Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

„Für Fakten-basierte Entscheidungen“: Katar und PIK wollen Klimaforschungs-Institut gründen

05.12.2012
Die Katar Stiftung hat zusammen mit dem Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK) heute in Doha die Gründung eines Instituts zur Erforschung des Klimawandels angekündigt.

Es wird das erste seiner Art sein „in einem Land, dessen Wohlstand sich auf fossile Brennstoffe gründet“, sagte PIK-Direktor Hans Joachim Schellnhuber.

„Katar hat erklärt, die Herausforderungen des Klimawandels anpacken zu wollen – und zwar indem es sich einsetzt für Forschung und Fakten-basierte Entscheidungen“, erklärte er. „Dies könnte ein Wendepunkt sein für einen Übergang hin zur Nachhaltigkeit.“

Die Wissenschaft zeige klar, dass der weltweite Ausstoß von Treibhausgasen aus der Nutzung fossiler Brennstoffe „ab spätestens 2020 stark zurück gehen muss, wenn wir gefährlichen Klimawandel vermeiden wollen.“

In Anwesenheit Ihrer Hoheit Sheikha Moza bint Nasser, Vorsitzende der Qatar Foundation, sowie von UN-Generalsekretär Ban Ki-Moon, der das Projekt unterstützt, wurde heute beim Weltklimagipfel COP18 ein entsprechendes Memorandum unterzeichnet. „Katar ist einzigartig positioniert zwischen dem Norden und dem Süden, dem Osten und dem Westen, den entwickelten Ländern und den sich entwickelnden“, sagte Sheikha Moza. „Wir wollen in Katar eine wissensbasierte Wirtschaft aufbauen, und so treffen wir uns heute um eine neue Partnerschaft anzukündigen, die diese einzigartigen Stärken zusammenbringt für die Erforschung des Klimawandels, Entwicklung und globale Zusammenarbeit.“

Das Institut soll Wissenslücken schließen, indem es sich insbesondere auf trockene Regionen fokussiert – in diesen leben weltweit 2,5 Milliarden Menschen – sowie auf die Subtropen. Katar, auf der arabischen Halbinsel gelegen, hat selbst wenig Wasser. Das geplante Institut zielt darauf ab, einerseits den Klimawandel und seine Folgen und andererseits mögliche Wege zur Abmilderung seiner negativen Auswirkungen besser zu verstehen. Es wird an der Kreuzung zwischen Naturwissenschaften und Sozialwissenschaften arbeiten. Zu den Forschungsfeldern werden unter anderem Extrem-Ereignisse gehören, Wassersysteme, Ökosysteme, Nahrungserzeugung, öffentliche Gesundheit und nachhaltige Entwicklung.

In den kommenden Monaten wird die Katar Stiftung mit dem PIK zusammen ein Gründungskomitee ernennen, das detaillierte Pläne für das Institut entwickelt und ermittelt, welche Forscher für das Projekt gewonnen werden sollen. Zusätzlich beraten beide Partner darüber, Wissenschaftler aus Katar in der Zwischenzeit möglicherweise für einen Gastaufenthalt ans PIK zu holen.

Ein zweites Element der Zusammenarbeit von Katar und PIK wird der Aufbau eines Global Climate Change Forum sein – dieses soll eine Plattform für gleichgesinnte Länder bieten, die zusammenarbeiten und angesichts des Klimawandels innovative Strategien entwickeln wollen. Das Forum könnte die weiter laufenden offiziellen UNFCCC-Verhandlungen ergänzen, indem es den Weg bereitet für eine Allianz von Pionieren, die neue Initiativen starten auf der Grundlage von Spitzenforschung. Neben Regierungsvertretern und Wissenschaftlern wird das Forum auch offen sein für eine Vielfalt von internationalen Akteuren, etwa Nicht-Regierungs-Organisationen.

