Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Hochsozial und trotzdem hochbedroht - Rettungsplan für die letzten 2.500 Afrikanischen Wildhunde dieses Planeten

22.03.2013

Mit seinem vanille-braun-schwarz gefleckten Fell wirkt der Afrikanische Wildhund auf den ersten Blick wie ein bunt-getupfter Schäferhund.

Sein drahtiger Körperbau erinnert an eine Hyäne, und sein spitz zulaufendes Gesicht an einen Wolf mit runden fledermausartigen Ohren. Diese charmante Mischung aus Hund, Wolf und Hyäne macht klar: Der Afrikanische Wildhund, dessen wissenschaftlicher Name „Lycaon pictus“ übersetzt „bunter Wolf“ bedeutet, ist eine ganz außergewöhnliche Art, über die noch nicht allzu viel bekannt ist.

Die Wildhund-Forscher des SAVE Wildlife Conservation Fund konnten in Botswana bereits einige bemerkenswerte Dinge beobachten: Afrikanische Wildhunde gehören zu den sozialsten Tieren auf diesem Planeten. Innerhalb des Rudels, das aus etwa 10-30 Tieren besteht, gilt das Gesetz „Einer für alle, alle für einen“.

Dies ist in der Tierwelt außergewöhnlich: Kranke, schwache und alte Tiere werden nicht ausgestoßen und sich selbst überlassen, sondern alle Rudelmitglieder kümmern sich gemeinsam um Familienmitglieder, denen es nicht gut geht und teilen mit ihnen ihre Beute. Ebenso wird jeder Neuankömmling freudig von allen begrüßt, und das komplette Rudel kümmert sich gemeinsam um die Aufzucht der Welpen.

Auch gejagt wird gemeinsam und die Beute danach gerecht geteilt, so dass alle Rudelmitglieder satt werden. Die unzähligen unterschiedlichen Laute, mit denen die Tiere dabei kommunizieren, versuchen die SAVE-Forscher gerade erst zu entschlüsseln.

Wildhund-Experten machen sich jedoch große Sorgen um die Zukunft des „bunten gefleckten Wolfes“. Einst gab es 250.000 Tiere im südlichen Afrika, heute sind es gerade mal nach Schätzungen 2.500. Sein Lebensraum ist bedroht, weil die Bevölkerung in diesen Ländern stetig wächst oder die Wildhund- Areale dem Minenbau zum Opfer fallen.

Seine bis zu 1.000 Quadratmeter großen Jagdreviere sind von Schnellstraßen durchkreuzt, so dass zahlreiche Tiere überfahren werden. Farmer erschießen oder vergiften die gefleckten Jäger, sobald sie Kühe oder Ziegen wildern. Auch tödliche Krankheiten wie Staupe, die durch den Haushund übertragen wird, bedrohen ihre Existenz. Infektionen verbreiten sich durch ihre soziale Art mit intensivem Körperkontakt innerhalb des Rudels viel schneller als bei anderen Tierarten.

Aber es gibt auch Hoffnung für den Afrikanischen Wildhund: Einige wenige Experten kämpfen für sein Überleben, unter anderem ein Forscherteam des SAVE Wildlife Conservation Fund. Die Wildhundforscher in Botswana haben vor kurzem einen Rettungsplan erarbeitet, der eine Sofort-Rettung ermöglicht: Unter einer Art SOS-Notruf-Nummer erfahren Farmer am Rand des Schutzgebietes Central Kalahari Game Reserve in Botswana umgehende Hilfe, sobald ein Wildhundrudel das Farmgelände betritt: sei es durch Vertreiben oder Umsiedeln der Wildhunde. SAVE hofft, dass möglichst viele Farmer von der Notruf-Nummer Gebrauch machen werden. Denn erst dann besteht eine große Chance, das Überleben der Tiere in den konfliktreichsten Gebieten Botswanas langfristig zu sichern.

Es gibt noch einen weiteren Hoffnungsschimmer: Der Afrikanische Wildhund ist eins der Tierarten, die maßgeblich vom neuen Mega-Wildschutzgebiet KaZa profitieren sollen. Es erstreckt sich über fünf Länder und mit KaZa wird das zweitgrößte zusammenhängende Schutzgebiet der Erde entstehen. Zäune werden niedergerissen, alte Wanderkorridore wieder geöffnet: für Elefanten, Zebras, Gnus und viele andere Wildtiere, aber eben auch für den Afrikanischen Wildhund.

