Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Holzfeuer sorgen für dicken Smog in Südasien

23.01.2009
Solarkocher als geeignete Alternative

Holzfeuer sind dafür verantwortlich, dass über weiten Teilen Asiens eine dicke, braune Smogglocke hängt. Zu diesem Schluss kommt ein Forscherteam um Örjan Gustafsson von der Universität Stockholm.

Im Fachmagazin Science berichten die Wissenschaftler, dass sie mithilfe der Radiokohlenstoffdatierung eindeutig nachgewiesen haben, woher die Partikel stammen. Damit konnte etwa ausgeschlossen werden, dass die Verbrennung von fossilen Brennstoffen die Hauptschuld an der Situation hat.

Die Radiokohlenstoffdatierung ist eine Methode zur Datierung von kohlenstoffhaltigen, vor allem organischen Materialien und beruht auf dem radioaktiven Zerfall des Kohlenstoff-Isotops 14C. Dieses hat eine Halbwertszeit von rund 5.700 Jahren. In fossilen Brennstoffen finden sich sehr wenige dieser Isotopen, da diese schon während der Entstehung abgebaut wurden. In Biomasse - vor allem in Pflanzen und Tieren - sind diese Werte relativ hoch. Gemessen haben die Forscher die Rußwerte an einem Berg in Sinhagad (nahe der Stadt Pune) und auf den Malediven im Indischen Ozean.

Zwei Drittel der Rußteile enthielten hohe Mengen vom Kohlenstoff-Isotop 14C. Das legt die Vermutung nahe, dass diese aus der Verbrennung von Biomasse stammen. Das restliche Drittel enthielt keine Spuren des Kohlenstoff-Isotops 14C. Aller Wahrscheinlichkeit nach stammen diese Partikel aus der Verbrennung fossiler Treibstoffe. Wie auch in vielen anderen Ländern Afrikas und Asiens wird vor allem am Land immer noch mit Holz und Dung als Brennstoff zum Heizen und Kochen verwendet.

Gustafsson glaubt, dass die Einführung von Solarkochern zu einer Abnahme des Smog führen würde. "Seit einigen Jahren stellen wir solche Solarkocher her", so Stefan Zech, Geschäftsführer des Unternehmens Sun and Ice gegenüber pressetext. "Die Modelle mit einem Spiegeldurchmesser von 1,40 Meter sind hervorragend zum Grillen, Backen, Braten und Frittieren geeignet", so der Unternehmer. Der Solarkocher, der aus einem Parabolspiegel besteht, habe sich inzwischen über 30.000-fach bewährt. "In zahlreichen Ländern wurden bereits Werkstätten für die Reparatur und Installation von Solarkochern eingerichtet." Längerfristig arbeite man daran, die Kocher vor Ort herzustellen. "Wir wollen die Verbreitung der solaren Kochidee fördern."

Der Solarkocher arbeitet nach dem Prinzip der Bündelung der Sonnenstrahlen: Damit wird das Kochgut auf hohe Temperaturen erhitzt. "Ein weiterer Vorteil der Solarkocher ist auch die Idee, dass man sie auch für gewerbliche Zwecke wie Garküchen nutzen kann." Der Parabolspiegel besteht aus witterungsbeständigem Hochglanz-Aluminium, das Gestell aus verzinktem Stahl. Bei wolkenlosem Himmel leistet der Kocher 700 Watt. Damit können innerhalb von 25 Minuten drei Liter Wasser gekocht werden. Der Solarkocher ist robust und einfach zu handhaben und sämtliche Bestandteile können bei Beschädigung ausgetauscht werden.

Neben der Umweltverschmutzung durch Holzfeuer haben Untersuchungen ergeben, dass die Emissionen von offenem Feuer für Babys und Kinder besonders in Räumlichkeiten extrem hoch ist. "Wenn zwei Mal am Tag gekocht wird, entstehen Schadstoffe, die der Menge von 150 filterlosen Zigaretten entsprechen", so Zech. Die Low-Tech-Solarkocher sind eine wirklich optimale Möglichkeit darauf zu reagieren.", meint der Experte abschließend gegenüber pressetext.

