Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Flugrouten optimieren – Lärmschutz verbessern

29.07.2014

Bei der Festlegung von Flugrouten sollten künftig Informationen transparenter dargestellt und die Öffentlichkeit frühzeitig einbezogen werden.

Gleichzeitig sollten für einen verbesserten Lärmschutz die verschiedenen Akteure der Flugsicherung, Fluglärmkommission sowie aus den Landes- und Bundesbehörden besser zusammenarbeiten. So können Ideen für einen aktiven Schallschutz zur Verminderung von Fluglärm befördert und insgesamt die Transparenz und Nachvollziehbarkeit bei der Flugroutenbestimmung erhöht werden.

In einem aktuellen Gutachten stellt das Öko-Institut im Auftrag des Umweltbundesamtes umfassend dar, welche Anpassungen des gesetzlichen Regelwerks nötig sind, damit Maßnahmen für eine echte Lärmminderung an Flughäfen Wirklichkeit werden können.

Transparenz und Nachvollziehbarkeit für eine bessere Beteiligung

Die zahlreichen Proteste beim Ausbau großer Flughäfen in Deutschland zeigen, dass sich Bürgerinnen und Bürger zunehmend gegen die intransparente Festlegung von Flugrouten über Wohngebieten und den damit verbundenen Fluglärm zur Wehr setzen.

Damit ihre Argumente gehört werden und in den Entscheidungsprozess bei der Festsetzung von Flugrouten einfließen können, empfiehlt das Öko-Institut, dass die so genannten Träger öffentlicher Belange wie Kommunen, Verbände und Initiativen frühzeitig in Planungs- und Diskussionsprozesse einbezogen werden, um allgemeine Grundsätze, Grenzen und Kriterien zur Lärmverteilung in einer Region festzulegen.

„Dabei ist es besonders wichtig, dass die Öffentlichkeit allgemeinverständliche Informationen – insbesondere allgemein zugänglich über Internet – erhält, um sich ein Bild zu machen und qualifizierte Argumente vorbringen zu können“, fasst Regine Barth, Expertin für das Fachplanungsrecht und Leiterin des Bereichs Umweltrecht & Governance am Öko-Institut, zusammen.

„Das ist heute vielfach nicht der Fall; die Informationen sind zu fachlich und damit für Nicht-Experten unverständlich. Sie müssen dringend aufbereitet, komplexe Sachverhalte erklärt werden und natürlich im Internet frei verfügbar sein.“

Dabei ist eine wissenschaftliche Begleitung wünschenswert, die Erfahrungen aus Lärmminderungsprojekten, wie sie beispielsweise das Öko-Institut seit mehr als zehn Jahren für den Frankfurter Flughafen umsetzt, einbringt.

Sicherheit, Lärmschutz, Kapazitäten – ausgewogene Behandlung nötig

Flugrouten werden im Spagat zwischen den Anforderungen an die Sicherheit im Flugbetrieb, die möglichst weitgehende Reduktion von Lärmbelastung sowie die möglichst weitgehende Auslastung des Flughafens festgelegt. Bei der Bewertung der Flugrouten tritt dabei heute der Lärmschutz häufig an die letzte Stelle.

Dieses Verhältnis muss künftig ausgewogener berücksichtigt werden, so die Expertinnen des Öko-Instituts. So solle künftig schon gesetzlich klargestellt werden, dass Kapazitätsaspekte keinen automatischen Vorrang gegenüber aktuellen Lärmaspekten haben sollten.

In diesem Zusammenhang schlägt das Öko-Institut außerdem eine neue, verbesserte Rollenverteilung der Akteure vor, die bei der Festlegung von Flugrouten zusammenarbeiten. So solle der Bund weiterhin die Grundsätze zur Festlegung von Flugwegen, -höhen etc. festlegen.

Aspekte zur Minderung von Fluglärm sollten künftig nicht mehr nur von der Fluglärmkommission und dem Umweltbundesamt sondern auch bereits in den Planungsverfahren der Deutschen Flugsicherung eine Rolle spielen.

Die entsprechenden Planungskriterien für eine Minderung des Fluglärms sollten dafür im Vorfeld, anders als heute, bereits von den Landesaufsichtsbehörden unter Beteiligung der Öffentlichkeit festgelegt werden. Diese Anforderungen müssten nicht zuletzt im Planfeststellungsverfahren für den Flughafenausbau berücksichtigt werden.

Studie „Gutachten zur Prüfung von formell- und materiell-rechtlichen Vorgehensmöglichkeiten bei der Festlegung von Flugrouten“ des Öko-Instituts
http://www.oeko.de/publikationen/p-details/gutachten-zur-pruefung-von-formell-un...

Infografik zur Reform des Verfahrens zur Flugroutenfestlegung des Öko-Instituts
https://www.flickr.com/photos/oekoinstitut/14588462507/in/set-72157646003763511

Infografik für eine breitere Beteiligung bei der Festlegung von Flugrouten des Öko-Instituts
https://www.flickr.com/photos/oekoinstitut/14794818473/in/set-72157646003763511

Ansprechpartnerinnen am Öko-Institut:

Regine Barth
Leiterin des Institutsbereichs Umweltrecht & Governance
Öko-Institut e.V., Büro Darmstadt
Telefon: +49 6151 8191-130
E-Mail: r.barth(at)oeko.de

Silvia Schütte
Wissenschaftliche Mitarbeiterin im Institutsbereich
Umweltrecht & Governance
Öko-Institut e.V., Büro Darmstadt
Telefon: +49 6151 8191-134
E-Mail: s.schuette(at)oeko.de

Das Öko-Institut ist eines der europaweit führenden, unabhängigen Forschungs- und Beratungsinstitute für eine nachhaltige Zukunft. Seit der Gründung im Jahr 1977 erarbeitet das Institut Grundlagen und Strategien, wie die Vision einer nachhaltigen Entwicklung global, national und lokal umgesetzt werden kann. Das Institut ist an den Standorten Freiburg, Darmstadt und Berlin vertreten.

