Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Grünschnitt, Holz, Klärschlamm: Ländliche Ressourcen intelligent regional verwerten

17.04.2013
Forschungsteam stellt auf BMBF-Konferenz in Berlin Wertschöpfungsketten und einen RePro-Planer für Kommunen vor

Der demografische Wandel stellt ländliche Regionen vor viele Herausforderungen. Doch es gibt auch neue Chancen: Bei weltweit steigenden Preisen für Rohstoffe und Energie wird die Verwertung bisher ungenutzter Ressourcen wie Grünschnitt, Holz, Abwasser, Abwärme und Klärschlamm attraktiv.

Konkrete Wertschöpfungsketten und einen RePro-Planer als Anleitung zur Ressourcennutzung für Kommunen stellt das Forschungsteam „RePro – Ressourcen vom Land“ unter Leitung des inter 3 Instituts für Ressourcenmanagement auf der Konferenz „Nachhaltiges Landmanagement“ vor.

Die vom Bundesministerium für Bildung und Forschung veranstaltete Konferenz findet vom 17. bis 19. April 2013 in Berlin statt. Kommunen, die sich für den Aufbau von Wertschöpfungsketten interessieren, finden den RePro-Planer ab sofort unter www.reproketten.de.

Strom, Wärme, Dünger – aus Ressourcen vom Land
Welche regionalen Wertschöpfungsketten sind möglich? Welche Projekte lohnen sich unternehmerisch? Wie kann die regionale Verwertung ländlicher Ressourcen unterstützt und verbreitet werden? Von 2010 bis 2013 haben die Bioenergieregion Wittenberg in Sachsen-Anhalt und die Klimaschutzregion Elbe-Elster in Brandenburg im Projekt „RePro – Ressourcen vom Land“ erprobt, welche regionalen Wertschöpfungsketten vor Ort möglich sind und wer dabei miteinander ins Geschäft kommt.
Andreas Claus, Bürgermeister der Stadt Uebigau-Wahrenbrück: „Es gibt in Deutschland bereits Dutzende funktionierende Beispiele von Nahwärmenetzen. Dennoch sind die Rahmenbedingungen immer unterschiedlich und auf die konkrete Situation vor Ort anzupassen. Dabei haben wir Neuland betreten. Und wir haben mit der Konzentration auf eine Re-Produktionskette einen lokalen Kreislauf entwickelt, der uns künftig unabhängiger macht und vor Ort Wert schöpft.“

Insgesamt haben die Wissenschaftler der BTU Cottbus, Hochschule Anhalt, TU Berlin und des Berliner inter 3 Instituts für Ressourcenmanagement sieben typische regionale Wertschöpfungsketten identifiziert, die unter heutigen Bedingungen technisch umsetzbar und wirtschaftlich zu betreiben sind: Aus Grünschnitt und Klärschlamm werden Strom und Dünger für den Eigenverbrauch oder die Direktvermarktung. Biogas- und Abwasserabwärme oder Restholz liefern Wärme für lokale Nahwärmenetze. Mit Bewässerungswasser aus gereinigtem Abwasser wird die Energieholzproduktion auf bisher nicht nutzbaren Flächen möglich.
Nachhaltige Wertschöpfung in den Regionen

Die aneinander grenzenden Modellregionen Elbe-Elster in Brandenburg und Wittenberg in Sachsen-Anhalt sind ländliche Regionen, die die demografischen und klimapolitischen Herausforderungen der Zukunft aktiv gestalten wollen. Um die Daseinsvorsorge zu sichern, richten sie ihre Infrastrukturangebote im Wasser- und Energiesektor neu aus. Mit Allianzen für regionale Wertschöpfung stärken sie die stofflich-energetische und wirtschaftlich-soziale Re-Produktivität ihrer ländlichen Gemeinden. In beiden Regionen unterstützen regionale Koordinatoren die Gemeinden aktiv bei dieser Aufgabe.

Die Klimaschutzregion Elbe-Elster ist in verschiedenen regionalen und überregionalen Bündnissen aktiv und richtet sich konsequent am regionalen Klimaschutz aus. Mit der Restholz- bzw. Abwärmenutzung und dem Aufbau von Nahwärmenetzen in Wahrenbrück, Rothstein/Prestewitz sowie der geplanten Energieholzbewässerung in Winkel werden in Uebigau-Wahrenbrück drei konkrete Wertschöpfungsketten aufgebaut.
Die Bioenergieregion Wittenberg verfolgt das ambitionierte Ziel, gemeinsam mit den Nachbarlandkreisen Nordsachsen (Freistaat Sachsen) und Anhalt-Bitterfeld (Sachsen-Anhalt) sowie dem strategischen Partner Dessau-Rosslau (Sachsen-Anhalt) bis zum Jahr 2030 100 Prozent der Energie auf Basis erneuerbarer Energien zu erzeugen. Die geplante Restholzverwertung im Nahwärmenetz Gräfenhainichen ist ein weiterer Schritt in diese Richtung.

