Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Mit gemeinsamer Kläranlage sparen

24.08.2011
Wasserwirtschaftler der HTWK Leipzig entwickeln Modellösung für Dezentrale Abwasserentsorgung

Derzeit bauen Treptitzer Grundstückseigentümer gemeinsam eine private Kläranlage. Das Konzept einer dezentralen Abwasserentsorgungslösung in dem kleinen Ort bei Oschatz entwickelte das Institut für Wasserbau und Siedlungswasserwirtschaft (IWS) an der HTWK Leipzig.

Mit zwei Gruppenkläranlagen für die 140 Einwohner können die Anschlusskosten von 6.000 Euro auf 3.500 Euro pro Grundstück gesenkt werden. Sie sind Eigentum eines neu gegründeten Vereins. Treptitz wurde mit dieser Lösung zum Modellprojekt für die dezentrale Abwasserentsorgung in Sachsen.

Bis zum Jahr 2015 müssen nach der EU-Wasserrahmenrichtlinie auch alle Grundstücke in ländlichen Gebieten an eine vollbiologische Kläranlage angeschlossen sein. In Sachsen liegt der Anschlussgrad für die Abwasserentsorgung aber erst bei 86 Prozent. Sind die Orte nicht an eine zentrale Kläranlage angeschlossen, kommt oftmals eine grundstückseigene vollbiologische Kläranlage in Betracht. In Treptitz ging man einen anderen Weg: Vor eineinhalb Jahren erstellte das Institut für Wasserbau und Siedlungswasserwirtschaft der HTWK Leipzig eine Studie mit einer Kostenvergleichsrechnung.

Die ergab, dass eine Lösung mit zwei Gruppenkläranlagen die kostengünstigste Lösung für die Einwohner darstellt. Als Träger für die Umsetzung gründete man den Verein zum ökologischen Gewässerschutz Treptitz e.V.. Das ist ein Novum in Sachsen und darüber hinaus. Nach einer Phase der Planung und Genehmigung erfolgt derzeit die Umsetzung. Bis heute sind bereits 700 Meter von 2.200 Meter Kanal gebaut.

Das Projekt leitet Tilo Sahlbach, Treptitzer und seit vier Jahren Vertretungsprofessor für Wasserwirtschaft, Hydrologie und Siedlungswasserwirtschaft am IWS der HTWK Leipzig. Darüber hinaus ist er Vereinsvorsitzender des Vereins zum ökologischen Gewässerschutz Treptitz e.V.. Zudem haben auch Studierende der Fakultät Bauwesen an dem Projekt mitgewirkt. In Kürze stellt Tilo Salbach seine neuesten Erkenntnisse auf drei Regionalkonferenzen vor, die vom Sächsischen Ministerium für Umwelt und Landwirtschaft organisiert werden.

Zukunftsfähige Entwässerungslösungen sind eines der Schwerpunktthemen am Institut für Wasserbau und Siedlungswasserwirtschaft. Das Thema wird nicht nur im berufsbegleitenden Studiengang „Change Management in der Wasserwirtschaft“ aufgegriffen, sondern ist noch in weiteren Forschungsthemen des Instituts verankert. Mit einer Reihe von regionalen Partnern aus Wissenschaft und Praxis, wie der Universität Leipzig, dem Helmholtz Zentrum für Umwelttechnik (UFZ), dem Bildungs- und Demonstrationszentrum für dezentrale Abwasserentsorgung (BDZ Leipzig) sowie Unternehmen und Ingenieurbüros der Region wird deshalb daran gearbeitet. „Wir bündeln Kompetenzen und stärken die Netzwerke auf dem Gebiet zukunftsfähiger Infrastrukturkonzepte, um national und international an einem der globalen Wasserthemen maßgeblich mitzuwirken“, so der Leiter des Instituts, Professor Dr.-Ing. Hubertus Milke.

Ein Foto können Vertreter der Presse gern in der Pressestelle der HTWK Leipzig (pressestelle@htwk-leipzig.de) anfordern.

Ansprechpartner:
M.Sc. Tilo Sahlbach, IWS, Fakultät Bauwesen, HTWK Leipzig
Tel. 0341/ 3076 6278
sahlbach@iws.htwk-leipzig.de
Prof. Dr.-Ing. Hubertus Milke, IWS, Fakultät Bauwesen, HTWK Leipzig
Tel.0341/3076 6230
milke@iws.htwk-leipzig.de

Katharina Ballani | idw
Weitere Informationen:
http://www.htwk-leipzig.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Ökologie Umwelt- Naturschutz:

nachricht Mit Urzeitalgen zu gesundem Wasser: Wirtschaftliches Verfahren zur Beseitigung von EDC im Abwasser
27.04.2017 | Technische Universität Bergakademie Freiberg

nachricht Plastik – nicht nur Müll
26.04.2017 | Max-Planck-Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Ökologie Umwelt- Naturschutz >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: TU Chemnitz präsentiert weltweit einzigartige Pilotanlage für nachhaltigen Leichtbau

Wickelprinzip umgekehrt: Orbitalwickeltechnologie soll neue Maßstäbe in der großserientauglichen Fertigung komplexer Strukturbauteile setzen

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Bundesexzellenzclusters „Technologiefusion für multifunktionale Leichtbaustrukturen" (MERGE) und des Instituts für...

