Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Gesichertes Trinkwasser für Lima/Peru

01.10.2008
Wassermanagement in Zeiten des Klimawandels

Die nachhaltige und sichere Versorgung der Megastadt Lima/Peru mit Wasser ist das Ziel eines neuen interdisziplinären Forschungsprojekts der Universität Stuttgart unter Beteiligung des "Forschungsschwerpunkt Risiko und Nachhaltige Technikentwicklung" (ZIRN) und des Instituts für Wasserbau (IWS), Lehrstuhl Hydrologie und Geohydrologie.

Gemeinsam mit deutschen und peruanischen Partnern wollen die Wissenschaftler effektive und sozialverträgliche Maßnahmen entwickeln, um den Auswirkungen des Klimawandels wie etwa zunehmenden Trockenperioden entgegenzuwirken.

In Lima, der Hauptstadt Perus, regnet es so gut wie nie. Deshalb war die Versorgung der rund acht Millionen Einwohner mit ausreichendem und qualitativ hochwertigem Trinkwasser für Planer und Wasseringenieure schon immer eine Herausforderung. Dazu kommen neuerdings noch die negativen Entwicklungen aufgrund des Klimawandels. Experten rechnen gerade für die Umgebung von Lima mit stark zunehmenden Trockenzeiten. Bereits heute sind die Konsequenzen in Trockenjahren dramatisch: Speicherseen werden aufgrund geringer oder ausbleibender Niederschläge nicht mehr ausreichend mit Wasser gefüllt, als letzter Ausweg sind Wasserrationierungen an der Tagesordnung.

Zudem wird das aus den Anden kommende Wasser nicht nur zu Trinkwasserzwecken verwendet, sondern auch für die Stromversorgung der Metropole, in der 70 Prozent des Stroms aus Wasserkraft erzeugt wird. Diese schwierigen Randbedingungen machen eine nachhaltige und zukunftsgerechte Versorgung der weiterhin wachsenden Bevölkerung zu einer kaum mehr zu bewältigenden Herausforderung.

Vor diesem Hintergrund wird das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) mit 2,5 Millionen Euro geförderte Forschungsprojekt "Nachhaltige Wasserversorgung in urbanen Wachstumszentren unter Bewältigung des Klimawandels - Konzepte für Lima/Peru" (LiWa) den folgenden Fragen nachgehen: Wie wirkt sich der Klimawandel auf die Wasserversorgung aus, wie lange können Gletscher und Seen als Trinkwasserspeicher noch genutzt werden und welche der verfügbaren Handlungsmöglichkeiten müssen heute ergriffen werden, damit die angestrebten Ziele der Nachhaltigkeit erreicht werden können?

Beteiligt sind fünf deutsche und vier peruanische Einrichtungen aus Wissenschaft, Industrie und Gesellschaft. Die Aufgabe des Instituts für Wasserbau der Universität Stuttgart ist die Bereitstellung der physikalischen Daten, aus denen Szenarien und Modelle für die Verfügbarkeit von Wasser unter den Bedingungen des Klimawandels erstellt werden. ZIRN ist für die Organisation und Durchführung der Verfahren vor Ort verantwortlich. Dabei geht es darum, gemeinsam mit Entscheidungsträgern und Interessenvertretern mögliche Handlungsalternativen zu entwickeln und zu evaluieren. Darüber hinaus ist ZIRN an der Erstellung und Erprobung der Szenarien beteiligt. Wichtig ist dabei die Einbindung der Bevölkerung, damit Maßnahmen wie etwa der Einbau von Wasserzählern akzeptiert und die Geräte nicht manipuliert werden.

Ansprechpartner: Prof. Ortwin Renn, ZIRN, Tel. 0711/685-83970, e-mail: ortwin.renn@sowi.uni-stuttgart.de, Christian D. León, ZIRN, Tel. 0711/685-83261, e-mail: christian.leon@sowi.uni-stuttgart.de, Prof. András Bárdossy, IWS, Tel. 0711/685-64663, e-mail: andras.bardossy@iws.uni-stuttgart.de

Ursula Zitzler | idw
Weitere Informationen:
http://www.lima-water.de
http://www.uni-stuttgart.de/presse/mediendienst/5/

Weitere Berichte zu: IWS Klimawandel Trinkwasser Wasserbau Wasserversorgung ZIRN

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Ökologie Umwelt- Naturschutz:

nachricht Fernerkundung für den Naturschutz
17.08.2017 | Hochschule München

nachricht "Brauchen wir das?" Auf dem Weg zu einer umweltgerechten Bedarfsprüfung von Infrastrukturprojekten
09.08.2017 | Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung - UFZ

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Ökologie Umwelt- Naturschutz >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Unterwasserroboter soll nach einem Jahr in der arktischen Tiefsee auftauchen

Am Dienstag, den 22. August wird das Forschungsschiff Polarstern im norwegischen Tromsø zu einer besonderen Expedition in die Arktis starten: Der autonome Unterwasserroboter TRAMPER soll nach einem Jahr Einsatzzeit am arktischen Tiefseeboden auftauchen. Dieses Gerät und weitere robotische Systeme, die Tiefsee- und Weltraumforscher im Rahmen der Helmholtz-Allianz ROBEX gemeinsam entwickelt haben, werden nun knapp drei Wochen lang unter Realbedingungen getestet. ROBEX hat das Ziel, neue Technologien für die Erkundung schwer erreichbarer Gebiete mit extremen Umweltbedingungen zu entwickeln.

