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Galapagos: Touristen schleppen Resistenzen ein

24.01.2012
Invasion gefährlicher Bakterien auf Leguanen und Schildkröten

Der Touristenboom beschert der Naturparadies-Insel Galapagos im Pazifik nicht nur Einnahmen. Mücken und Haustiere, jedoch auch gefährliche Bakterienstämme reisen mit den Besuchern als blinde Passagiere mit und gedeihen in den urzeitlichen Tieren des Archipels. Die ersten Antibiotika-Resistenzen von Bakterien in Riesenschildkröten und Leguanen haben nun Forscher der University of Illinois gefunden.

Tourismus bringt Nebenwirkungen

Der entlegenen Lage und dem langen Fernbleiben des Menschen verdankt die Inselgruppe Galapagos ihren außerordentlichen Reichtum von Arten. 95 Prozent des ursprünglichen Bestandes überlebten bis heute. Erst in den vergangenen Jahren wurde das Archipel zum Touristenmagnet und liefert somit dem Mutterland Ecuador eine lukrative Einnahmequelle. 150.000 Touristen kommen jährlich, rund 25.000 Menschen wohnen hier.

Mit dem Mensch kamen jedoch auch Probleme, wie etwa der Schiffs- und Flugverkehr (pressetext berichtete: http://pressetext.com/news/061013028/ ), Müll oder die Einschleppung von Haustieren durch die arbeitende Bevölkerung. Sogar die Festland-Moskitos, die auf den Touristenschiffen mitreisen, bringen Vögel, Schildkröten und Leguane in Gefahr (siehe: http://pressetext.com/news/20090602028 ).

Gefährliche Menschennähe

Eine weitere Form des menschlichen Einwirkens beschreiben die US-Forscher nun im "Journal of Wildlife Diseases". Land- und Meeresiguanas sowie Riesenschildkröten, die nahe bei menschlichen Siedlungen oder Touristenorten von Galapagos wohnen, wurden zur Wohnstätte von Escherichia-coli-Bakterien, die auf gängige Antibiotika wie etwa Ampicillin, Doxycyclin, Tetracycline und Trimethoprin/Sulfamethoxazole resistent sind. Je näher die Tiere beim Menschen leben, desto eher tragen sie die Erreger, zeigt die Analyse von Ausscheidungen der Tiere an verschiedenen Stellen der Inseln.

"Ozeanische Inselsysteme wie etwa das Galapagos-Archipel sind ideal, um die Muster und Prozesse der Ökologie und Evolution zu erkunden. Das gilt auch für die Erforschung der Antibotika-Resistenz", erklärt Studienleiter Roderick Mackie. Wie die Übertragung stattfindet oder welche Auswirkungen die Bakterien für die Tiere haben, wurde allerdings bisher nicht erforscht.

Originalartikel unter
http://www.jwildlifedis.org/content/48/1/56.abstract?ct=ct

Johannes Pernsteiner | pressetext.redaktion
Weitere Informationen:
http://illinois.edu

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