Im Focus: Smart Wireless Solutions: EU-Großprojekt „DEWI“ liefert Innovationen für eine drahtlose Zukunft

58 europäische Industrie- und Forschungspartner aus 11 Ländern forschten unter der Leitung des VIRTUAL VEHICLE drei Jahre lang, um Europas führende Position im Bereich Embedded Systems und dem Internet of Things zu stärken. Die Ergebnisse von DEWI (Dependable Embedded Wireless Infrastructure) wurden heute in Graz präsentiert. Zu sehen war eine Fülle verschiedenster Anwendungen drahtloser Sensornetzwerke und drahtloser Kommunikation – von einer Forschungsrakete über Demonstratoren zur Gebäude-, Fahrzeug- oder Eisenbahntechnik bis hin zu einem voll vernetzten LKW.

Was vor wenigen Jahren noch nach Science-Fiction geklungen hätte, ist in seinem Ansatz bereits Wirklichkeit und wird in Zukunft selbstverständlicher Teil...

Im Focus: Weltweit einzigartiger Windkanal im Leipziger Wolkenlabor hat Betrieb aufgenommen

Am Leibniz-Institut für Troposphärenforschung (TROPOS) ist am Dienstag eine weltweit einzigartige Anlage in Betrieb genommen worden, mit der die Einflüsse von Turbulenzen auf Wolkenprozesse unter präzise einstellbaren Versuchsbedingungen untersucht werden können. Der neue Windkanal ist Teil des Leipziger Wolkenlabors, in dem seit 2006 verschiedenste Wolkenprozesse simuliert werden. Unter Laborbedingungen wurden z.B. das Entstehen und Gefrieren von Wolken nachgestellt. Wie stark Luftverwirbelungen diese Prozesse beeinflussen, konnte bisher noch nicht untersucht werden. Deshalb entstand in den letzten Jahren eine ergänzende Anlage für rund eine Million Euro.

Die von dieser Anlage zu erwarteten neuen Erkenntnisse sind wichtig für das Verständnis von Wetter und Klima, wie etwa die Bildung von Niederschlag und die...

Im Focus: Nanoskopie auf dem Chip: Mikroskopie in HD-Qualität

Neue Erfindung der Universitäten Bielefeld und Tromsø (Norwegen)

Physiker der Universität Bielefeld und der norwegischen Universität Tromsø haben einen Chip entwickelt, der super-auflösende Lichtmikroskopie, auch...

Im Focus: Löschbare Tinte für den 3-D-Druck

Im 3-D-Druckverfahren durch Direktes Laserschreiben können Mikrometer-große Strukturen mit genau definierten Eigenschaften geschrieben werden. Forscher des Karlsruher Institus für Technologie (KIT) haben ein Verfahren entwickelt, durch das sich die 3-D-Tinte für die Drucker wieder ‚wegwischen‘ lässt. Die bis zu hundert Nanometer kleinen Strukturen lassen sich dadurch wiederholt auflösen und neu schreiben - ein Nanometer entspricht einem millionstel Millimeter. Die Entwicklung eröffnet der 3-D-Fertigungstechnik vielfältige neue Anwendungen, zum Beispiel in der Biologie oder Materialentwicklung.

Beim Direkten Laserschreiben erzeugt ein computergesteuerter, fokussierter Laserstrahl in einem Fotolack wie ein Stift die Struktur. „Eine Tinte zu entwickeln,...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Internationaler Tag der Immunologie - 29. April 2017

28.04.2017 | Veranstaltungen

Kampf gegen multiresistente Tuberkulose – InfectoGnostics trifft MYCO-NET²-Partner in Peru

28.04.2017 | Veranstaltungen

123. Internistenkongress: Traumata, Sprachbarrieren, Infektionen und Bürokratie – Herausforderungen

27.04.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Über zwei Millionen für bessere Bordnetze

28.04.2017 | Förderungen Preise

Symbiose-Bakterien: Vom blinden Passagier zum Leibwächter des Wollkäfers

28.04.2017 | Biowissenschaften Chemie

Wie Pflanzen ihre Zucker leitenden Gewebe bilden

28.04.2017 | Biowissenschaften Chemie