräumen – von den artenreichen Tal- bis in die wenig erschlossenen Gebirgslagen – hat das Bundesamt für Naturschutz in der Region zwischen Ammersee und Zugspitze zwei „Biodiversitäts-Hotspots“ ausgewiesen. Mithilfe des Bundesprogramms Biologische Vielfalt sollen diese Naturjuwele erhalten und gefördert werden.

Erste Artenschutzmaßnahmen haben bereits im Frühjahr stattgefunden. So wurden an der Litzauer Schleife Tamariskenstecklinge ausgebracht und im Bereich der Pupplinger Au Floßattrappen als Bruthilfe für die Flussseeschwalbe installiert.

Das Projekt „Alpenflusslandschaften – Vielfalt leben von Ammersee bis Zugspitze“ wird mit rund 3,5 Mio. Euro im Rahmen des Bundesprogramms Biologische Vielfalt durch das Bundesamt für Naturschutz mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit gefördert. Weitere 700.000 Euro steuert der Bayerische Naturschutzfonds bei.

Der Förderzeitraum erstreckt sich von 15. Oktober 2014 bis 30. September 2020; die abschließende Evaluierung läuft bis 30. September 2022. Koordiniert wird das Verbundprojekt vom WWF Deutschland, der eine zentrale Anlaufstelle in Weilheim in Bahnhofsnähe unterhält. Das 3-köpfige Team steht Interessierten für Fragen jederzeit gerne zur Verfügung. Weitere regionale Anlaufstellen befinden sich in Wolfratshausen (Anlaufstelle Isar und Loisach des Landesbunds für Vogelschutz in Bayern) und in Schongau (Anlaufstelle Lech des Vereins Lebensraum Lechtal).

Weitere Informationen zum Projekt unter: http://www.alpenflusslandschaften.de/

Franz August Emde | Bundesamt für Naturschutz
Weitere Informationen:
http://www.bfn.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Ökologie Umwelt- Naturschutz:

nachricht Dünenökosysteme modellieren
23.06.2017 | Albert-Ludwigs-Universität Freiburg im Breisgau

nachricht Es wird zu bunt im Gillbach: Weitere nichtheimische Buntbarschpopulation in Deutschland nachgewiesen
22.06.2017 | Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Ökologie Umwelt- Naturschutz >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Can we see monkeys from space? Emerging technologies to map biodiversity

An international team of scientists has proposed a new multi-disciplinary approach in which an array of new technologies will allow us to map biodiversity and the risks that wildlife is facing at the scale of whole landscapes. The findings are published in Nature Ecology and Evolution. This international research is led by the Kunming Institute of Zoology from China, University of East Anglia, University of Leicester and the Leibniz Institute for Zoo and Wildlife Research.

Using a combination of satellite and ground data, the team proposes that it is now possible to map biodiversity with an accuracy that has not been previously...

Im Focus: Klima-Satellit: Mit robuster Lasertechnik Methan auf der Spur

Hitzewellen in der Arktis, längere Vegetationsperioden in Europa, schwere Überschwemmungen in Westafrika – mit Hilfe des deutsch-französischen Satelliten MERLIN wollen Wissenschaftler ab 2021 die Emissionen des Treibhausgases Methan auf der Erde erforschen. Möglich macht das ein neues robustes Lasersystem des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnologie ILT in Aachen, das eine bisher unerreichte Messgenauigkeit erzielt.

Methan entsteht unter anderem bei Fäulnisprozessen. Es ist 25-mal wirksamer als das klimaschädliche Kohlendioxid, kommt in der Erdatmosphäre aber lange nicht...

Im Focus: Climate satellite: Tracking methane with robust laser technology

Heatwaves in the Arctic, longer periods of vegetation in Europe, severe floods in West Africa – starting in 2021, scientists want to explore the emissions of the greenhouse gas methane with the German-French satellite MERLIN. This is made possible by a new robust laser system of the Fraunhofer Institute for Laser Technology ILT in Aachen, which achieves unprecedented measurement accuracy.

Methane is primarily the result of the decomposition of organic matter. The gas has a 25 times greater warming potential than carbon dioxide, but is not as...

Im Focus: How protons move through a fuel cell

Hydrogen is regarded as the energy source of the future: It is produced with solar power and can be used to generate heat and electricity in fuel cells. Empa researchers have now succeeded in decoding the movement of hydrogen ions in crystals – a key step towards more efficient energy conversion in the hydrogen industry of tomorrow.

As charge carriers, electrons and ions play the leading role in electrochemical energy storage devices and converters such as batteries and fuel cells. Proton...

Im Focus: Die Schweiz in Pole-Position in der neuen ESA-Mission

Die Europäische Weltraumagentur ESA gab heute grünes Licht für die industrielle Produktion von PLATO, der grössten europäischen wissenschaftlichen Mission zu Exoplaneten. Partner dieser Mission sind die Universitäten Bern und Genf.

Die Europäische Weltraumagentur ESA lanciert heute PLATO (PLAnetary Transits and Oscillation of stars), die grösste europäische wissenschaftliche Mission zur...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Von Batterieforschung bis Optoelektronik

23.06.2017 | Veranstaltungen

10. HDT-Tagung: Elektrische Antriebstechnologie für Hybrid- und Elektrofahrzeuge

22.06.2017 | Veranstaltungen

„Fit für die Industrie 4.0“ – Tagung von Hochschule Darmstadt und Schader-Stiftung am 27. Juni

22.06.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Radioaktive Elemente in Cassiopeia A liefern Hinweise auf Neutrinos als Ursache der Supernova-Explosion

23.06.2017 | Physik Astronomie

Dünenökosysteme modellieren

23.06.2017 | Ökologie Umwelt- Naturschutz

Makro-Mikrowelle macht Leichtbau für Luft- und Raumfahrt effizienter

23.06.2017 | Materialwissenschaften