Dr. Susanne Schön, Gesamtprojektleiterin von inter 3: „Die Zusammenarbeit von Unternehmen, Verwaltung und Wissenschaft stärkt den Kompetenzaufbau in den Regionen bei der intelligenten Nutzung ihrer Ressourcen. Im Endeffekt profitieren Bürger und Betriebe, beispielsweise von stabilen Wärmepreisen. Die Zweitverwertung schont die Umwelt. Und die Wertschöpfung bleibt vor Ort.“

Der RePro-Planer für regionale Ressourcennutzung

Ab sofort können auch andere ländliche Kommunen mit dem RePro-Planer die effiziente Nutzung ihrer regionalen Ressourcen planen. Der RePro-Planer ermöglicht ein systematisches Vorgehen in vier Schritten: Die ersten beiden Schritte bieten einen schnellen Überblick über Ressourcen, typische Wertschöpfungsketten und mögliche Potenziale zur Nutzung von Sekundärressourcen. Im dritten und vierten Schritt stehen Checklisten und Fachinformationen für Aufbau und Umsetzung einer eigenen Wertschöpfungskette bereit.
Die Vorteile für Gemeinden, Bürger und Unternehmen liegen in bezahlbaren und stabilen Preisen für Wärme, Abwasser und Strom, zusätzlicher Wertschöpfung und zukunftsfähigen Versorgungskreisläufen für Abwasser, Wasser, Energie.

Digitale Pressemappe
Die digitale Pressemappe mit näheren Informationen zum RePro-Planer, den Regionen und den Wertschöpfungsketten vor Ort finden Sie unter http://www.reproketten.de/regionale-ressourcennutzung/aktuelles.html

Pressekontakt
Helke Wendt-Schwarzburg
E-Mail: wendt-schwarzburg@inter3.de
Tel.: 030 – 34 34 74 46

Helke Wendt-Schwarzburg | idw
Weitere Informationen:
http://www.reproketten.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Ökologie Umwelt- Naturschutz:

nachricht Wasserqualität von Flüssen: Zusätzliche Reinigungsstufen in Kläranlagen lohnen sich
24.05.2017 | Eberhard Karls Universität Tübingen

nachricht Eisenmangel hemmt marine Mikroorganismen
19.05.2017 | GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Ökologie Umwelt- Naturschutz >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Orientierungslauf im Mikrokosmos

Physiker der Universität Würzburg können auf Knopfdruck einzelne Lichtteilchen erzeugen, die einander ähneln wie ein Ei dem anderen. Zwei neue Studien zeigen nun, welches Potenzial diese Methode hat.

Der Quantencomputer beflügelt seit Jahrzehnten die Phantasie der Wissenschaftler: Er beruht auf grundlegend anderen Phänomenen als ein herkömmlicher Rechner....

Im Focus: A quantum walk of photons

Physicists from the University of Würzburg are capable of generating identical looking single light particles at the push of a button. Two new studies now demonstrate the potential this method holds.

The quantum computer has fuelled the imagination of scientists for decades: It is based on fundamentally different phenomena than a conventional computer....

Im Focus: Tumult im trägen Elektronen-Dasein

Ein internationales Team von Physikern hat erstmals das Streuverhalten von Elektronen in einem nichtleitenden Material direkt beobachtet. Ihre Erkenntnisse könnten der Strahlungsmedizin zu Gute kommen.

Elektronen in nichtleitenden Materialien könnte man Trägheit nachsagen. In der Regel bleiben sie an ihren Plätzen, tief im Inneren eines solchen Atomverbunds....

Im Focus: Turmoil in sluggish electrons’ existence

An international team of physicists has monitored the scattering behaviour of electrons in a non-conducting material in real-time. Their insights could be beneficial for radiotherapy.

We can refer to electrons in non-conducting materials as ‘sluggish’. Typically, they remain fixed in a location, deep inside an atomic composite. It is hence...

Im Focus: Hauchdünne magnetische Materialien für zukünftige Quantentechnologien entwickelt

Zweidimensionale magnetische Strukturen gelten als vielversprechendes Material für neuartige Datenspeicher, da sich die magnetischen Eigenschaften einzelner Molekülen untersuchen und verändern lassen. Forscher haben nun erstmals einen hauchdünnen Ferrimagneten hergestellt, bei dem sich Moleküle mit verschiedenen magnetischen Zentren auf einer Goldfläche selbst zu einem Schachbrettmuster anordnen. Dies berichten Wissenschaftler des Swiss Nanoscience Institutes der Universität Basel und des Paul Scherrer Institutes in der Wissenschaftszeitschrift «Nature Communications».

Ferrimagneten besitzen zwei magnetische Zentren, deren Magnetismus verschieden stark ist und in entgegengesetzte Richtungen zeigt. Zweidimensionale, quasi...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Wissensbuffet: „All you can eat – and learn”

24.05.2017 | Veranstaltungen

Diabetes Kongress 2017:„Closed Loop“-Systeme als künstliche Bauchspeicheldrüse ab 2018 Realität

23.05.2017 | Veranstaltungen

Aachener Werkzeugmaschinen-Kolloquium 2017: Internet of Production für agile Unternehmen

23.05.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Krebs erregende Substanzen aus Benzinmotoren

24.05.2017 | Biowissenschaften Chemie

Wasserqualität von Flüssen: Zusätzliche Reinigungsstufen in Kläranlagen lohnen sich

24.05.2017 | Ökologie Umwelt- Naturschutz

Orientierungslauf im Mikrokosmos

24.05.2017 | Physik Astronomie