Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Herausforderungen für die ‚Biologische Vielfalt post 2010’

02.07.2010
Stärkerer Fokus auf Reduzierung der Flächeninanspruchnahme, Wiedervernetzung von Lebensräumen und naturverträglichen Ausbau Erneuerbarer Energien erforderlich
Bereits jetzt steht fest, dass wir das 2010-Ziel,
den Verlust an biologischer Vielfalt zu stoppen, nicht erreichen werden. Um dennoch den anhaltenden Biodiversitätsverlust einzudämmen ist es umso wichtiger, die richtigen Weichenstellungen für die Zeit „post 2010“ vorzunehmen. Hier sollte künftig vermehrtes Augenmerk auf die Integration von Anforderungen des Natur- und Landschaftsschutzes in die Siedlungspolitik und -entwicklung, die Reduzierung der Flächeninanspruchnahme für Siedlung und Verkehr, die Wiedervernetzung von Lebensräumen und den naturverträglichen Ausbau erneuerbarer Energien gelegt werden. Darin waren sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der heutigen Fachtagung zum Thema „Biologische Vielfalt post 2010 – Ist die Zukunft noch planbar?“, die das Bundesamt für Naturschutz (BfN) in Leipzig veranstaltete, einig. Anlass für die Veranstaltung war das Jubiläum der BfN-Außenstelle Leipzig, die heute vor 15 Jahren ihren Dienstsitz in der Karl-Liebknecht-Straße in Leipzig bezog. Ausgehend von aktuellen Arbeitsschwerpunkten der Außenstelle diskutierten nationale und internationale Fachleute aus Verwaltung, Wissenschaft und Praxis über künftige Herausforderungen an den Schnittstellen von Naturschutz und Naturnutzung.

„Die genannten Themen sind alles echte Brennpunkte, die der Naturschutz heute und in der Zukunft zu bewältigen hat. Nach der von uns im letzten Jahr vorgelegten Roten Liste der Wirbeltiere sind 43 % der darin erfassten Arten als bestandsgefährdet einzustufen, das gleiche gilt für 72,5 % der Lebensräume. Wichtige Gefährdungsursachen sind neben der intensiven Flächennutzung in der Land- und Forstwirtschaft die mit ca. 104 ha pro Tag anhaltend hohe Flächeninanspruchnahme für Siedlung und Verkehr sowie die Zerschneidung von Lebensräumen durch Infrastrukturmaßnahmen. Darüber hinaus muss es uns ein zentrales Anliegen sein, den notwendigen Ausbau der Erneuerbaren Energien möglichst naturverträglich zu gestalten, nicht nur aus ökologischen Gründen, sondern auch um der Akzeptanz in der Bevölkerung willen“ sagte Prof. Beate Jessel, Präsidentin des Bundesamtes für Naturschutz (BfN), bei der Fachtagung.

„Mit unserer Arbeit und unseren Themen sind wir täglich in sehr engem Kontakt mit den unterschiedlichen Landnutzern und Vorhabenträgern, die mit ihren Vorhaben und Planungen entscheidend die Landschaftsentwicklung beeinflussen. Naturschutz wird aber nur dann erfolgreich sein, wenn es gelingt, die Anforderungen von Naturschutz und Landschaftspflege in alle diese Bereiche nachhaltig zu integrieren. Aber auch die Projektträger sind gefordert, bei Planungen und Projekten frühzeitig ihre Hausaufgaben zu machen: Viele Reibungsverluste lassen sich vermeiden, wenn Biodiversitätsaspekte bei anstehenden Genehmigungen rechtzeitig und angemessen berücksichtigt werden“, erläuterte der Leiter der BfN-Außenstelle Leipzig, Matthias Herbert.

Der Erhalt und die Entwicklung der biologischen Vielfalt sind dabei nicht nur bei Einzelentscheidungen zu beachten, etwa wenn es darum geht Projekte wie einzelne Bauvorhaben möglichst naturverträglich zu gestalten. Wichtig sind darüber hinaus ganzheitliche räumliche Strategien, Konzepten und Planungen, um vorausschauend einen Rahmen für künftige Landschaftsentwicklungen zu setzen. Dazu gehören etwa die Integration von Naturschutzbelangen in die Planung und Ausgestaltung von Verkehrswegen, für die die vom BfN für das anstehende Bundesprogramm Wiedervernetzung landesweit erarbeiteten fachlichen Grundlagen die Basis bilden, sowie die Berücksichtigung ökologischer Aspekte bei Ausbaukonzepten für Erneuerbare Energien. Hier warten auf die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der BfN-Außenstelle in Leipzig für die Zukunft noch zahlreiche anspruchsvolle wie spannende Aufgaben und Herausforderungen, die neben ökologischem Fachwissen auch strategische Fähigkeiten und Geschick im Umgang mit verschiedenen Nutzerinteressen erfordern.

