Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Halbzeit für Moose als Messinstrumente

23.09.2013
Internationales Forschungsteam zieht Zwischenbilanz auf dem Weg, die Luftreinheit in Europa zu überwachen

Ein neues Verfahren entwickeln, um Moose als Sensoren für die Messung von Schadstoffen in der Luft einzusetzen: Dies ist das Ziel des Projekts „Mossclone“, das von der Europäischen Union (EU) in ihrem Programm „Öko-Innovationen“ gefördert wird.


Moos
Quelle: Ralf Reski / Universität Freiburg

Nach eineinhalb Jahren hat die internationale Forschungsgruppe um den Biologen Prof. Dr. Ralf Reski von der Universität Freiburg die im Labormaßstab kultivierten Moose auf eine Anzucht in großen Bioreaktoren vorbereitet – und damit den ersten Meilenstein erreicht. Zu diesem Anlass ziehen die Partner vom 26. bis 28. September 2013 am Freiburg Institute for Advanced Studies (FRIAS) eine Zwischenbilanz. Am

Dienstag, 24. September 2013, 16.15 Uhr im Hörsaal der Biologie, Hauptstraße 1, 79104 Freiburg,

berichtet einer der wissenschaftlichen Berater des Konsortiums, Dr. Harald Zechmeister, in einem öffentlichen Vortrag in englischer Sprache, warum Moose sich auch eignen, um die Auswirkungen des Klimawandels zu studieren. Der Privatdozent vom Institut für Naturschutz, Vegetations- und Landschaftsökologie der Universität Wien/Österreich erläutert, wie sich erhöhte Temperaturen sowie steigende Kohlendioxyd- und Stickstoffmengen auf Moosgemeinschaften in der Natur auswirken.

Bisherige Verfahren zur Messung von Stick- und Schwefeloxiden in der Luft, die die EU seit 2008 vorschreibt, sind zu ungenau und aufwendig. Zudem lassen sich die Mengen an Schwermetallen wie Kadmium, Blei oder Nickel bislang nicht zufriedenstellend nachweisen. Das Team mit Mitgliedern aus Deutschland, Spanien, Frankreich, Italien und Irland ließ sich daher von der Natur inspirieren: Es will die Fähigkeiten von Moosen in der Messtechnik einsetzen. Die kleinen Pflanzen eignen sich hierfür besser als Bäume oder Sträucher, weil sie eine große Oberfläche haben und ihnen filternde Wurzeln fehlen.

Zur Halbzeit des Projekts haben die Freiburger Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler schon erste Erfolge erzielt. „Unsere Moos-Klone haben die Erlenmeyerkolben verlassen. Wir kultivieren sie in zehn Liter fassenden Bioreaktoren“, sagt Ralf Reski. So entsteht das normierte Material, das als Sensor für Schadstoffmengen im Pikogramm-Bereich dienen soll. Teammitglieder hatten zunächst mehrere Moosarten in ganz Europa gesammelt. In Freiburg wurden die Arten identifiziert, isoliert, von Bakterien und Pilzen gereinigt und vermehrt. Die Projektpartner der spanischen Firma Biovia sollen die Reinkulturen nun im industriellen Maßstab herstellen.

Die ersten Moos-Klone waren schon als Schadstoffsammler im Einsatz. Die Partner der spanischen Universität Santiago de Compostela haben eine Art überdimensionierten Teebeutel entwickelt, um die Moose auszubringen. Das Forschungsteam wird nun die in den Moosen angereicherten Schadstoffe extrahieren und die Werte mit jenen aus herkömmlichen Messverfahren vergleichen. Damit wollen die Molekularbiologen, Materialwissenschaftler, Ökologen und Bioniker ihrem Ziel, Moose für die Schadstoffüberwachung in ganz Europa einzusetzen, einen weiteren Schritt näher kommen.