Wolfgang Weitlaner | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.su.se
http://www.sun-and-ice.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Ökologie Umwelt- Naturschutz:

nachricht Totes Holz für mehr Leben im See
18.05.2018 | Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB)

nachricht Vor einem Jahr sagten Wittener Studierende dem Verpackungsmüll den Kampf an
18.05.2018 | Universität Witten/Herdecke

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Ökologie Umwelt- Naturschutz >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Bose-Einstein-Kondensat im Riesenatom - Universität Stuttgart untersucht exotisches Quantenobjekt

Passt eine ultrakalte Wolke aus zehntausenden Rubidium-Atomen in ein einzelnes Riesenatom? Forscherinnen und Forschern am 5. Physikalischen Institut der Universität Stuttgart ist dies erstmals gelungen. Sie zeigten einen ganz neuen Ansatz, die Wechselwirkung von geladenen Kernen mit neutralen Atomen bei weitaus niedrigeren Temperaturen zu untersuchen, als es bisher möglich war. Dies könnte einen wichtigen Schritt darstellen, um in Zukunft quantenmechanische Effekte in der Atom-Ion Wechselwirkung zu studieren. Das renommierte Fachjournal Physical Review Letters und das populärwissenschaftliche Begleitjournal Physics berichteten darüber.*)

In dem Experiment regten die Forscherinnen und Forscher ein Elektron eines einzelnen Atoms in einem Bose-Einstein-Kondensat mit Laserstrahlen in einen riesigen...

Im Focus: Algorithmen für die Leberchirurgie – weltweit sicherer operieren

Die Leber durchlaufen vier komplex verwobene Gefäßsysteme. Die chirurgische Entfernung von Tumoren ist daher oft eine schwierige Aufgabe. Das Fraunhofer-Institut für Bildgestützte Medizin MEVIS hat Algorithmen entwickelt, die die Bilddaten von Patienten analysieren und chirurgische Risiken berechnen. Leberkrebsoperationen werden damit besser planbar und sicherer.

Jährlich erkranken weltweit 750.000 Menschen neu an Leberkrebs, viele weitere entwickeln Lebermetastasen aufgrund anderer Krebserkrankungen. Ein chirurgischer...

Im Focus: Positronen leuchten besser

Leuchtstoffe werden schon lange benutzt, im Alltag zum Beispiel im Bildschirm von Fernsehgeräten oder in PC-Monitoren, in der Wissenschaft zum Untersuchen von Plasmen, Teilchen- oder Antiteilchenstrahlen. Gleich ob Teilchen oder Antiteilchen – treffen sie auf einen Leuchtstoff auf, regen sie ihn zum Lumineszieren an. Unbekannt war jedoch bisher, dass die Lichtausbeute mit Elektronen wesentlich niedriger ist als mit Positronen, ihren Antiteilchen. Dies hat Dr. Eve Stenson im Max-Planck-Institut für Plasmaphysik (IPP) in Garching und Greifswald jetzt beim Vorbereiten von Experimenten mit Materie-Antimaterie-Plasmen entdeckt.

„Wäre Antimaterie nicht so schwierig herzustellen, könnte man auf eine Ära hochleuchtender Niederspannungs-Displays hoffen, in der die Leuchtschirme nicht von...

Im Focus: Erklärung für rätselhafte Quantenoszillationen gefunden

Sogenannte Quanten-Vielteilchen-„Scars“ lassen Quantensysteme länger außerhalb des Gleichgewichtszustandes verweilen. Studie wurde in Nature Physics veröffentlicht

Forschern der Harvard Universität und des MIT war es vor kurzem gelungen, eine Rekordzahl von 53 Atomen einzufangen und ihren Quantenzustand einzeln zu...

Im Focus: Explanation for puzzling quantum oscillations has been found

So-called quantum many-body scars allow quantum systems to stay out of equilibrium much longer, explaining experiment | Study published in Nature Physics

Recently, researchers from Harvard and MIT succeeded in trapping a record 53 atoms and individually controlling their quantum state, realizing what is called a...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

„Data Science“ – Theorie und Anwendung: Internationale Tagung unter Leitung der Uni Paderborn

18.05.2018 | Veranstaltungen

Visual-Computing an Bord der MS Wissenschaft

17.05.2018 | Veranstaltungen

Tagung »Anlagenbau und -betrieb der Zukunft«

17.05.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Bose-Einstein-Kondensat im Riesenatom - Universität Stuttgart untersucht exotisches Quantenobjekt

18.05.2018 | Physik Astronomie

Countdown für Kilogramm, Kelvin und Co.

18.05.2018 | Physik Astronomie

Wie Immunzellen Bakterien mit Säure töten

18.05.2018 | Biowissenschaften Chemie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics