Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Heisenberg-Stipendiatin erforscht Folgen von Stress bei Wildtieren

03.07.2012
Heisenberg-Stipendiatin schlägt Brücke von Wild- zu Nutztierforschung / Breit aufgestelltes Forschungsumfeld überzeugt Deutsche Forschungsgemeinschaft

Stress und seine Auswirkungen auf Verhalten, Physiologie und das Immunsystem: Mit breitem Methoden-Mix erforscht die Universität Hohenheim, wie sich Umwelteinflüsse auf die Gesundheit von Tieren auswirken. Nun verstärkt die Deutsche Forschungsgemeinschaft die laufende Forschung um einen weiteren wissenschaftlichen Aspekt. Als Heisenberg-Stipendiatin bearbeitet PD Dr. Joanna Fietz drei Jahre lang die Folgen von Stress durch Umweltveränderungen auf Kleinsäuger im Freiland.

Das renommierte Heisenberg-Stipendium will herausragenden Nachwuchswissenschaftlern den Weg zur eigenen Professur ebnen und unterstützt dazu hochkarätige Forschungsprojekte am Wahlort der Stipendiaten. Ausschlaggebend für die Vergabe war deshalb auch das ideale Forschungsumfeld an der Universität Hohenheim. Mit einer Fördersumme von 385.000 Euro gehört das Projekt von PD Dr. Fietz zu den Schwergewichten der Forschung der Universität Hohenheim.

Landwirtschaft, Siedlungen und Verkehrswege: Die Infrastruktur des Menschen hat direkte Auswirkung auf den Lebensraum von Wildtieren.
In ihrem Forschungsprojekt widmet sich PD Dr. Fietz den Effekten dieser Umweltveränderungen auf waldbewohnende Kleinsäuger. Im Detail untersucht sie die Stressphysiologie, Immunologie und den Energiehaushalt der Tiere im Freiland und die Folgen dieser physiologischen Antworten für Fortpflanzungsbiologie und Überleben.

Ideales Forschungsumfeld mit fachübergreifender Forschungsphilosophie
Das auf den ersten Blick sehr spezielle Projekt bettet sich an der Universität Hohenheim in einen breiten thematischen Kontext ein. „Uns interessiert generell, welchen Einfluss das soziale Umfeld und der Lebensraum auf die Krankheitsanfälligkeit von Tieren hat“, erklärt Prof. Dr. Volker Stefanski, dessen Arbeitsgruppe PD Dr. Fietz aufgenommen hat.
Prof. Dr. Stefanski leitet das Fachgebiet Verhaltensphysiologie landwirtschaftlicher Nutztiere an der Universität Hohenheim. In seinem Lebenslauf hat er selbst große Bandbreite bewiesen: Neben der Nutztierforschung arbeitete er selbst schon mit verschiedenen Labortieren und Wildtieren im Freiland. In seiner Forschung geht es ihm darum, Wechselbeziehungen von Tieren mit ihrer Umwelt und Stressfaktoren zu untersuchen. Sein Ziel: die Konsequenzen für die Gesundheit, das Wohlergehen und letztendlich auch die Leistungsfähigkeit der Tiere besser zu verstehen.

Auszeichnung für Stipendiatin und gastgebende Einrichtung
Entsprechend interdisziplinär ist auch sein Lehrstuhl aufgestellt: „Methodisch und von der Ausstattung habe ich hier ein Umfeld, das State of the Art ist, um immunologische und stressphysiologische Parameter im Freiland zu messen“, begründet PD Dr. Fietz ihre Entscheidung, nach Hohenheim zu gehen. Unter den Mitarbeitern befinden sich Agrarwissenschaftler, Zoologen und Biochemiker. „Zusammen mit der Feldforschung von Privatdozentin Fietz ist das die perfekte Synergie“, bestätigt Prof. Dr. Stefanski.
Die Kombination hat auch die Deutsche Forschungsgemeinschaft überzeugt, die Zusammenarbeit von PD Dr. Fietz mit Prof. Dr. Stefanski durch ein Heisenberg-Stipendium zu fördern. Denn in der Scientific Community gilt das Heisenberg-Stipendium als doppelte Auszeichnung: Sowohl für die Stipendiaten, als auch für die Forschungseinrichtung, die sie für ihre Arbeit auswählen.

Hintergrund: Forschungsprojekt und Heisenberg-Stipendium
Das Forschungsprojekt von PD Dr. Joanna Fietz trägt den Titel „Konsequenzen von Landschaftsfragmentierung für life history Strategien bei Säugern und deren zugrunde liegenden ökophysiologischen Wirkungsmechanismen“. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) fördert es drei Jahre lang mit rund 385.000 Euro.
Mit ihrem Heisenberg-Programm fördert die DFG junge Nachwuchswissenschaftler, damit sie an einem Ort ihrer Wahl hochkarätige Projekte fortsetzen und so ihre wissenschaftliche Reputation weiter steigern können.

Hintergrund: Schwergewichte der Forschung
Rund 28 Millionen Euro an Drittmitteln akquirierten Wissenschaftler der Universität Hohenheim im vergangenen Jahr für Forschung und Lehre. In loser Folge präsentiert die Reihe „Schwergewichte der Forschung“ herausragende Forschungsprojekte mit einem Drittmittelvolumen von mindestens einer viertel Million Euro bzw. 125.000 Euro in den Wirtschafts- und Sozialwissenschaften.