Franz August | idw
Weitere Informationen:
http://www.bfn.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Ökologie Umwelt- Naturschutz:

nachricht Antarktisches Meereis: mehr Schutz als Vorratskammer für Krilllarven
22.11.2017 | Carl von Ossietzky-Universität Oldenburg

nachricht Das Schweigen der Hummeln
15.11.2017 | Karlsruher Institut für Technologie

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Ökologie Umwelt- Naturschutz >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Reibungswärme treibt hydrothermale Aktivität auf Enceladus an

Computersimulation zeigt, wie der Eismond Wasser in einem porösen Gesteinskern aufheizt

Wärme aus der Reibung von Gestein, ausgelöst durch starke Gezeitenkräfte, könnte der „Motor“ für die hydrothermale Aktivität auf dem Saturnmond Enceladus sein....

Im Focus: Frictional Heat Powers Hydrothermal Activity on Enceladus

Computer simulation shows how the icy moon heats water in a porous rock core

Heat from the friction of rocks caused by tidal forces could be the “engine” for the hydrothermal activity on Saturn's moon Enceladus. This presupposes that...

Im Focus: Kleine Strukturen – große Wirkung

Innovative Schutzschicht für geringen Verbrauch künftiger Rolls-Royce Flugtriebwerke entwickelt

Gemeinsam mit Rolls-Royce Deutschland hat das Fraunhofer-Institut für Werkstoff- und Strahltechnik IWS im Rahmen von zwei Vorhaben aus dem...

Im Focus: Nanoparticles help with malaria diagnosis – new rapid test in development

The WHO reports an estimated 429,000 malaria deaths each year. The disease mostly affects tropical and subtropical regions and in particular the African continent. The Fraunhofer Institute for Silicate Research ISC teamed up with the Fraunhofer Institute for Molecular Biology and Applied Ecology IME and the Institute of Tropical Medicine at the University of Tübingen for a new test method to detect malaria parasites in blood. The idea of the research project “NanoFRET” is to develop a highly sensitive and reliable rapid diagnostic test so that patient treatment can begin as early as possible.

Malaria is caused by parasites transmitted by mosquito bite. The most dangerous form of malaria is malaria tropica. Left untreated, it is fatal in most cases....

Im Focus: Transparente Beschichtung für Alltagsanwendungen

Sport- und Outdoorbekleidung, die Wasser und Schmutz abweist, oder Windschutzscheiben, an denen kein Wasser kondensiert – viele alltägliche Produkte können von stark wasserabweisenden Beschichtungen profitieren. Am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) haben Forscher um Dr. Bastian E. Rapp einen Werkstoff für solche Beschichtungen entwickelt, der sowohl transparent als auch abriebfest ist: „Fluoropor“, einen fluorierten Polymerschaum mit durchgehender Nano-/Mikrostruktur. Sie stellen ihn in Nature Scientific Reports vor. (DOI: 10.1038/s41598-017-15287-8)

In der Natur ist das Phänomen vor allem bei Lotuspflanzen bekannt: Wassertropfen perlen von der Blattoberfläche einfach ab. Diesen Lotuseffekt ahmen...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Kinderanästhesie aktuell: Symposium für Ärzte und Pflegekräfte

23.11.2017 | Veranstaltungen

IfBB bei 12th European Bioplastics Conference mit dabei: neue Marktzahlen, neue Forschungsthemen

22.11.2017 | Veranstaltungen

Zahnimplantate: Forschungsergebnisse und ihre Konsequenzen – 31. Kongress der DGI

22.11.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Kinderanästhesie aktuell: Symposium für Ärzte und Pflegekräfte

23.11.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Seminar „Leichtbau im Automobil- und Maschinenbau“ im Haus der Technik Berlin am 16. - 17. Januar 2018

23.11.2017 | Seminare Workshops

Biohausbau-Unternehmen Baufritz erhält von „ Capital“ die Auszeichnung „Beste Ausbilder Deutschlands“

23.11.2017 | Unternehmensmeldung