Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

EU verstärkt Kampf gegen Klimawandel und fördert Energietechnologien

13.10.2009
In Europa wächst die Besorgnis zu Fragen des Klimawandels, der Energieversorgung und der Wettbewerbsfähigkeit. Angesichts dieser dringenden Problematik appellierte die Europäische Kommission an Behörden, Unternehmen und Forscher, ihre Anstrengungen zu bündeln, um bis 2020 die erforderlichen Technologien zu entwickeln.

Am 7. Oktober stellte die Kommission ihren Vorschlag "Investitionen in die Entwicklung von Energietechnologien mit geringen CO 2-Emissionen" zur Senkung von Treibhausgasemissionen durch Abtrennung und Speicherung von CO2 (carbon capture and storage - CCS) in Kohlekraftwerken vor.

Darin geht die Kommission davon aus, dass in den nächsten 10 Jahren zusätzlich 50 Milliarden EUR in die Energietechnologieforschung investiert werden müssen. Damit stiege das jährliche Investitionsvolumen in der Europäischen Union um weitere 5 auf 8 Milliarden EUR an.

"Eine Aufstockung der Investitionen in die Erforschung sauberer Technologien ist dringend geboten, wenn Europa den Weg nach Kopenhagen und darüber hinaus kostengünstiger gestalten will", erklärte hierzu der für Wissenschaft und Forschung zuständige EU-Kommissar Janez Potocnik.

Die Kommission ist überzeugt, dass der Europäische Strategieplan für Energietechnologie (SET-Plan) als Technologiepfeiler der Energie- und Klimapolitik der EU der Katalysator zur Durchsetzung einer emissionsarmen Wirtschaft sein kann. Dies sei aber nur möglich, wenn öffentliche und private Akteure ihre Ressourcen zusammenführen und kohärent einsetzen, so Kommissar Potocnik.

"Wenn wir jetzt verstärkt in zukunftsträchtige Forschung investieren, können wir neue Wachstumsquellen erschließen, unsere Wirtschaft umweltfreundlicher gestalten und die Wettbewerbsfähigkeit der EU sichern, sobald wir die Krise überwunden haben."

Die Kommission hat zusammen mit der Industrie und den Wissenschaftskreisen Technologiepläne ("Roadmaps") aufgestellt, die für sechs Bereiche ermitteln, welche CO2-arme Schlüsseltechnologien auf EU-Ebene ausbaufähig sind: Wind, Sonnenenergie, Elektrizitätsnetze, Bioenergie, CO2-Abscheidung und -Speicherung und zukunftsfähige Kernspaltung.

Die Auswahl beruht auf einer Auswertung durch das Europäische Energietechnologie-Informationssystem (SETIS), das aktuelle Forschungsergebnisse zu Status, Prognosen und F&E- Investitionsvolumen für emissionsarme Technologien vorlegt.

Das Informationssystem SETIS bewertet und beobachtet Technologien mit bedeutendem Potenzial für die Energie- und Klimaschutzziele Europas.

"SETIS wurde als leicht zugängliche, zentrale Informationsstelle konzipiert, die validierte, aktuelle Daten zu kohlenstoffarmen Technologien liefert", sagte Kommissar Potocnik. "Das System soll robuste Daten und transparente Methoden allgemein verbreiten und so die EU-Strategie für Energietechnologieforschung - den SET-Plan - unterstützen."

Den größten Investitionszuschuss im Rahmen des SET-Plans erhält mit 16 Milliarden EUR die Solarstromtechnologie, gefolgt von 13 Milliarden EUR für CO2-Abscheidung und -speicherung. Nach den Plänen der Kommission soll die Technologie für Stromanlagen eingesetzt werden, die nach 2020 in Betrieb gehen.

"Frühere industrielle Revolutionen haben bewiesen, dass die richtigen Technologien unsere Lebensweise zum Besseren wandeln können", hob der für Energie zuständige EU-Kommissar Andris Piebalgs hervor. "Heute haben wir die einzigartige Chance, ein Energiemodell, das sich auf umweltbelastende, knappe und risikobehaftete fossile Brennstoffe stützt, in ein saubereres, tragfähiges und weniger abhängiges System umzuwandeln. Voraussetzung dafür ist allerdings die Wahl geeigneter Technologien."

Ist eine emissionsarme Wirtschaft für die EU der richtige Weg? Der Kommission zufolge sei dies die richtige Entscheidung, da fossile Brennstoffträger die Ursache des Problems darstellten.

