Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Fangstopp für große Fische

01.12.2008
Ein großer Fisch im Wasser bedeutet zwei kleine im Netz

Ein Forscherteam der Universität Toronto ist auf der Suche nach nachhaltigeren Fischerei-Systemen zu einem entscheidenden Schluss gekommen: Die Fischer sollten nur kleinere Fische entnehmen und die großen dürfen nicht gefischt werden. Nur die Einhaltung dieser Regeln kann das Überleben von Arten tatsächlich gewährleisten, berichten sie im Wissenschaftsmagazin Proceedings of the Royal Society B.

"Der Grund, warum gerade die großen Fische so wichtig sind, liegt in der hohen Reproduktionsrate von älteren Tieren", erklärt Greenpeace-Meeresbiologin Antje Helms im pressetext-Interview. "Kleinere Weibchen produzieren deutlich weniger Eier als die großen." Experten sprechen bei älteren weiblichen Fischen auch von "Big Mamas" wie Helms erklärt. Solche Big Mamas legen bis zu zehn Mal mehr Eier als ihre jüngeren Artgenossinnen. "Tragisch ist natürlich in diesem Zusammenhang, dass die größeren Fische wesentlich höhere Marktpreise erzielen", erklärt die Meeresbiologin.

Die Forscher um Paul Venturelli vom Department of Ecology and Evolutionary Biology an der Universität Toronto haben die Daten von insgesamt 25 Meeresfischarten untersucht. Eine Fischpopulation, die aus älteren Fischen besteht, bringt wesentlich mehr Jungfische hervor als eine, die aus mehreren jüngeren besteht. "Ein großer Fisch im Wasser ist so viel Wert wie zwei Fische im Netz", so die Biologen. Die Fischer müssten sich an diesen Gegebenheiten orientieren, nur so könne Fischerei in Zukunft nachhaltig werden.

Greenpeace fordere seit Jahren Schritte gegen die Ausbeutung der Meere, betont Helms. "Der Fischfang muss selektiver werden." Es dürfe nicht sein, dass tonnenschwere Metallreusen Ozeanböden umpflügen und alle Lebewesen, die am Meeresgrund leben - von Weichtieren bis hin zu Fischlaich - in Netzen fangen. "Anschließend geht ein Großteil als toter Beifang wieder über Bord", meint Helms. Das geschehe etwa beim Fang der Scholle so. Ein weiteres Beispiel zur Eindämmung des Raubbaus in den Ozeanen sei der geforderte Stopp der Tiefseefischerei. "Große Teile der Tiefsee sind nicht erforscht, werden aber heute schon geplündert. Besonders betroffen sind Regionen um unterseeische Bergrücken. Greenpeace stehe der Schaffung des weltgrößten Meeresschutzgebietes im Pazifik, den scharzüngige Forscher als einziges Umweltprokt der Projekt der Bush-Regierung bezeichnet hatten, sehr positiv gegenüber. "Gerade solche Zonen sind für den Erhalt der Fischbestände absolut notwendig", erklärt Helms abschließend gegenüber pressetext.

Wolfgang Weitlaner | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.utoronto.ca
http://www.greenpeace.at

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Ökologie Umwelt- Naturschutz:

nachricht Wie Brände die Tundra langfristig verändern
12.12.2017 | Gesellschaft für Ökologie e.V.

nachricht Mit Drohnen Wildschweinschäden schätzen
12.12.2017 | Gesellschaft für Ökologie e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Ökologie Umwelt- Naturschutz >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Long-lived storage of a photonic qubit for worldwide teleportation

MPQ scientists achieve long storage times for photonic quantum bits which break the lower bound for direct teleportation in a global quantum network.

Concerning the development of quantum memories for the realization of global quantum networks, scientists of the Quantum Dynamics Division led by Professor...

Im Focus: Electromagnetic water cloak eliminates drag and wake

Detailed calculations show water cloaks are feasible with today's technology

Researchers have developed a water cloaking concept based on electromagnetic forces that could eliminate an object's wake, greatly reducing its drag while...

Im Focus: Neue Einblicke in die Materie: Hochdruckforschung in Kombination mit NMR-Spektroskopie

Forschern der Universität Bayreuth und des Karlsruhe Institute of Technology (KIT) ist es erstmals gelungen, die magnetische Kernresonanzspektroskopie (NMR) in Experimenten anzuwenden, bei denen Materialproben unter sehr hohen Drücken – ähnlich denen im unteren Erdmantel – analysiert werden. Das in der Zeitschrift Science Advances vorgestellte Verfahren verspricht neue Erkenntnisse über Elementarteilchen, die sich unter hohen Drücken oft anders verhalten als unter Normalbedingungen. Es wird voraussichtlich technologische Innovationen fördern, aber auch neue Einblicke in das Erdinnere und die Erdgeschichte, insbesondere die Bedingungen für die Entstehung von Leben, ermöglichen.

Diamanten setzen Materie unter Hochdruck

Im Focus: Scientists channel graphene to understand filtration and ion transport into cells

Tiny pores at a cell's entryway act as miniature bouncers, letting in some electrically charged atoms--ions--but blocking others. Operating as exquisitely sensitive filters, these "ion channels" play a critical role in biological functions such as muscle contraction and the firing of brain cells.

To rapidly transport the right ions through the cell membrane, the tiny channels rely on a complex interplay between the ions and surrounding molecules,...

Im Focus: Stabile Quantenbits

Physiker aus Konstanz, Princeton und Maryland schaffen ein stabiles Quantengatter als Grundelement für den Quantencomputer

Meilenstein auf dem Weg zum Quantencomputer: Wissenschaftler der Universität Konstanz, der Princeton University sowie der University of Maryland entwickeln ein...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Innovative Strategien zur Bekämpfung von parasitären Würmern

08.12.2017 | Veranstaltungen

Hohe Heilungschancen bei Lymphomen im Kindesalter

07.12.2017 | Veranstaltungen

Der Roboter im Pflegeheim – bald Wirklichkeit?

05.12.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Mit Quantenmechanik zu neuen Solarzellen: Forschungspreis für Bayreuther Physikerin

12.12.2017 | Förderungen Preise

Stottern: Stoppsignale im Gehirn verhindern flüssiges Sprechen

12.12.2017 | Biowissenschaften Chemie

E-Mobilität: Neues Hybridspeicherkonzept soll Reichweite und Leistung erhöhen

12.12.2017 | Energie und Elektrotechnik