Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Flusslandschaften zurückgewinnen - Hochwasserschutz verbessern

12.09.2008
75 Prozent der Flussauen in Deutschland sind zerstört bzw. stark beeinträchtigt
Verbliebene Auen müssen dringend erhalten werden

Anlässlich der 3. Flussgebietskonferenz der Bundesregierung mahnt das Bundesamt für Naturschutz (BfN) einen sorgsamen Umgang mit den restlichen noch einigermaßen intakten Flussauen in Deutschland an.

"Naturnahe Flusslandschaften mit abwechslungsreich strukturierten Ufern und ausgedehnten Auen sind Oasen der Erholung für den Menschen und zugleich wesentlicher Teil des europäischen Biotopverbundsystems "Natura 2000", erklärt die Präsidentin des Bundesamtes für Naturschutz, Prof. Dr. Beate Jessel.

Flussauen gehören zu den artenreichsten und hoch gefährdeten Lebensräumen in Mitteleuropa. Sie sind mit geschätzten 12.000 darin vorkommenden Tier- und Pflanzenarten echte "hot spots" der Biologischen Vielfalt. Naturnahe Flusslandschaften sorgen im Naturkreislauf zudem mit für Grundwasserneubildung, sauberes Trinkwasser und einen ausgeglichenen Wasserhaushalt. Zudem bieten Flussauen einen volkswirtschaftlich günstigen Beitrag zum vorsorgenden Hochwasserschutz.

Sie sind an Überschwemmungen angepasst, müssen keiner technisch und logistisch anfälligen Steuerung unterzogen werden und das Wasser kann sich da ausbreiten, wo es keinen Schaden anrichtet. Diese wichtigen Funktionen sind durch die Schifffahrt, Wasserkraft, Landwirtschaft sowie den Siedlungs- und Verkehrswegebau vielfach beeinträchtigt. So ist z. B. die Fläche der ursprünglichen Auen vor Ausbau und Eindeichung der Flüsse im Schnitt auf weniger als ein Viertel zusammen geschrumpft und die noch vorhandenen Reste unterliegen vielfach weiter einer intensiven Nutzung.

"Es ist daher dringend notwendig, insbesondere die Struktur und Durchgängigkeit der Gewässer zu verbessern und da, wo es möglich ist, die verloren gegangenen Auenlandschaften wieder zurück zu gewinnen. Dies kommt nicht nur dem Naturschutz zugute, sondern dient gleichermaßen dem Hochwasserschutz und unterstützt das Erreichen des "guten Zustandes", wie ihn die Europäische Wasserrahmenrichtlinie - von begründeten Ausnahmen abgesehen - für alle Gewässer bis 2015 fordert", sagte BfN-Präsidentin Jessel.

Die konkreten Zielvorgaben der Wasserrahmenrichtlinie rücken die ökologische Beschaffenheit der Gewässer europaweit ins Zentrum der Betrachtungen und machen dabei ein länderübergreifendes integriertes Management von Flusseinzugsgebieten erforderlich. Notwendig ist dabei insbesondere auch eine flächenhafte Verminderung der Pestizid- und Düngemitteleinträge aus der Landwirtschaft, eine Verbesserung der Wasseraufnahmefähigkeit der Böden sowie eine angepasste Siedlungs- und Infrastrukturplanung.

Darüber hinaus müssen Ausbau und Unterhaltung der Gewässer sorgfältiger als bisher aus ökologischem Blickwinkel geprüft werden. Angesichts des Zustandes der deutschen und mitteleuropäischen Flussauen kommt einer vorsorgeorientierten Umweltfolgenabschätzung und der angemessenen Kompensation von nachteiligen Auswirkungen große Bedeutung zu.

Franz August Emde | idw
Weitere Informationen:
http://www.bfn.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Ökologie Umwelt- Naturschutz:

nachricht Besserer Schutz vor invasiven Arten
15.11.2016 | Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB)

nachricht Enzian oder Spitzwegerich – wer gewinnt in den Alpen, wenn es wärmer wird?
04.11.2016 | Eidgenössische Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft WSL

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Ökologie Umwelt- Naturschutz >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Greifswalder Forscher dringen mit superauflösendem Mikroskop in zellulären Mikrokosmos ein

Das Institut für Anatomie und Zellbiologie weiht am Montag, 05.12.2016, mit einem wissenschaftlichen Symposium das erste Superresolution-Mikroskop in Greifswald ein. Das Forschungsmikroskop wurde von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und dem Land Mecklenburg-Vorpommern finanziert. Nun können die Greifswalder Wissenschaftler Strukturen bis zu einer Größe von einigen Millionstel Millimetern mittels Laserlicht sichtbar machen.