Mit 80% wird der meiste Energiebedarf in Europa noch aus fossilen Brennstoffen gedeckt, die zum Großteil aus Importen stammen und nicht nur knapp, sondern auch immer teurer werden. Die jetzige Entscheidung würde zudem das Wirtschaftswachstum ankurbeln und Arbeitsplätze schaffen. Mit dem Aufbau und Erhalt einer kohlenstoffarmen Wirtschaft könnte Europa Energieimportkosten senken und sich im Wirtschaftssektor an die Spitze einer sauberen und effizienten Technologiepolitik setzen.

Referenz: Gestützt auf eine Pressemitteilung der Europäischen Kommission IP/09/1431.

| CORDIS
Weitere Informationen:
http://ec.europa.eu/energy/index_en.htm
http://www.kooperation-international.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Ökologie Umwelt- Naturschutz:

nachricht Frühwarnsignale für Seen halten nicht, was sie versprechen
05.12.2016 | Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB)

nachricht Besserer Schutz vor invasiven Arten
15.11.2016 | Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Ökologie Umwelt- Naturschutz >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Poröse kristalline Materialien: TU Graz-Forscher zeigt Methode zum gezielten Wachstum

Mikroporöse Kristalle (MOFs) bergen große Potentiale für die funktionalen Materialien der Zukunft. Paolo Falcaro von der TU Graz et al zeigen in Nature Materials, wie man MOFs gezielt im großen Maßstab wachsen lässt.

„Metal-organic frameworks“ (MOFs) genannte poröse Kristalle bestehen aus metallischen Knotenpunkten mit organischen Molekülen als Verbindungselemente. Dank...

Im Focus: Gravitationswellen als Sensor für Dunkle Materie

Die mit der Entdeckung von Gravitationswellen entstandene neue Disziplin der Gravitationswellen-Astronomie bekommt eine weitere Aufgabe: die Suche nach Dunkler Materie. Diese könnte aus einem Bose-Einstein-Kondensat sehr leichter Teilchen bestehen. Wie Rechnungen zeigen, würden Gravitationswellen gebremst, wenn sie durch derartige Dunkle Materie laufen. Dies führt zu einer Verspätung von Gravitationswellen relativ zu Licht, die bereits mit den heutigen Detektoren messbar sein sollte.

Im Universum muss es gut fünfmal mehr unsichtbare als sichtbare Materie geben. Woraus diese Dunkle Materie besteht, ist immer noch unbekannt. Die...

Im Focus: Significantly more productivity in USP lasers

In recent years, lasers with ultrashort pulses (USP) down to the femtosecond range have become established on an industrial scale. They could advance some applications with the much-lauded “cold ablation” – if that meant they would then achieve more throughput. A new generation of process engineering that will address this issue in particular will be discussed at the “4th UKP Workshop – Ultrafast Laser Technology” in April 2017.

Even back in the 1990s, scientists were comparing materials processing with nanosecond, picosecond and femtosesecond pulses. The result was surprising:...

Im Focus: Wie sich Zellen gegen Salmonellen verteidigen

Bioinformatiker der Goethe-Universität haben das erste mathematische Modell für einen zentralen Verteidigungsmechanismus der Zelle gegen das Bakterium Salmonella entwickelt. Sie können ihren experimentell arbeitenden Kollegen damit wertvolle Anregungen zur Aufklärung der beteiligten Signalwege geben.

Jedes Jahr sind Salmonellen weltweit für Millionen von Infektionen und tausende Todesfälle verantwortlich. Die Körperzellen können sich aber gegen die...

Im Focus: Shape matters when light meets atom

Mapping the interaction of a single atom with a single photon may inform design of quantum devices

Have you ever wondered how you see the world? Vision is about photons of light, which are packets of energy, interacting with the atoms or molecules in what...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Wie aus reinen Daten ein verständliches Bild entsteht

05.12.2016 | Veranstaltungen

Von „Coopetition“ bis „Digitale Union“ – Die Fertigungsindustrien im digitalen Wandel

02.12.2016 | Veranstaltungen

Experten diskutieren Perspektiven schrumpfender Regionen

01.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Forscher entwickeln Unterwasser-Observatorium

07.12.2016 | Biowissenschaften Chemie

HIV: Spur führt ins Recycling-System der Zelle

07.12.2016 | Biowissenschaften Chemie

Mehrkernprozessoren für Mobilität und Industrie 4.0

07.12.2016 | Informationstechnologie