Kontakt:
Prof. Dr. Ralf Reski
Fakultät für Biologie
Albert-Ludwigs-Universität Freiburg
Tel.: 0761/203-6969
E-Mail: pbt@biologie.uni-freiburg.de

Rudolf-Werner Dreier | idw
Weitere Informationen:
http://www.plant-biotech.net
http://www.mossclone.eu
http://www.pr.uni-freiburg.de/pm/2013/pm.2013-09-23.245-en

Weitere Berichte zu: Bioreaktor Halbzeit Messinstrument Moos-Klone Moose Schadstoff Sensor Zwischenbilanz

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Ökologie Umwelt- Naturschutz:

nachricht Luftreiniger und Schmutzpumpe: der indische Monsun
15.06.2018 | Karlsruher Institut für Technologie

nachricht 100 % Ökolandwirtschaft in Bhutan – ein realistisches Ziel?
15.06.2018 | Humboldt-Universität zu Berlin

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Ökologie Umwelt- Naturschutz >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: AchemAsia 2019 in Shanghai

Die AchemAsia geht in ihr viertes Jahrzehnt und bricht auf zu neuen Ufern: Das International Expo and Innovation Forum for Sustainable Chemical Production findet vom 21. bis 23. Mai 2019 in Shanghai, China statt. Gleichzeitig erhält die Veranstaltung ein aktuelles Profil: Die elfte Ausgabe fokussiert auf Themen, die für Chinas Prozessindustrie besonders relevant sind, und legt den Schwerpunkt auf Nachhaltigkeit und Innovation.

1989 wurde die AchemAsia als Spin-Off der ACHEMA ins Leben gerufen, um die Bedürfnisse der sich damals noch entwickelnden Iindustrie in China zu erfüllen. Seit...

Im Focus: AchemAsia 2019 will take place in Shanghai

Moving into its fourth decade, AchemAsia is setting out for new horizons: The International Expo and Innovation Forum for Sustainable Chemical Production will take place from 21-23 May 2019 in Shanghai, China. With an updated event profile, the eleventh edition focusses on topics that are especially relevant for the Chinese process industry, putting a strong emphasis on sustainability and innovation.

Founded in 1989 as a spin-off of ACHEMA to cater to the needs of China’s then developing industry, AchemAsia has since grown into a platform where the latest...

Im Focus: Li-Fi erstmals für das industrielle Internet der Dinge getestet

Mit einer Abschlusspräsentation im BMW Werk München wurde das BMBF-geförderte Projekt OWICELLS erfolgreich abgeschlossen. Dabei wurde eine Li-Fi Kommunikation zu einem mobilen Roboter in einer 5x5m² Fertigungszelle demonstriert, der produktionsübliche Vorgänge durchführt (Teile schweißen, umlegen und prüfen). Die robuste, optische Drahtlosübertragung beruht auf räumlicher Diversität, d.h. Daten werden von mehreren LEDs und mehreren Photodioden gleichzeitig gesendet und empfangen. Das System kann Daten mit mehr als 100 Mbit/s und fünf Millisekunden Latenz übertragen.

Moderne Produktionstechniken in der Automobilindustrie müssen flexibler werden, um sich an individuelle Kundenwünsche anpassen zu können. Forscher untersuchen...

Im Focus: First real-time test of Li-Fi utilization for the industrial Internet of Things

The BMBF-funded OWICELLS project was successfully completed with a final presentation at the BMW plant in Munich. The presentation demonstrated a Li-Fi communication with a mobile robot, while the robot carried out usual production processes (welding, moving and testing parts) in a 5x5m² production cell. The robust, optical wireless transmission is based on spatial diversity; in other words, data is sent and received simultaneously by several LEDs and several photodiodes. The system can transmit data at more than 100 Mbit/s and five milliseconds latency.

Modern production technologies in the automobile industry must become more flexible in order to fulfil individual customer requirements.

Im Focus: ALMA entdeckt Trio von Baby-Planeten rund um neugeborenen Stern

Neuartige Technik, um die jüngsten Planeten in unserer Galaxis zu finden

Zwei unabhängige Astronomenteams haben mit ALMA überzeugende Belege dafür gefunden, dass sich drei junge Planeten im Orbit um den Säuglingsstern HD 163296...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Künstliche Intelligenz – Schafft der Mensch seine Arbeit ab?

15.06.2018 | Veranstaltungen

Internationale Konferenz zur Asteroidenforschung in Garching

13.06.2018 | Veranstaltungen

Meteoriteneinschläge und Spektralfarben: HITS bei Explore Science 2018

11.06.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

EMAG auf der AMB: Hochproduktive Lösungen für die vernetzte Automotive-Produktion

15.06.2018 | Messenachrichten

AchemAsia 2019 in Shanghai

15.06.2018 | Messenachrichten

Dem Fettfinger zu Leibe rücken: Neuer Nanolack soll Antifingerprint-Oberflächen schaffen

15.06.2018 | Materialwissenschaften

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics