Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Frankreich will eine neue Umwelt- und Wirtschaftsschutzzone im Mittelmeer schaffen

14.09.2009
Mit rund 11 Millionen Quadratkilometern verfügt Frankreich über das zweitgrößte Meeresgebiet der Welt nach dem der USA. Nun will Frankreich, so Umweltminister Jean-Louis Borloo am 24. August 2009, eine Ausschließliche Wirtschaftszone (AWZ) an seiner Mittelmeerküste schaffen, um Fischbestände zu bewahren.
Die AWZ soll sich über 70 Seemeilen vor den französischen Küsten erstrecken.
Am 24. August 2009 wurde ein Gebiet von 70 Seemeilen (entspricht 130 Kilometern) vor der Küste zur Ausschließlichen Wirtschaftszone erklärt.

Prinzipiell gilt das Hoheitsrecht von Küstenstaaten nur bis zu zwölf Seemeilen vor der Küste. Jedoch können gemäß dem 1982 verabschiedeten Seerechtsübereinkommen der Vereinten Nationen sogenannte Ausschließliche Wirtschaftszonen ausgerufen bzw. beantragt werden. Diese können sich über bis zu 200 Seemeilen (370 Kilometer) vor den Küsten eines Landes erstrecken.

Durch die Bewilligung einer AWZ im Mittelmeer hätte Frankreich die Möglichkeit, ein ökologisch geschütztes Gebiet zu schaffen. Somit könnten die französischen Behörden zielgerichteter gegen die Meeresverschmutzung vorgehen, da innerhalb der AZW der Fischfang sowie die Gewinnung von Bodenschätzen besser kontrolliert werden können.

"Wir ändern unsere Politik, weil Schiffe aus aller Welt an die Küste Frankreichs kommen, um sich die natürlichen Ressourcen ohne jegliche Kontrolle - abgesehen von den Hoheitsgewässern Frankreichs - anzueignen. Und das geht so nicht weiter.", sagte Borloo. Im Falle der Bewilligung einer AWZ wäre Frankreich in der Lage, sowohl die Fangtätigkeit als auch die Meeresbodennutzung selber zu regeln.

Bisher haben nur sehr wenige Länder Ausschließliche Wirtschaftszonen im Mittelmeer ausgerufen. Sollte sich dies jedoch ändern und alle Länder eine solche Zone verlangen, gäbe es bald keinen Meeresabschnitt mehr, der nicht unter staatlicher Kontrolle stünde. Borloo wünscht sich jetzt, dass sich andere Länder ein Beispiel an Frankreich nehmen und, dass die Mittelmeerstaaten im Rahmen der Union für den Mittelmeerraum bald solche AWZ bei der UNO beantragen. Dies würde einen umfassenden Schutz des Mittelmeers ermöglichen.

Quelle: "La France va créer une nouvelle zone de protection en Méditerranée" - AFP/Le Monde - 24.08.2009

Redakteur: Julien Sialelli, julien.sialelli@diplomatie.gouv.fr

Sie können es ganz einfach abonnieren, indem Sie eine Email an folgende Adresse senden : sciencetech@botschaft-frankreich.de
Reproduktions- und Verbreitungsrechte
http://www.wissenschaft-frankreich.de/publikationen/wissenschaft_frankreich/index.htm

Marie de Chalup | idw
Weitere Informationen:
http://www.wissenschaft-frankreich.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Ökologie Umwelt- Naturschutz:

nachricht Das Schweigen der Hummeln
15.11.2017 | Karlsruher Institut für Technologie

nachricht Nachhaltige Wasseraufbereitung löst Algenprobleme
26.10.2017 | SCHOTT AG

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Ökologie Umwelt- Naturschutz >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Kleine Strukturen – große Wirkung

Innovative Schutzschicht für geringen Verbrauch künftiger Rolls-Royce Flugtriebwerke entwickelt

Gemeinsam mit Rolls-Royce Deutschland hat das Fraunhofer-Institut für Werkstoff- und Strahltechnik IWS im Rahmen von zwei Vorhaben aus dem...

