Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Eschentriebsterben–Verfahren für eine bodenschonende Holzernte und neue Holzwerkstoffe aus Eschen

12.06.2014

Der für das Eschentriebsterben verantwortliche Pilz Chalara fraxinea bedroht europaweit die Existenz der Gemeinen Esche.

Mecklenburg-Vorpommern mit seinen vielen, mit Eschen bestockten Nassstandorten ist hiervon besonders betroffen. Um die ökonomischen Folgen einzudämmen, haben die Landesforst Mecklenburg-Vorpommern (Landesforst MV), das Kuratorium für Waldarbeit und Forsttechnik (KWF) und das Fraunhofer Institut für Holzforschung (WKI) Strategien erarbeitet, geschädigte Bäume vor einer Entwertung des Holzes noch wirtschaftlich zu nutzen. Dafür erprobten sie bodenschonende Holzerntetechnologien und das innovative Scrimber-Wood-Verfahren zur Herstellung von Holzwerkstoffen.

Das Projekt wurde vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) über dessen Projektträger, die Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e.V. (FNR), gefördert. Die Abschlussberichte stehen auf www.fnr.de unter den Förderkennzeichen 22007410, 22010910 und 22011010 zum Download zur Verfügung.

In Mecklenburg-Vorpommern waren 2013 bereits 65 Prozent der im Land auf ursprünglich rund 15.500 Hektar vorkommenden Eschen geschädigt oder abgestorben. 2011 waren es noch 55 Prozent.

Die meisten der mit Esche bestockten Böden reagieren sehr empfindlich auf das Befahren mit schweren Erntemaschinen. Die Landesforst MV testete deshalb besonders bodenschonende Holzernteverfahren und bewertete sie hinsichtlich Arbeitssicherheit, Wirtschaftlichkeit und Umweltverträglichkeit.

Alle geprüften Verfahren erlauben Einsatzbereiche für eine bodenschonende Ernte des Holzes. Die darauf aufbauenden Empfehlungen sind im Abschlussbericht des Projektes zusammengefasst und bieten den Waldbesitzern und Forstunternehmern eine gute Orientierungshilfe. Die Beschreibung der Ernteverfahren wurde außerdem in einer kostenlos bei der Landesforst MV erhältlichen Broschüre veröffentlicht (www.mv-wald.de). Grundsätzlich sind die Ergebnisse auch auf die Ernte anderer Baumarten auf nassen Standorten, etwa von Erlen auf Moorböden, übertragbar.

2013 lag der Durchschnittserlös der Landesforst MV über alle Eschen-Sortimente hinweg bei 43,50 Euro je m³. Die im Projekt erprobten bodenschonenden Verfahren verursachten Kosten von 29 bis 56 Euro je m³. In der aktuellen Situation ist eine waldbaulich gebotene Sanierung geschädigter Eschenbestände somit nicht immer kostendeckend möglich.

Dennoch spricht das nachweislich hohe Wuchspotenzial vieler Nassstandorte dafür, diese auch künftig für eine nachhaltige forstliche Produktion zu nutzen, so die Einschätzung der Projektbeteiligten. Entsprechend bestünde das waldbauliche Ziel in der Regel darin, die Schadflächen möglichst rasch mit standortgerechten Baumarten wieder zu bepflanzen. Ein Überblick über die für die Folgebestockung geeigneten Baumarten und Mischungsformen wird im Abschlussbericht gegeben.

Eschenkalamitätsholz könnte einen Beitrag dazu leisten, sich verknappendes Nadelrohholz in der Holzindustrie zu ersetzen. Voraussetzung hierfür ist die erfolgreiche Entwicklung neuer Holzwerkstoffe, denn bislang findet Eschenholz ausschließlich in Vollholzprodukten Verwendung.

Mit der Scrimber Wood-Technologie gelang es dem WKI nun, einen aus der Eukalyptusverarbeitung bekannten Prozess zur Herstellung von Holzwerkstoffplatten erfolgreich auf Eschen-Kalamitätsholz zu übertragen. Bei Tests der Scrimberplatten mit einem Standardverfahren für OSB-Platten übertrafen die mechanischen Eigenschaften die geforderten Werte. Lediglich hinsichtlich des Quellverhaltens besteht noch Optimierungsbedarf. 

