Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Hongkong: Luftverschmutzung auf Rekordniveau

23.03.2010
Warnung an Bevölkerung: Aufenthalt im Freien nur in dringenden Fällen

Luftverschmutzung hat in Hongkong neue Rekordwerte erreicht. Die lokale Regierung hat daraufhin eine Warnung ausgesprochen, nur in dringenden Fällen die Häuser zu verlassen. Das Umweltamt hat offiziell bekannt gegeben, dass die Luftverschmutzung jene Werte bei denen man das Zuhausebleiben rät, bereits um das Doppelte überschritten waren.

Einige Schulen haben Kindern verboten, wegen Gesundheitsgefahr im Freien zu spielen. Die Rekordwerte folgen schweren Sandstürmen, die tausende Kilometer weiter nördlich Beijing in eine dichte Wolke gehüllt haben. Nach Angaben von Umweltorganisationen haben die Sandstürme das Smogproblem in Hongkong noch weiter verschärft.

Extreme Mengen an Schadstoffen

Eine Sprecherin des Umweltamts für Hongkong erklärte, dass der Luftverschmutzungs-Index API - mit diesem werden die Konzentrationen von Feinstaub, Schwefeldioxid und Stickstoffdioxid gemessen - auf Rekordniveau lagen. Demnach sollen Menschen, die an Herz- oder Atemproblemen leiden, ab einem API-Wert von 100 zu Haus bleiben. Ab einem Wert von 200 gilt dies auch für die restliche Bevölkerung. Gestern, Montag, lag der API-Wert an einer Messstelle bei 453, bei fünf anderen Messstationen jeweils über 400, berichtet die Regierung.

Nach einem Bericht des Clear Air Network http://www.hongkongcan.org zufolge, sind die Sandstürme im Norden Chinas zwar Mitauslöser der schlechten Luftqualität, aber der Großteil der Verschmutzung wird vom Verkehr in Hongkong selbst verursacht. Es gebe dringenden Handlungsbedarf, die Luftverschmutzung in der Stadt am Perl-Fluss-Delta zu stoppen, so Mike Kilburn, Environmental Programme Manager.

Luftverschmutzung ist hausgemacht

Nach dem Hedley Environmental Index zufolge, hat die Staubwolke zu Feinstaub-Werten von mehr als 700 Mikrogramm pro Kubikmeter geführt. Das sind Werte, die 14 Mal über der von der WHO vorgeschlagenen Luftqualitätsgüte liegen. "Es ist bekannt, dass in China derart hohe Luftschadstoffwerte vorhanden sind", meint Nino Künzli, Ordinarius für Sozial- und Präventivmedizin an der Universität Basel http://www.ispm-unibasel.ch , im pressetext-Interview. "Diese Werte sind dramatisch", betont Künzli.

Mit der Industrialisierung in China scheine man vor der gleichen Problematik zu stehen wie Europa vor 50 oder 60 Jahren, so der Experte. Es sei traurig, dass sich dieses Szenario, das in Europa zehntausende Todesopfer und Schwerkranke forderte, sich nun abermals wiederholen müsse. "Das sind dramatische Folgen einer nicht nachhaltigen Luftreinhaltung", erklärt Künzli. Es sei offensichtlich, dass in nicht-demokratischen Staaten der Weg der Politik noch länger dauert.

Schwefeldioxid und Blei in der Luft

Zehntausende Fabriken nördlich der Grenze Hongkongs fördern die Luftverschmutzung in der extrem dicht besiedelten Stadt. Das Schwefeldioxid stamme zum Großteil aus der Industrie und aus der Verbrennung von Kohle, so Künzli. In der Zwischenzeit hat die Hongkonger Stadtverwaltung dazu aufgerufen, nur noch kurz im Freien zu bleiben und körperliche Aktivitäten einzuschränken.

Wolfgang Weitlaner | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.hongkongcan.org

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Ökologie Umwelt- Naturschutz:

nachricht Dünenökosysteme modellieren
23.06.2017 | Albert-Ludwigs-Universität Freiburg im Breisgau

nachricht Es wird zu bunt im Gillbach: Weitere nichtheimische Buntbarschpopulation in Deutschland nachgewiesen
22.06.2017 | Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Ökologie Umwelt- Naturschutz >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Schnelles und umweltschonendes Laserstrukturieren von Werkzeugen zur Folienherstellung

Kosteneffizienz und hohe Produktivität ohne dabei die Umwelt zu belasten: Im EU-Projekt »PoLaRoll« entwickelt das Fraunhofer-Institut für Produktionstechnologie IPT aus Aachen gemeinsam mit dem Oberhausener Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheit- und Energietechnik UMSICHT und sechs Industriepartnern ein Modul zur direkten Laser-Mikrostrukturierung in einem Rolle-zu-Rolle-Verfahren. Ziel ist es, mit Hilfe dieses Systems eine siebartige Metallfolie als Demonstrator zu fertigen, die zum Sonnenschutz von Glasfassaden verwendet wird: Durch ihre besondere Geometrie wird die Sonneneinstrahlung reduziert, woraus sich ein verminderter Energieaufwand für Kühlung und Belüftung ergibt.

