Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Hightech-Grün ersetzt Klimaanlage

31.07.2013
KÜHL & GRÜN: SMARTE BEWÄSSERUNG ERFRISCHT WIENER STADTLUFT & BEGRÜNT FASSADEN

INiTS-unterstütztes Hightech-Start-up lässt Wände blühen statt glühen

Kühleffekte, die energiefressende Klimaanlagen in den Schatten stellen, sind dank einem intelligenten Bewässerungssystem für Fassadenbegrünungen möglich. Kernstück des Systems sind modernste Mess- und Steuerungseinheiten mit der Möglichkeit zum drahtlosen und internetfähigen Datenaustausch. Die Entwicklung der komplexen Technologie gelang dabei dem Wiener Start-up-Unternehmen Adaptivia. Dessen Gründer konnten dank der Unterstützung des INiTS bereits während der technischen Entwicklungsphase eine betriebswirtschaftlich solide Basis schaffen - und auch ohne Bankkredite eine überzeugende Ökobilanz erreichen.

Grünes kennt die MA48 nicht nur aus der Biotonne. Das Bürogebäude der Wiener Magistratsabteilung für Abfallwirtschaft, Straßenreinigung und Fuhrpark am verkehrsintensiven Margaretengürtel demonstriert das deutlich: 850 qm Fassadenfläche sind mit über 17.000 Pflanzen begrünt. Dass diese selbst bei extremen Temperaturen optimal mit Wasser versorgt werden, dafür sorgt die Smart Appliance des Wiener Start-ups Adaptivia GmbH.

Damit besteht dessen intelligente Technologie ihren Härtetest - eine Leistung, die das Adaptivia-Team auch der INiTS Universitäres Gründerservice GmbH verdankt. Deren Unterstützung ermöglichte die gleichzeitige Entwicklung und Finanzierung der Technologie sowie die Erstellung eines betriebswirtschaftlichen Konzepts zur Vermarktung. Dazu Dr. Georg Simhandl, Geschäftsführer der Adaptivia GmbH: "Unsere time-to-market wurde durch INiTS drastisch verkürzt. Dessen betriebswirtschaftliche Beratung ist für Technologie-intensive Unternehmen maßgeschneidert - und schaffte uns Zeitressourcen für die Perfektionierung unserer Technologie."

Diese besteht im Herzen aus dedizierter Hard- und Software sowie Mess- und Steuerungseinheiten, deren Datenaustausch drahtlos über das Internet erfolgt. Daten von Sensoren können so fernab vom Standort in Hochleistungsrechnern verarbeitet werden - und Steuerungsimpulse unkompliziert an den "Einsatzort" zurück gesendet werden. Dazu Dr. Irene Fialka, Geschäftsführerin der INiTS Universitäres Gründerservice GmbH: "Adaptivias Lösung nutzt die Robustheit und Verbreitung des Internets, um komplexe Messdaten ortsunabhängig von leistungsfähigen Rechenzentralen effizient in Echtzeit bearbeiten zu lassen. Damit werden hoch präzise Steuerungen für Anwendungen möglich, wo bisher teure lokalgebundene Systeme notwendig waren. Ein riesiger Markt. Wir unterstützten Adaptivia daher in seiner Gründungsphase, um einen raschen und professionellen Markteintritt zu ermöglichen."

Einer dieser Märkte ist der für Bewässerungssysteme städtischer Grünflächen. Das Potenzial der Technologie für diesen Zweck demonstriert Adaptivia eben am Bürogebäude der MA48 mit einem als WiseWater bezeichneten System. Dieses steuert dort zwölf Gießkreise mit einer Länge von 3,5 Kilometern und verarbeitete in den ersten 18 Monaten der Begrünung allein 5 Millionen Datensätze aus dem Pflanzsubstrat. Das Substrat wird in 2850 Laufmeter Pflanztrögen gehalten, die an der Fassade befestigt wurden. Dazu Dr. Simhandl: "Aus Gründen der Statik und Optik sind diese Tröge sehr flach. Sie nehmen wenig Wasser auf, trocknen schnell aus bzw. laufen rasch über. Das macht ein ständiges Messen der Bodenfeuchte sowie die Berücksichtigung von Wetterdaten erforderlich, um die aktuell benötigte Wassermenge zu berechnen." Wie gut das klappt, beweisen die 17.000 Pflanzen und deren Effekt auf das Mikroklima - allein die Verdunstung des so präzise zugeführten Wassers erzielt im Sommer die Kühlleistung von 45 Klimakühlgeräten mit einer Leistung von jeweils 3.000 Watt und 8 h Betriebsdauer. Ein Temperaturunterschied von bis zu 15 Grad Celsius kann so an der Hausfassade entstehen.