Im Focus: Nanoparticles help with malaria diagnosis – new rapid test in development

The WHO reports an estimated 429,000 malaria deaths each year. The disease mostly affects tropical and subtropical regions and in particular the African continent. The Fraunhofer Institute for Silicate Research ISC teamed up with the Fraunhofer Institute for Molecular Biology and Applied Ecology IME and the Institute of Tropical Medicine at the University of Tübingen for a new test method to detect malaria parasites in blood. The idea of the research project “NanoFRET” is to develop a highly sensitive and reliable rapid diagnostic test so that patient treatment can begin as early as possible.

Malaria is caused by parasites transmitted by mosquito bite. The most dangerous form of malaria is malaria tropica. Left untreated, it is fatal in most cases....

Im Focus: Transparente Beschichtung für Alltagsanwendungen

Sport- und Outdoorbekleidung, die Wasser und Schmutz abweist, oder Windschutzscheiben, an denen kein Wasser kondensiert – viele alltägliche Produkte können von stark wasserabweisenden Beschichtungen profitieren. Am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) haben Forscher um Dr. Bastian E. Rapp einen Werkstoff für solche Beschichtungen entwickelt, der sowohl transparent als auch abriebfest ist: „Fluoropor“, einen fluorierten Polymerschaum mit durchgehender Nano-/Mikrostruktur. Sie stellen ihn in Nature Scientific Reports vor. (DOI: 10.1038/s41598-017-15287-8)

In der Natur ist das Phänomen vor allem bei Lotuspflanzen bekannt: Wassertropfen perlen von der Blattoberfläche einfach ab. Diesen Lotuseffekt ahmen...

Im Focus: Ultrakalte chemische Prozesse: Physikern gelingt beispiellose Vermessung auf Quantenniveau

Wissenschaftler um den Ulmer Physikprofessor Johannes Hecker Denschlag haben chemische Prozesse mit einer beispiellosen Auflösung auf Quantenniveau vermessen. Bei ihrer wissenschaftlichen Arbeit kombinierten die Forscher Theorie und Experiment und können so erstmals die Produktzustandsverteilung über alle Quantenzustände hinweg - unmittelbar nach der Molekülbildung - nachvollziehen. Die Forscher haben ihre Erkenntnisse in der renommierten Fachzeitschrift "Science" publiziert. Durch die Ergebnisse wird ein tieferes Verständnis zunehmend komplexer chemischer Reaktionen möglich, das zukünftig genutzt werden kann, um Reaktionsprozesse auf Quantenniveau zu steuern.

Einer deutsch-amerikanischen Forschergruppe ist es gelungen, chemische Prozesse mit einer nie dagewesenen Auflösung auf Quantenniveau zu vermessen. Dadurch...

Im Focus: Leoniden 2017: Sternschnuppen im Anflug?

Gemeinsame Pressemitteilung der Vereinigung der Sternfreunde und des Hauses der Astronomie in Heidelberg

Die Sternschnuppen der Leoniden sind in diesem Jahr gut zu beobachten, da kein Mondlicht stört. Experten sagen für die Nächte vom 16. auf den 17. und vom 17....

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Tagung widmet sich dem Thema Autonomes Fahren

21.11.2017 | Veranstaltungen

Neues Elektro-Forschungsfahrzeug am Institut für Mikroelektronische Systeme

21.11.2017 | Veranstaltungen

Raumfahrtkolloquium: Technologien für die Raumfahrt von morgen

21.11.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Wasserkühlung für die Erdkruste - Meerwasser dringt deutlich tiefer ein

21.11.2017 | Geowissenschaften

Eine Nano-Uhr mit präzisen Zeigern

21.11.2017 | Physik Astronomie

Zentraler Schalter

21.11.2017 | Biowissenschaften Chemie