Kontakt für weitere Informationen:

Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung, Pressestelle
Telefon: 0331 / 288-2507
E-Mail: presse@pik-potsdam.de

Jonas Viering | PIK Potsdam
Weitere Informationen:
http://www.pik-potsdam.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Ökologie Umwelt- Naturschutz:

nachricht Hochmodernes Forschungsflugzeug fliegt zurzeit über Europa
17.07.2017 | Universität Bremen

nachricht Baumgrenze wird nicht allein durch das Klima bestimmt
03.07.2017 | Senckenberg Forschungsinstitut und Naturmuseen

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Ökologie Umwelt- Naturschutz >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Molekulares Lego

Sie können ihre Farbe wechseln, ihren Spin verändern oder von fest zu flüssig wechseln: Eine bestimmte Klasse von Polymeren besitzt faszinierende Eigenschaften. Wie sie das schaffen, haben Forscher der Uni Würzburg untersucht.

Bei dieser Arbeit handele es sich um ein „Hot Paper“, das interessante und wichtige Aspekte einer neuen Polymerklasse behandelt, die aufgrund ihrer Vielfalt an...

Im Focus: Das Universum in einem Kristall

Dresdener Forscher haben in Zusammenarbeit mit einem internationalen Forscherteam einen unerwarteten experimentellen Zugang zu einem Problem der Allgemeinen Realitätstheorie gefunden. Im Fachmagazin Nature berichten sie, dass es ihnen in neuartigen Materialien und mit Hilfe von thermoelektrischen Messungen gelungen ist, die Schwerkraft-Quantenanomalie nachzuweisen. Erstmals konnten so Quantenanomalien in simulierten Schwerfeldern an einem realen Kristall untersucht werden.

In der Physik spielen Messgrößen wie Energie, Impuls oder elektrische Ladung, welche ihre Erscheinungsform zwar ändern können, aber niemals verloren gehen oder...

Im Focus: Manipulation des Elektronenspins ohne Informationsverlust

Physiker haben eine neue Technik entwickelt, um auf einem Chip den Elektronenspin mit elektrischen Spannungen zu steuern. Mit der neu entwickelten Methode kann der Zerfall des Spins unterdrückt, die enthaltene Information erhalten und über vergleichsweise grosse Distanzen übermittelt werden. Das zeigt ein Team des Departement Physik der Universität Basel und des Swiss Nanoscience Instituts in einer Veröffentlichung in Physical Review X.

Seit einigen Jahren wird weltweit untersucht, wie sich der Spin des Elektrons zur Speicherung und Übertragung von Information nutzen lässt. Der Spin jedes...

Im Focus: Manipulating Electron Spins Without Loss of Information

Physicists have developed a new technique that uses electrical voltages to control the electron spin on a chip. The newly-developed method provides protection from spin decay, meaning that the contained information can be maintained and transmitted over comparatively large distances, as has been demonstrated by a team from the University of Basel’s Department of Physics and the Swiss Nanoscience Institute. The results have been published in Physical Review X.

For several years, researchers have been trying to use the spin of an electron to store and transmit information. The spin of each electron is always coupled...

Im Focus: Das Proton präzise gewogen

Wie schwer ist ein Proton? Auf dem Weg zur möglichst exakten Kenntnis dieser fundamentalen Konstanten ist jetzt Wissenschaftlern aus Deutschland und Japan ein wichtiger Schritt gelungen. Mit Präzisionsmessungen an einem einzelnen Proton konnten sie nicht nur die Genauigkeit um einen Faktor drei verbessern, sondern auch den bisherigen Wert korrigieren.

Die Masse eines einzelnen Protons noch genauer zu bestimmen – das machen die Physiker um Klaus Blaum und Sven Sturm vom Max-Planck-Institut für Kernphysik in...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Operatortheorie im Fokus

20.07.2017 | Veranstaltungen

Technologietag der Fraunhofer-Allianz Big Data: Know-how für die Industrie 4.0

18.07.2017 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - September 2017

17.07.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

1,4 Millionen Euro für Forschungsprojekte im Industrie 4.0-Kontext

20.07.2017 | Förderungen Preise

Von photonischen Nanoantennen zu besseren Spielekonsolen

20.07.2017 | Physik Astronomie

Bildgebung von entstehendem Narbengewebe

20.07.2017 | Biowissenschaften Chemie