Doch nicht nur die objektive Ökobilanz stimmt für das naturnahe System, auch das subjektive Wohlbefinden der Hausnutzer profitiert. Dazu eine IT-Expertin der MA48: "Mir gefällt die Vielfalt. So viele unterschiedliche Pflanzen und Tiere, Nelken, Kräuter, aber auch Schmetterlinge, Bienen und Vögel. So wie auf der Almwiese."

Für Adaptivia ist der Erfolg des WiseWater-Systems eine praktische Bestätigung ihrer Technologie für intelligente Sensoren-Netzwerke, die seit 2009 im Bereich Immissionsmonitoring angeboten wird. Dazu zählen Lärm- und Erschütterungsmessung, Rissbreitenöffnungsmonitoring für die Überwachung von wertvollen Gebäuden. Zukünftig soll die Technologie auch die Verfügbarkeit und Effizienz von Datenzentren steigern.

Über INiTS (Stand Juli 2013):
INiTS hat sich seit dem Jahr 2002 als Business-Inkubator das Ziel gesetzt, die Erfolgswahrscheinlichkeit von innovativen, wachstumsstarken Start-ups im Raum Wien zu erhöhen. In einem intensiven Betreuungs-Programm stellt INiTS den JungunternehmerInnen/Start-ups Beratung, Finanzierung, Hands-on Unterstützung, Kontakt und Zugang zu Know-how sowie Büroräumlichkeiten zur Verfügung, um deren Fortschritt zu beschleunigen. Das Programm richtet sich an ambitionierte AbsolventInnen, MitarbeiterInnen und Studierende der Wiener Universitäten und Fachhochschulen, die ihre innovativen Ideen in die Tat umsetzen wollen. INiTS ist das Wiener Zentrum des AplusB-Programms des BMVIT und ein Unternehmen der ZIT, der Technologieagentur der Stadt Wien, der Universität Wien und der Technischen Universität Wien und wird auch durch Mittel der EU gefördert.
Über Adaptivia GmbH (Stand Juli 2013):
Adaptivia entwickelt seit 2008 vernetzte smarte Endgeräte. Die kostengünstigen Mess- und Steuerungseinheiten sind drahtlos vernetzt und internetfähig. Regelkreise werden durch verteilt berechnete Lernalgorithmen laufend optimiert. Ein Anwendungsgebiet ist die bedarfsorientierte Bewässerung. WiseWater besteht aus vernetzten Sensoren, die dafür sorgen, dass nur jene Wassermenge der Pflanze zugeführt wird, die diese tatsächlich benötigt. Dadurch können Energie- und Wasserkosten eingespart und das Pflanzenwachstum optimiert werden. Seit 2009 bietet Adaptivia, unter der Bezeichnung Momatics Produkte und Dienste für das Immissionsmonitoring an, wobei Erschütterungen und Schallpegel bei großen Baustellen, Konzerten oder Großveranstaltungen überwacht werden.
Kontakt INiTS:
Mag. Eva Krizsanits
Marketing & PR
INiTS Universitäres Gründerservice
Graumanngasse 7, Stiege B / 5. Stock
1150 Wien
T +43 / (0)1 / 715 72 67 - 21
E eva.krizsanits@inits.at
W http://www.inits.at
Kontakt Adaptivia GmbH:
Dr. Georg Simhandl
Geschäftsführer
Franz-Josefs-Kai 51
A-1010 Wien
M +43 / (1)23 660 70
E georg.simhandl@adaptivia.com
W http://www.adaptivia.com
Redaktion & Aussendung:
PR&D - Public Relations für Forschung & Bildung Mariannengasse 8
1090 Wien
T +43 / (0)1 / 505 70 44
E contact@prd.at
W http://www.prd.at