Weit über hundert Jahre lang galt die von Ernst Abbe 1873 publizierte Theorie zur Auflösungsgrenze von Lichtmikroskopen als ein in Stein gemeißeltes Gesetz....

Im Focus: Durchbruch in der Diabetesforschung: Pankreaszellen produzieren Insulin durch Malariamedikament

Artemisinine, eine zugelassene Wirkstoffgruppe gegen Malaria, wandelt Glukagon-produzierende Alpha-Zellen der Bauchspeicheldrüse (Pankreas) in insulinproduzierende Zellen um – genau die Zellen, die bei Typ-1-Diabetes geschädigt sind. Das haben Forscher des CeMM Forschungszentrum für Molekulare Medizin der Österreichischen Akademie der Wissenschaften im Rahmen einer internationalen Zusammenarbeit mit modernsten Einzelzell-Analysen herausgefunden. Ihre bahnbrechenden Ergebnisse werden in Cell publiziert und liefern eine vielversprechende Grundlage für neue Therapien gegen Typ-1 Diabetes.

Seit einigen Jahren hatten sich Forscher an diesem Kunstgriff versucht, der eine simple und elegante Heilung des Typ-1 Diabetes versprach: Die vom eigenen...

Im Focus: Makromoleküle: Mit Licht zu Präzisionspolymeren

Chemikern am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist es gelungen, den Aufbau von Präzisionspolymeren durch lichtgetriebene chemische Reaktionen gezielt zu steuern. Das Verfahren ermöglicht die genaue, geplante Platzierung der Kettengliedern, den Monomeren, entlang von Polymerketten einheitlicher Länge. Die präzise aufgebauten Makromoleküle bilden festgelegte Eigenschaften aus und eignen sich möglicherweise als Informationsspeicher oder synthetische Biomoleküle. Über die neuartige Synthesereaktion berichten die Wissenschaftler nun in der Open Access Publikation Nature Communications. (DOI: 10.1038/NCOMMS13672)

Chemische Reaktionen lassen sich durch Einwirken von Licht bei Zimmertemperatur auslösen. Die Forscher am KIT nutzen diesen Effekt, um unter Licht die...

Im Focus: Neuer Sensor: Was im Inneren von Schneelawinen vor sich geht

Ein neuer Radarsensor erlaubt Einblicke in die inneren Vorgänge von Schneelawinen. Entwickelt haben ihn Ingenieure der Ruhr-Universität Bochum (RUB) um Dr. Christoph Baer und Timo Jaeschke gemeinsam mit Kollegen aus Innsbruck und Davos. Das Messsystem ist bereits an einem Testhang im Wallis installiert, wo das Schweizer Institut für Schnee- und Lawinenforschung im Winter 2016/17 Messungen damit durchführen möchte.

Die erhobenen Daten sollen in Simulationen einfließen, die das komplexe Geschehen im Inneren von Lawinen detailliert nachbilden. „Was genau passiert, wenn sich...

Im Focus: Neuer Rekord an BESSY II: 10 Millionen Ionen erstmals bis auf 7,4 Kelvin gekühlt

Magnetische Grundzustände von Nickel2-Ionen spektroskopisch ermittelt

Ein internationales Team aus Deutschland, Schweden und Japan hat einen neuen Temperaturrekord für sogenannte Quadrupol-Ionenfallen erreicht, in denen...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Von „Coopetition“ bis „Digitale Union“ – Die Fertigungsindustrien im digitalen Wandel

02.12.2016 | Veranstaltungen

Experten diskutieren Perspektiven schrumpfender Regionen

01.12.2016 | Veranstaltungen

Die Perspektiven der Genom-Editierung in der Landwirtschaft

01.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Parkinson-Krankheit und Dystonien: DFG-Forschergruppe eingerichtet

02.12.2016 | Förderungen Preise

Smart Data Transformation – Surfing the Big Wave

02.12.2016 | Studien Analysen

Nach der Befruchtung übernimmt die Eizelle die Führungsrolle

02.12.2016 | Biowissenschaften Chemie