Text: Klebs

Florian Klebs | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-hohenheim.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Ökologie Umwelt- Naturschutz:

nachricht Der Monsun und die Treibhausgase
18.09.2017 | Forschungszentrum Jülich

nachricht Artenschützer schlagen Alarm: Papageien noch bedrohter als befürchtet
15.09.2017 | Justus-Liebig-Universität Gießen

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Ökologie Umwelt- Naturschutz >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wundermaterial Graphen: Gewölbt wie das Polster eines Chesterfield-Sofas

Graphen besitzt extreme Eigenschaften und ist vielseitig verwendbar. Mit einem Trick lassen sich sogar die Spins im Graphen kontrollieren. Dies gelang einem HZB-Team schon vor einiger Zeit: Die Physiker haben dafür eine Lage Graphen auf einem Nickelsubstrat aufgebracht und Goldatome dazwischen eingeschleust. Im Fachblatt 2D Materials zeigen sie nun, warum dies sich derartig stark auf die Spins auswirkt. Graphen kommt so auch als Material für künftige Informationstechnologien infrage, die auf der Verarbeitung von Spins als Informationseinheiten basieren.

Graphen ist wohl die exotischste Form von Kohlenstoff: Alle Atome sind untereinander nur in der Ebene verbunden und bilden ein Netz mit sechseckigen Maschen,...

Im Focus: Hochautomatisiertes Fahren bei Schnee und Regen: Robuste Warnehmung dank intelligentem Sensormix

Schlechte Sichtverhältnisse bei Regen oder Schnellfall sind für Menschen und hochautomatisierte Fahrzeuge eine große Herausforderung. Im europäischen Projekt RobustSENSE haben die Forscher von Fraunhofer FOKUS mit 14 Partnern, darunter die Daimler AG und die Robert Bosch GmbH, in den vergangenen zwei Jahren eine Softwareplattform entwickelt, auf der verschiedene Sensordaten von Kamera, Laser, Radar und weitere Informationen wie Wetterdaten kombiniert werden. Ziel ist, eine robuste und zuverlässige Wahrnehmung der Straßensituation unabhängig von der Komplexität und der Sichtverhältnisse zu gewährleisten. Nach der virtuellen Erprobung des Systems erfolgt nun der Praxistest, unter anderem auf dem Berliner Testfeld für hochautomatisiertes Fahren.

Starker Schneefall, ein Ball rollt auf die Fahrbahn: Selbst ein Mensch kann mitunter nicht schnell genug erkennen, ob dies ein gefährlicher Gegenstand oder...

Im Focus: Ultrakurze Momentaufnahmen der Dynamik von Elektronen in Festkörpern

Mit Hilfe ultrakurzer Laser- und Röntgenblitze haben Wissenschaftler am Max-Planck-Institut für Quantenoptik (Garching bei München) Schnappschüsse der bislang kürzesten Bewegung von Elektronen in Festkörpern gemacht. Die Bewegung hielt 750 Attosekunden lang an, bevor sie abklang. Damit stellten die Wissenschaftler einen neuen Rekord auf, ultrakurze Prozesse innerhalb von Festkörpern aufzuzeichnen.

Wenn Röntgenstrahlen auf Festkörpermaterialien oder große Moleküle treffen, wird ein Elektron von seinem angestammten Platz in der Nähe des Atomkerns...

Im Focus: Ultrafast snapshots of relaxing electrons in solids

Using ultrafast flashes of laser and x-ray radiation, scientists at the Max Planck Institute of Quantum Optics (Garching, Germany) took snapshots of the briefest electron motion inside a solid material to date. The electron motion lasted only 750 billionths of the billionth of a second before it fainted, setting a new record of human capability to capture ultrafast processes inside solids!

When x-rays shine onto solid materials or large molecules, an electron is pushed away from its original place near the nucleus of the atom, leaving a hole...

Im Focus: Quantensensoren entschlüsseln magnetische Ordnung in neuartigem Halbleitermaterial

Physiker konnte erstmals eine spiralförmige magnetische Ordnung in einem multiferroischen Material abbilden. Diese gelten als vielversprechende Kandidaten für zukünftige Datenspeicher. Der Nachweis gelang den Forschern mit selbst entwickelten Quantensensoren, die elektromagnetische Felder im Nanometerbereich analysieren können und an der Universität Basel entwickelt wurden. Die Ergebnisse von Wissenschaftlern des Departements Physik und des Swiss Nanoscience Institute der Universität Basel sowie der Universität Montpellier und Forschern der Universität Paris-Saclay wurden in der Zeitschrift «Nature» veröffentlicht.

Multiferroika sind Materialien, die gleichzeitig auf elektrische wie auch auf magnetische Felder reagieren. Die beiden Eigenschaften kommen für gewöhnlich...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Biowissenschaftler tauschen neue Erkenntnisse über molekulare Gen-Schalter aus

19.09.2017 | Veranstaltungen

Zwei Grad wärmer – und dann?

19.09.2017 | Veranstaltungen

10. Cottbuser Medienrechtstage zu »Fake News, Hate Speech und Whistleblowing«

18.09.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Biowissenschaftler tauschen neue Erkenntnisse über molekulare Gen-Schalter aus

19.09.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Ausschreibung des Paul-Martini-Preises 2018 für klinische Pharmakologie

19.09.2017 | Förderungen Preise

Simulation von Energienetzwerken für Strom, Gas und Wärme

19.09.2017 | Energie und Elektrotechnik