Das Fraunhofer IPT ist im Projekt »PoLaRoll« für die Prozessentwicklung der Laserstrukturierung sowie für die Mess- und Systemtechnik zuständig. Von den...

Im Focus: Das Auto lernt vorauszudenken

Ein neues Christian Doppler Labor an der TU Wien beschäftigt sich mit der Regelung und Überwachung von Antriebssystemen – mit Unterstützung des Wissenschaftsministeriums und von AVL List.

Wer ein Auto fährt, trifft ständig Entscheidungen: Man gibt Gas, bremst und dreht am Lenkrad. Doch zusätzlich muss auch das Fahrzeug selbst ununterbrochen...

Im Focus: Vorbild Delfinhaut: Elastisches Material vermindert Reibungswiderstand bei Schiffen

Für eine elegante und ökonomische Fortbewegung im Wasser geben Delfine den Wissenschaftlern ein exzellentes Vorbild. Die flinken Säuger erzielen erstaunliche Schwimmleistungen, deren Ursachen einerseits in der Körperform und andererseits in den elastischen Eigenschaften ihrer Haut zu finden sind. Letzteres Phänomen ist bereits seit Mitte des vorigen Jahrhunderts bekannt, konnte aber bislang nicht erfolgreich auf technische Anwendungen übertragen werden. Experten des Fraunhofer IFAM und der HSVA GmbH haben nun gemeinsam mit zwei weiteren Forschungspartnern eine Oberflächenbeschichtung entwickelt, die ähnlich wie die Delfinhaut den Strömungswiderstand im Wasser messbar verringert.

Delfine haben eine glatte Haut mit einer darunter liegenden dicken, nachgiebigen Speckschicht. Diese speziellen Hauteigenschaften führen zu einer signifikanten...

Im Focus: Kaltes Wasser: Und es bewegt sich doch!

Bei minus 150 Grad Celsius flüssiges Wasser beobachten, das beherrschen Chemiker der Universität Innsbruck. Nun haben sie gemeinsam mit Forschern in Schweden und Deutschland experimentell nachgewiesen, dass zwei unterschiedliche Formen von Wasser existieren, die sich in Struktur und Dichte stark unterscheiden.

Die Wissenschaft sucht seit langem nach dem Grund, warum ausgerechnet Wasser das Molekül des Lebens ist. Mit ausgefeilten Techniken gelingt es Forschern am...

Im Focus: Hyperspektrale Bildgebung zur 100%-Inspektion von Oberflächen und Schichten

„Mehr sehen, als das Auge erlaubt“, das ist ein Anspruch, dem die Hyperspektrale Bildgebung (HSI) gerecht wird. Die neue Kameratechnologie ermöglicht, Licht nicht nur ortsaufgelöst, sondern simultan auch spektral aufgelöst aufzuzeichnen. Das bedeutet, dass zur Informationsgewinnung nicht nur herkömmlich drei spektrale Bänder (RGB), sondern bis zu eintausend genutzt werden.

Das Fraunhofer IWS Dresden entwickelt eine integrierte HSI-Lösung, die das Potenzial der HSI-Technologie in zuverlässige Hard- und Software überführt und für...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Marine Pilze – hervorragende Quellen für neue marine Wirkstoffe?

28.06.2017 | Veranstaltungen

Willkommen an Bord!

28.06.2017 | Veranstaltungen

Internationale Fachkonferenz IEEE ICDCM - Lokale Gleichstromnetze bereichern die Energieversorgung

27.06.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

EUROSTARS-Projekt gestartet - mHealth-Lösung: time4you Forschungs- und Entwicklungspartner bei IMPACHS

28.06.2017 | Unternehmensmeldung

Proteine entdecken, zählen, katalogisieren

28.06.2017 | Biowissenschaften Chemie

Neue Scheinwerfer-Dimension: Volladaptive Lichtverteilung in Echtzeit

28.06.2017 | Automotive