Neues vom Öko-Institut auf Twitter: http://twitter.com/oekoinstitut

Interesse an eco@work, dem kostenlosen E-Paper des Öko-Instituts?
Abo unter< http://www.oeko.de/newsletter_ein.php>;

Romy Klupsch | idw - Informationsdienst Wissenschaft

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Ökologie Umwelt- Naturschutz:

nachricht Das Schweigen der Hummeln
15.11.2017 | Karlsruher Institut für Technologie

nachricht Nachhaltige Wasseraufbereitung löst Algenprobleme
26.10.2017 | SCHOTT AG

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Ökologie Umwelt- Naturschutz >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Transparente Beschichtung für Alltagsanwendungen

Sport- und Outdoorbekleidung, die Wasser und Schmutz abweist, oder Windschutzscheiben, an denen kein Wasser kondensiert – viele alltägliche Produkte können von stark wasserabweisenden Beschichtungen profitieren. Am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) haben Forscher um Dr. Bastian E. Rapp einen Werkstoff für solche Beschichtungen entwickelt, der sowohl transparent als auch abriebfest ist: „Fluoropor“, einen fluorierten Polymerschaum mit durchgehender Nano-/Mikrostruktur. Sie stellen ihn in Nature Scientific Reports vor. (DOI: 10.1038/s41598-017-15287-8)

In der Natur ist das Phänomen vor allem bei Lotuspflanzen bekannt: Wassertropfen perlen von der Blattoberfläche einfach ab. Diesen Lotuseffekt ahmen...

Im Focus: Ultrakalte chemische Prozesse: Physikern gelingt beispiellose Vermessung auf Quantenniveau

Wissenschaftler um den Ulmer Physikprofessor Johannes Hecker Denschlag haben chemische Prozesse mit einer beispiellosen Auflösung auf Quantenniveau vermessen. Bei ihrer wissenschaftlichen Arbeit kombinierten die Forscher Theorie und Experiment und können so erstmals die Produktzustandsverteilung über alle Quantenzustände hinweg - unmittelbar nach der Molekülbildung - nachvollziehen. Die Forscher haben ihre Erkenntnisse in der renommierten Fachzeitschrift "Science" publiziert. Durch die Ergebnisse wird ein tieferes Verständnis zunehmend komplexer chemischer Reaktionen möglich, das zukünftig genutzt werden kann, um Reaktionsprozesse auf Quantenniveau zu steuern.

Einer deutsch-amerikanischen Forschergruppe ist es gelungen, chemische Prozesse mit einer nie dagewesenen Auflösung auf Quantenniveau zu vermessen. Dadurch...

Im Focus: Leoniden 2017: Sternschnuppen im Anflug?

Gemeinsame Pressemitteilung der Vereinigung der Sternfreunde und des Hauses der Astronomie in Heidelberg

Die Sternschnuppen der Leoniden sind in diesem Jahr gut zu beobachten, da kein Mondlicht stört. Experten sagen für die Nächte vom 16. auf den 17. und vom 17....

Im Focus: «Kosmische Schlange» lässt die Struktur von fernen Galaxien erkennen

Die Entstehung von Sternen in fernen Galaxien ist noch weitgehend unerforscht. Astronomen der Universität Genf konnten nun erstmals ein sechs Milliarden Lichtjahre entferntes Sternensystem genauer beobachten – und damit frühere Simulationen der Universität Zürich stützen. Ein spezieller Effekt ermöglicht mehrfach reflektierte Bilder, die sich wie eine Schlange durch den Kosmos ziehen.

Heute wissen Astronomen ziemlich genau, wie sich Sterne in der jüngsten kosmischen Vergangenheit gebildet haben. Aber gelten diese Gesetzmässigkeiten auch für...

Im Focus: A “cosmic snake” reveals the structure of remote galaxies

The formation of stars in distant galaxies is still largely unexplored. For the first time, astron-omers at the University of Geneva have now been able to closely observe a star system six billion light-years away. In doing so, they are confirming earlier simulations made by the University of Zurich. One special effect is made possible by the multiple reflections of images that run through the cosmos like a snake.

Today, astronomers have a pretty accurate idea of how stars were formed in the recent cosmic past. But do these laws also apply to older galaxies? For around a...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

500 Kommunikatoren zu Gast in Braunschweig

20.11.2017 | Veranstaltungen

VDI-Expertenforum „Gefährdungsanalyse Trinkwasser"

20.11.2017 | Veranstaltungen

Technologievorsprung durch Textiltechnik

17.11.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Künstliche neuronale Netze: 5-Achs-Fräsbearbeitung lernt, sich selbst zu optimieren

20.11.2017 | Informationstechnologie

Tonmineral bewässert Erdmantel von innen

20.11.2017 | Geowissenschaften

Hemmung von microRNA-29 schützt vor Herzfibrosen

20.11.2017 | Biowissenschaften Chemie