Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

EU-Projekt soll Kosten für CO2-Abtrennung auf unter 15 € pro Tonne senken

04.02.2014
Mit zehn Millionen Euro unterstützt die Europäische Union ein Konsortium aus 16 Partnern, das eine energieeffiziente Technik zur Abtrennung von CO2 aus den Abgasen von Kraftwerken und energieintensiven Betrieben entwickeln will.

Das Projekt M4CO2 (Energy efficient MOF-based Mixed Matrix Membranes for CO2 Capture) wird von der TU Delft koordiniert und soll auf der Grundlage von metallorganischen Gerüstverbindungen und Polymeren Hochleistungsmembranen für die kontinuierliche CO2-Abtrennung entwickeln. Diese Abtrennung kann sowohl vor als auch nach der Verbrennung stattfinden.

M4CO2 ist ein Vierjahresprojekt im 7. EU-Rahmenprogramm und läuft seit Januar 2014; das Auftakttreffen fand am 3. und 4. Februar in Delft statt.

Der globale Energieverbrauch wird Prognosen zufolge von 2008 bis 2035 um 53 % ansteigen. Dabei soll sich der Kohlendioxid-Ausstoß aus der Energieerzeugung von 30,2 Milliarden Tonnen im Jahr 2008 auf 43,2 Milliarden Tonnen im Jahr 2035 erhöhen. Die Gründe liegen in einem unverminderten starken Wirtschaftswachstum sowie der intensiven Nutzung fossiler Rohstoffe.

Die von Menschen verursachten Treibhausgase wie Kohlendioxid einzudämmen, ist eine der größten Herausforderungen im Zusammenhang mit dem Klimawandel. Kohlendioxid aus punktförmigen Quellen wie fossilen Kraftwerken und anderen energieintensiven Anlagen mit Hilfe von CO2-Abscheidung zu reduzieren, könnte ein wesentlicher Ansatz im Kampf gegen die globale Erwärmung sein.

Das Konsortium aus weltweit führenden Unternehmen und Forschungseinrichtungen will innovative Membrankonzepte für die kontinuierliche CO2-Abtrennung nutzen. Da diese Technik auf einen Gas-Flüssig-Phasenwechsel verzichtet, werden Energieverluste vermieden und der CO2-Fußabdruck reduziert. Damit wird eine bisher nicht erreichte Energieeffizienz greifbar. Darüber hinaus sind Membraneinheiten für die Gasabtrennung sicherer und umweltfreundlicher als andere Technologien, wie etwa die Abtrennung mittels Aminen.

Die hoch selektiven Membranen ermöglichen die Abtrennung von CO2 für weniger als 15 € pro Tonne CO2 (≈ 10-15 €/MWh) und unterbieten damit deutlich die Zielwerte des europäischen SET-Plans (Strategic Energy Technologies), der eine Abtrennung von 90 % des CO2 für weniger als 25 € / MWh fordert.

Das M4CO2-Konsortium fördert den Austausch von Wissenschaftlern über die Grenzen Europas hinweg. Eine enge Zusammenarbeit mit australischen Initiativen ist geplant.

Zu den Konsortialpartnern gehören führende Unternehmen und Forschungsgruppen mit hoher Kompetenz in den Bereichen Membranen, Polymere und Reaktionstechnik. Die wichtigsten Industriepartner sind Total (Frankreich), Johnson Matthey (UK), Polymem (Frankreich) und HyGear (Niederlande). Die DECHEMA ist ebenfalls an dem Projekt beteiligt.

Dr. Christine Dillmann | idw
Weitere Informationen:
http://www.dechema.de/

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Ökologie Umwelt- Naturschutz:

nachricht Hochmodernes Forschungsflugzeug fliegt zurzeit über Europa
17.07.2017 | Universität Bremen

nachricht Baumgrenze wird nicht allein durch das Klima bestimmt
03.07.2017 | Senckenberg Forschungsinstitut und Naturmuseen

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Ökologie Umwelt- Naturschutz >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Kohlenstoff-Nanoröhrchen verwandeln Strom in leuchtende Quasiteilchen

Starke Licht-Materie-Kopplung in diesen halbleitenden Röhrchen könnte zu elektrisch gepumpten Lasern führen

Auch durch Anregung mit Strom ist die Erzeugung von leuchtenden Quasiteilchen aus Licht und Materie in halbleitenden Kohlenstoff-Nanoröhrchen möglich....

Im Focus: Carbon Nanotubes Turn Electrical Current into Light-emitting Quasi-particles

Strong light-matter coupling in these semiconducting tubes may hold the key to electrically pumped lasers

Light-matter quasi-particles can be generated electrically in semiconducting carbon nanotubes. Material scientists and physicists from Heidelberg University...

Im Focus: Breitbandlichtquellen mit flüssigem Kern

Jenaer Forschern ist es gelungen breitbandiges Laserlicht im mittleren Infrarotbereich mit Hilfe von flüssigkeitsgefüllten optischen Fasern zu erzeugen. Mit den Fasern lieferten sie zudem experimentelle Beweise für eine neue Dynamik von Solitonen – zeitlich und spektral stabile Lichtwellen – die aufgrund der besonderen Eigenschaften des Flüssigkerns entsteht. Die Ergebnisse der Arbeiten publizierte das Jenaer Wissenschaftler-Team vom Leibniz-Instituts für Photonische Technologien (Leibniz-IPHT), dem Fraunhofer-Insitut für Angewandte Optik und Feinmechanik, der Friedrich-Schiller-Universität Jena und des Helmholtz-Insituts im renommierten Fachblatt Nature Communications.

Aus einem ultraschnellen intensiven Laserpuls, den sie in die Faser einkoppeln, erzeugen die Wissenschaftler ein, für das menschliche Auge nicht sichtbares,...

Im Focus: Flexible proximity sensor creates smart surfaces

Fraunhofer IPA has developed a proximity sensor made from silicone and carbon nanotubes (CNT) which detects objects and determines their position. The materials and printing process used mean that the sensor is extremely flexible, economical and can be used for large surfaces. Industry and research partners can use and further develop this innovation straight away.

At first glance, the proximity sensor appears to be nothing special: a thin, elastic layer of silicone onto which black square surfaces are printed, but these...

Im Focus: 3-D scanning with water

3-D shape acquisition using water displacement as the shape sensor for the reconstruction of complex objects

A global team of computer scientists and engineers have developed an innovative technique that more completely reconstructs challenging 3D objects. An ancient...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

2. Spitzentreffen »Industrie 4.0 live«

25.07.2017 | Veranstaltungen

Gipfeltreffen der String-Mathematik: Internationale Konferenz StringMath 2017

24.07.2017 | Veranstaltungen

Von atmosphärischen Teilchen bis hin zu Polymeren aus nachwachsenden Rohstoffen

24.07.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

IT-Experten entdecken Chancen für den Channel-Markt

25.07.2017 | Unternehmensmeldung

Erst hot dann Schrott! – Elektronik-Überhitzung effektiv vorbeugen

25.07.2017 | Seminare Workshops

Dichtes Gefäßnetz reguliert Bildung von Thrombozyten im Knochenmark

25.07.2017 | Biowissenschaften Chemie