„Auftauchen wird der TRAMPER“, sagt Dr. Frank Wenzhöfer vom Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI) selbstbewusst. Der...

Im Focus: Mit Barcodes der Zellentwicklung auf der Spur

Darüber, wie sich Blutzellen entwickeln, existieren verschiedene Auffassungen – sie basieren jedoch fast ausschließlich auf Experimenten, die lediglich Momentaufnahmen widerspiegeln. Wissenschaftler des Deutschen Krebsforschungszentrums stellen nun im Fachjournal Nature eine neue Technik vor, mit der sich das Geschehen dynamisch erfassen lässt: Mithilfe eines „Zufallsgenerators“ versehen sie Blutstammzellen mit genetischen Barcodes und können so verfolgen, welche Zelltypen aus der Stammzelle hervorgehen. Diese Technik erlaubt künftig völlig neue Einblicke in die Entwicklung unterschiedlicher Gewebe sowie in die Krebsentstehung.

Wie entsteht die Vielzahl verschiedener Zelltypen im Blut? Diese Frage beschäftigt Wissenschaftler schon lange. Nach der klassischen Vorstellung fächern sich...

Im Focus: Fizzy soda water could be key to clean manufacture of flat wonder material: Graphene

Whether you call it effervescent, fizzy, or sparkling, carbonated water is making a comeback as a beverage. Aside from quenching thirst, researchers at the University of Illinois at Urbana-Champaign have discovered a new use for these "bubbly" concoctions that will have major impact on the manufacturer of the world's thinnest, flattest, and one most useful materials -- graphene.

As graphene's popularity grows as an advanced "wonder" material, the speed and quality at which it can be manufactured will be paramount. With that in mind,...

Im Focus: Forscher entwickeln maisförmigen Arzneimittel-Transporter zum Inhalieren

Er sieht aus wie ein Maiskolben, ist winzig wie ein Bakterium und kann einen Wirkstoff direkt in die Lungenzellen liefern: Das zylinderförmige Vehikel für Arzneistoffe, das Pharmazeuten der Universität des Saarlandes entwickelt haben, kann inhaliert werden. Professor Marc Schneider und sein Team machen sich dabei die körpereigene Abwehr zunutze: Makrophagen, die Fresszellen des Immunsystems, fressen den gesundheitlich unbedenklichen „Nano-Mais“ und setzen dabei den in ihm enthaltenen Wirkstoff frei. Bei ihrer Forschung arbeiteten die Pharmazeuten mit Forschern der Medizinischen Fakultät der Saar-Uni, des Leibniz-Instituts für Neue Materialien und der Universität Marburg zusammen Ihre Forschungsergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler in der Fachzeitschrift Advanced Healthcare Materials. DOI: 10.1002/adhm.201700478

Ein Medikament wirkt nur, wenn es dort ankommt, wo es wirken soll. Wird ein Mittel inhaliert, muss der Wirkstoff in der Lunge zuerst die Hindernisse...

Im Focus: Exotische Quantenzustände: Physiker erzeugen erstmals optische „Töpfe" für ein Super-Photon

Physikern der Universität Bonn ist es gelungen, optische Mulden und komplexere Muster zu erzeugen, in die das Licht eines Bose-Einstein-Kondensates fließt. Die Herstellung solch sehr verlustarmer Strukturen für Licht ist eine Voraussetzung für komplexe Schaltkreise für Licht, beispielsweise für die Quanteninformationsverarbeitung einer neuen Computergeneration. Die Wissenschaftler stellen nun ihre Ergebnisse im Fachjournal „Nature Photonics“ vor.

Lichtteilchen (Photonen) kommen als winzige, unteilbare Portionen vor. Viele Tausend dieser Licht-Portionen lassen sich zu einem einzigen Super-Photon...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

European Conference on Eye Movements: Internationale Tagung an der Bergischen Universität Wuppertal

18.08.2017 | Veranstaltungen

Einblicke ins menschliche Denken

17.08.2017 | Veranstaltungen

Eröffnung der INC.worX-Erlebniswelt während der Technologie- und Innovationsmanagement-Tagung 2017

16.08.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Eine Karte der Zellkraftwerke

18.08.2017 | Biowissenschaften Chemie

Chronische Infektionen aushebeln: Ein neuer Wirkstoff auf dem Weg in die Entwicklung

18.08.2017 | Biowissenschaften Chemie

Computer mit Köpfchen

18.08.2017 | Informationstechnologie