Nina Honzik | PR&D
Weitere Informationen:
http://www.inits.at
http://www.adaptivia.com

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Ökologie Umwelt- Naturschutz:

nachricht Müll in den Weltmeeren überall präsent: 1220 Arten betroffen
23.03.2017 | Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung

nachricht Internationales Netzwerk bündelt experimentelle Forschung in europäischen Gewässern
21.03.2017 | Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Ökologie Umwelt- Naturschutz >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Das anwachsende Ende der Ordnung

Physiker aus Konstanz weisen sogenannte Mermin-Wagner-Fluktuationen experimentell nach

Ein Kristall besteht aus perfekt angeordneten Teilchen, aus einer lückenlos symmetrischen Atomstruktur – dies besagt die klassische Definition aus der Physik....

Im Focus: Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen

Eine internationale Forschergruppe mit dem Bayreuther Biochemiker Prof. Dr. Clemens Steegborn präsentiert in 'Science' neue, für die Biomedizin wegweisende Forschungsergebnisse zur Rolle des Moleküls NAD⁺ bei der Korrektur von Schäden am Erbgut.

Die Zellen von Menschen und Tieren können Schäden an der DNA, dem Träger der Erbinformation, bis zu einem gewissen Umfang selbst reparieren. Diese Fähigkeit...

Im Focus: Designer-Proteine falten DNA

Florian Praetorius und Prof. Hendrik Dietz von der Technischen Universität München (TUM) haben eine neue Methode entwickelt, mit deren Hilfe sie definierte Hybrid-Strukturen aus DNA und Proteinen aufbauen können. Die Methode eröffnet Möglichkeiten für die zellbiologische Grundlagenforschung und für die Anwendung in Medizin und Biotechnologie.

Desoxyribonukleinsäure – besser bekannt unter der englischen Abkürzung DNA – ist die Trägerin unserer Erbinformation. Für Prof. Hendrik Dietz und Florian...

Im Focus: Fliegende Intensivstationen: Ultraschallgeräte in Rettungshubschraubern können Leben retten

Etwa 21 Millionen Menschen treffen jährlich in deutschen Notaufnahmen ein. Im Kampf zwischen Leben und Tod zählt für diese Patienten jede Minute. Wenn sie schon kurz nach dem Unfall zielgerichtet behandelt werden können, verbessern sich ihre Überlebenschancen erheblich. Damit Notfallmediziner in solchen Fällen schnell die richtige Diagnose stellen können, kommen in den Rettungshubschraubern der DRF Luftrettung und zunehmend auch in Notarzteinsatzfahrzeugen mobile Ultraschallgeräte zum Einsatz. Experten der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V. (DEGUM) schulen die Notärzte und Rettungsassistenten.

Mit mobilen Ultraschallgeräten können Notärzte beispielsweise innere Blutungen direkt am Unfallort identifizieren und sie bei Bedarf auch für Untersuchungen im...

Im Focus: Gigantische Magnetfelder im Universum

Astronomen aus Bonn und Tautenburg in Thüringen beobachteten mit dem 100-m-Radioteleskop Effelsberg Galaxienhaufen, das sind Ansammlungen von Sternsystemen, heißem Gas und geladenen Teilchen. An den Rändern dieser Galaxienhaufen fanden sie außergewöhnlich geordnete Magnetfelder, die sich über viele Millionen Lichtjahre erstrecken. Sie stellen die größten bekannten Magnetfelder im Universum dar.

Die Ergebnisse werden am 22. März in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlicht.

Galaxienhaufen sind die größten gravitativ gebundenen Strukturen im Universum, mit einer Ausdehnung von etwa zehn Millionen Lichtjahren. Im Vergleich dazu ist...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Wie Menschen wachsen

27.03.2017 | Veranstaltungen

Zweites Symposium 4SMARTS zeigt Potenziale aktiver, intelligenter und adaptiver Systeme

27.03.2017 | Veranstaltungen

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Fließender Übergang zwischen Design und Simulation

27.03.2017 | HANNOVER MESSE

Industrial Data Space macht neue Geschäftsmodelle möglich

27.03.2017 | HANNOVER MESSE

Neue Sicherheitstechnik ermöglicht Teamarbeit

27.03.2017 | HANNOVER MESSE