Vorstand SAVE Wildlife Conservation Fund
Lars Gorschlüter
Dieselstrasse 70
42489 Wülfrath
Tel: 02058 78 82-20
l.gorschlueter@save-wildlife.com

Presseteam | SAVE Wildlife Conservation Fund
Weitere Informationen:
http://www.save-wildlife.com

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Ökologie Umwelt- Naturschutz:

nachricht Plastik stimuliert Bakterien im Meer
17.04.2018 | Universität Wien

nachricht Wälder beeinflussen den globalen Quecksilber-Kreislauf maßgeblich
13.04.2018 | Helmholtz-Zentrum Geesthacht - Zentrum für Material- und Küstenforschung

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Ökologie Umwelt- Naturschutz >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Verbesserte Stabilität von Kunststoff-Leuchtdioden

Polymer-Leuchtdioden (PLEDs) sind attraktiv für den Einsatz in großflächigen Displays und Lichtpanelen, aber ihre begrenzte Stabilität verhindert die Kommerzialisierung. Wissenschaftler aus dem Max-Planck-Institut für Polymerforschung (MPIP) in Mainz haben jetzt die Ursachen der Instabilität aufgedeckt.

Bildschirme und Smartphones, die gerollt und hochgeklappt werden können, sind Anwendungen, die in Zukunft durch die Entwicklung von polymerbasierten...

Im Focus: Writing and deleting magnets with lasers

Study published in the journal ACS Applied Materials & Interfaces is the outcome of an international effort that included teams from Dresden and Berlin in Germany, and the US.

Scientists at the Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf (HZDR) together with colleagues from the Helmholtz-Zentrum Berlin (HZB) and the University of Virginia...

Im Focus: Gammastrahlungsblitze aus Plasmafäden

Neuartige hocheffiziente und brillante Quelle für Gammastrahlung: Anhand von Modellrechnungen haben Physiker des Heidelberger MPI für Kernphysik eine neue Methode für eine effiziente und brillante Gammastrahlungsquelle vorgeschlagen. Ein gigantischer Gammastrahlungsblitz wird hier durch die Wechselwirkung eines dichten ultra-relativistischen Elektronenstrahls mit einem dünnen leitenden Festkörper erzeugt. Die reichliche Produktion energetischer Gammastrahlen beruht auf der Aufspaltung des Elektronenstrahls in einzelne Filamente, während dieser den Festkörper durchquert. Die erreichbare Energie und Intensität der Gammastrahlung eröffnet neue und fundamentale Experimente in der Kernphysik.

Die typische Wellenlänge des Lichtes, die mit einem Objekt des Mikrokosmos wechselwirkt, ist umso kürzer, je kleiner dieses Objekt ist. Für Atome reicht dies...

Im Focus: Gamma-ray flashes from plasma filaments

Novel highly efficient and brilliant gamma-ray source: Based on model calculations, physicists of the Max PIanck Institute for Nuclear Physics in Heidelberg propose a novel method for an efficient high-brilliance gamma-ray source. A giant collimated gamma-ray pulse is generated from the interaction of a dense ultra-relativistic electron beam with a thin solid conductor. Energetic gamma-rays are copiously produced as the electron beam splits into filaments while propagating across the conductor. The resulting gamma-ray energy and flux enable novel experiments in nuclear and fundamental physics.

The typical wavelength of light interacting with an object of the microcosm scales with the size of this object. For atoms, this ranges from visible light to...

Im Focus: Wie schwingt ein Molekül, wenn es berührt wird?

Physiker aus Regensburg, Kanazawa und Kalmar untersuchen Einfluss eines äußeren Kraftfeldes

Physiker der Universität Regensburg (Deutschland), der Kanazawa University (Japan) und der Linnaeus University in Kalmar (Schweden) haben den Einfluss eines...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Internationale Konferenz zur Digitalisierung

19.04.2018 | Veranstaltungen

124. Internistenkongress in Mannheim: Internisten rücken Altersmedizin in den Fokus

19.04.2018 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - Juni 2018

17.04.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Nachhaltige und innovative Lösungen

19.04.2018 | HANNOVER MESSE

Internationale Konferenz zur Digitalisierung

19.04.2018 | Veranstaltungsnachrichten

Auf dem Weg zur optischen Kernuhr

19.04.2018 | Physik Astronomie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics