Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Ein Gas verrät die Luftgüte

06.10.2010
Ob unter freiem Himmel oder im Haus – jeder will möglichst gute Luft atmen.

Als Folge des gewachsenen Umweltbewusstseins sind permanente Untersuchungen der Außenluftqualität heute weit verbreitet. Weniger Beachtung findet die Frage, wie gesundheitsverträglich die Luft in geschlossenen Räumen ist.

Hier setzt ein Forschungsprojekt der FH Gießen-Friedberg an, das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) mit rund 250.000 Euro gefördert wird.

Die auf drei Jahre angelegten Arbeiten sind soeben am Institut für Medizinische Physik und Strahlenschutz der Fachhochschule angelaufen. Ein Team unter der Leitung von Prof. Dr. Joachim Breckow widmet sich dort der „Entwicklung eines effizienten Messverfahrens zur Bestimmung der Radonkonzentration als Indikator für die Qualität der Innenraumluft“.

... mehr zu:
»BMBF »Indikator »Luftgüte »Radon

Hintergrund des Vorhabens ist die Tatsache, dass zurzeit viele Gebäude modernisiert oder saniert werden. Durch den Einbau von Dämmmaterialien und dichteren Fenstern soll die Energieeffizienz erhöht werden. Der positive Effekt des Energiesparens kann aber eine negative Auswirkung haben: mit dem herabgesetzten Luftwechsel droht eine Verschlechterung der Raumluftqualität.

Wird die Luft in Räumen und Gebäuden untersucht, dann sind teure, aufwendige und wenig genaue Messungen bestimmter Schadstoffkonzentrationen Standard. Bei der Suche nach einer praktikablen und kostengünstigen Alternative bedient sich die Gießener Forschungsgruppe der Eigenschaften des radioaktiven Gases Radon. Dabei handelt es sich um eine natürliche Substanz, die überall in der Luft vorkommt, sich in abgedichteter Umgebung anreichert und durch Lüftung reduzieren lässt. Die Abhängigkeit seiner Konzentration von der Luftwechselrate erlaubt es, Radon als Indikator für andere Schadstoffe zu nutzen.

Prof. Breckows Team kann auf Resultate eigener Forschungsarbeiten zurückgreifen, die sich seit langem auf dieses Gas konzentrieren. So wird „Auraex“, ein im FH-Labor für Strahlenmesstechnik erstelltes Radonexposimeter, im Rahmen des aktuellen Projektes weiterentwickelt. Auf diesem Weg soll ein standardisiertes System geschaffen werden, das auf der Grundlage von Radonmessungen universelle, unaufwendige und effiziente Untersuchungen der Luftgüte in Räumen ermöglicht.

Kooperationspartner ist die Gießener Firma UBERA (Institut für Umweltstudien und –beratung), die unter dem Gesichtspunkt der Energieeinsparung Gebäudesanierungen konzipiert. Diese Zusammenarbeit gehört zu den Förderzielen des Programms „FHprofUnt“, aus dem das Projekt finanziert wird. Das BMBF unterstützt damit Verbünde von Fachhochschulen und Unternehmen in Forschung und Entwicklung. Die FH Gießen-Friedberg gehört seit Jahren zu den erfolgreichen Bewerbern um Fördermittel aus diesem Topf.

Erhard Jakobs | idw
Weitere Informationen:
http://www.fh-giessen.de/WEB_TG/drupal/node/5

Weitere Berichte zu: BMBF Indikator Luftgüte Radon

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Ökologie Umwelt- Naturschutz:

nachricht Tausende Holztäfelchen simulieren Plastikmüll
23.02.2017 | Carl von Ossietzky-Universität Oldenburg

nachricht Mehr wärmeliebende Tiere und Pflanzen durch Klimawandel
20.02.2017 | Senckenberg Forschungsinstitut und Naturmuseen

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Ökologie Umwelt- Naturschutz >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Kühler Zwerg und die sieben Planeten

Erdgroße Planeten mit gemäßigtem Klima in System mit ungewöhnlich vielen Planeten entdeckt

In einer Entfernung von nur 40 Lichtjahren haben Astronomen ein System aus sieben erdgroßen Planeten entdeckt. Alle Planeten wurden unter Verwendung von boden-...

Im Focus: Mehr Sicherheit für Flugzeuge

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem totalen Triebwerksausfall zum Einsatz kommt, um den Piloten ein sicheres Gleiten zu einem Notlandeplatz zu ermöglichen, und ein Assistenzsystem für Segelflieger, das ihnen das Erreichen größerer Höhen erleichtert. Präsentiert werden sie von Prof. Dr.-Ing. Wolfram Schiffmann auf der Internationalen Fachmesse für Allgemeine Luftfahrt AERO vom 5. bis 8. April in Friedrichshafen.

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem...

Im Focus: HIGH-TOOL unterstützt Verkehrsplanung in Europa

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt sich bewerten, wie verkehrspolitische Maßnahmen langfristig auf Wirtschaft, Gesellschaft und Umwelt wirken. HIGH-TOOL ist ein frei zugängliches Modell mit Modulen für Demografie, Wirtschaft und Ressourcen, Fahrzeugbestand, Nachfrage im Personen- und Güterverkehr sowie Umwelt und Sicherheit. An dem nun erfolgreich abgeschlossenen EU-Projekt unter der Koordination des KIT waren acht Partner aus fünf Ländern beteiligt.

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt...

Im Focus: Zinn in der Photodiode: nächster Schritt zur optischen On-Chip-Datenübertragung

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium allein – die stoffliche Basis der Chip-Produktion – sind als Lichtquelle kaum geeignet. Jülicher Physiker haben nun gemeinsam mit internationalen Partnern eine Diode vorgestellt, die neben Silizium und Germanium zusätzlich Zinn enthält, um die optischen Eigenschaften zu verbessern. Das Besondere daran: Da alle Elemente der vierten Hauptgruppe angehören, sind sie mit der bestehenden Silizium-Technologie voll kompatibel.

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium...

Im Focus: Innovative Antikörper für die Tumortherapie

Immuntherapie mit Antikörpern stellt heute für viele Krebspatienten einen Erfolg versprechenden Ansatz dar. Weil aber längst nicht alle Patienten nachhaltig von diesen teuren Medikamenten profitieren, wird intensiv an deren Verbesserung gearbeitet. Forschern um Prof. Thomas Valerius an der Christian Albrechts Universität Kiel gelang es nun, innovative Antikörper mit verbesserter Wirkung zu entwickeln.

Immuntherapie mit Antikörpern stellt heute für viele Krebspatienten einen Erfolg versprechenden Ansatz dar. Weil aber längst nicht alle Patienten nachhaltig...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Big Data Centrum Ostbayern-Südböhmen startet Veranstaltungsreihe

23.02.2017 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - April 2017

23.02.2017 | Veranstaltungen

Wie werden wir gesund alt? - Alternsforscher tagen auf interdisziplinärem Symposium in Magdeburg

23.02.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Heinz Maier-Leibnitz-Preise 2017: DFG und BMBF zeichnen vier Forscherinnen und sechs Forscher aus

23.02.2017 | Förderungen Preise

Big Data Centrum Ostbayern-Südböhmen startet Veranstaltungsreihe

23.02.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Planeten außerhalb unseres Sonnensystems: Bayreuther Forscher dringen tief ins Weltall vor

23.02.2017 | Physik Astronomie