Pressekontakt:
Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e.V.
Nicole Paul
Tel.: 03843 – 6930 142
Mail: n.paul@fnr.de

Weitere Informationen:

http://www.fnr.de/projekte-foerderung/projekte/suche/
http://www.wald-mv.de/lib/media.php?id=5351
http://www.fnr-server.de/ftp/pdf/berichte/22007410.pdf

Dr. Torsten Gabriel | idw - Informationsdienst Wissenschaft

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Ökologie Umwelt- Naturschutz:

nachricht Invasive Quallen: Strömungen als Ausbreitungsmotor
23.05.2018 | GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel

nachricht Wenn Korallen Plastik fressen
23.05.2018 | Justus-Liebig-Universität Gießen

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Ökologie Umwelt- Naturschutz >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: GRACE Follow-On erfolgreich gestartet: Das Satelliten-Tandem dokumentiert den globalen Wandel

Die Satellitenmission GRACE-FO ist gestartet. Am 22. Mai um 21.47 Uhr (MESZ) hoben die beiden Satelliten des GFZ und der NASA an Bord einer Falcon-9-Rakete von der Vandenberg Air Force Base (Kalifornien) ab und wurden in eine polare Umlaufbahn gebracht. Dort nehmen sie in den kommenden Monaten ihre endgültige Position ein. Die NASA meldete 30 Minuten später, dass der Kontakt zu den Satelliten in ihrem Zielorbit erfolgreich hergestellt wurde. GRACE Follow-On wird das Erdschwerefeld und dessen räumliche und zeitliche Variationen sehr genau vermessen. Sie ermöglicht damit präzise Aussagen zum globalen Wandel, insbesondere zu Änderungen im Wasserhaushalt, etwa dem Verlust von Eismassen.

Potsdam, 22. Mai 2018: Die deutsch-amerikanische Satellitenmission GRACE-FO (Gravity Recovery And Climate Experiment Follow On) ist erfolgreich gestartet. Am...

Im Focus: Faserlaser mit einstellbarer Wellenlänge

Faserlaser sind ein effizientes und robustes Werkzeug zum Schweißen und Schneiden von Metallen beispielsweise in der Automobilindustrie. Systeme bei denen die Wellenlänge des Laserlichts flexibel einstellbar ist, sind für spektroskopische Anwendungen und die Medizintechnik interessant. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Leibniz-Instituts für Photonische Technologien (Leibniz-IPHT) haben, im Rahmen des vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderten Projekts „FlexTune“, ein neues Abstimmkonzept realisiert, das erstmals verschiedene Emissionswellenlängen voneinander unabhängig und zeitlich synchron erzeugt.

Faserlaser bieten im Vergleich zu herkömmlichen Lasern eine höhere Strahlqualität und Energieeffizienz. Integriert in einen vollständig faserbasierten...

Im Focus: LZH zeigt Lasermaterialbearbeitung von morgen auf der LASYS 2018

Auf der LASYS 2018 zeigt das Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) vom 5. bis zum 7. Juni Prozesse für die Lasermaterialbearbeitung von morgen in Halle 4 an Stand 4E75. Mit gesprengten Bombenhüllen präsentiert das LZH in Stuttgart zudem erste Ergebnisse aus einem Forschungsprojekt zur zivilen Sicherheit.

Auf der diesjährigen LASYS stellt das LZH lichtbasierte Prozesse wie Schneiden, Schweißen, Abtragen und Strukturieren sowie die additive Fertigung für Metalle,...

Im Focus: Achema 2018: Neues Kamerasystem überwacht Destillation und hilft beim Energiesparen

Um chemische Gemische in ihre Einzelbestandteile aufzutrennen, ist in der Industrie die energieaufwendige Destillation gängig, etwa bei der Raffinerie von Rohöl. Forscher der Technischen Universität Kaiserslautern (TUK) entwickeln ein Kamerasystem, das diesen Prozess überwacht. Dabei misst es, ob es zu einer starken Tropfenbildung kommt, was sich negativ auf die Trennung der Komponenten auswirken kann. Die Technik könnte hier künftig automatisch gegensteuern, wenn sich Messwerte ändern. So ließe sich auch Energie einsparen. Auf der Prozesstechnik-Messe Achema in Frankfurt stellen sie die Technik vom 11. bis 15. Juni am Forschungsstand des Landes Rheinland-Pfalz (Halle 9.2, Stand A86a) vor.

Bei der Destillation werden Flüssigkeiten durch Verdampfen und darauffolgende Kondensation des Dampfes in ihre Bestandteile getrennt. Ein bekanntes Beispiel...

Im Focus: Vielseitige Nanokugeln: Forscher bauen künstliche Zellkompartimente als molekulare Werkstatt

Wie verleiht man Zellen neue Eigenschaften ohne ihren Stoffwechsel zu behindern? Ein Team der Technischen Universität München (TUM) und des Helmholtz Zentrums München veränderte Säugetierzellen so, dass sie künstliche Kompartimente bildeten, in denen räumlich abgesondert Reaktionen ablaufen konnten. Diese machten die Zellen tief im Gewebe sichtbar und mittels magnetischer Felder manipulierbar.

Prof. Gil Westmeyer, Professor für Molekulare Bildgebung an der TUM und Leiter einer Forschungsgruppe am Helmholtz Zentrum München, und sein Team haben dies...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

22. Business Forum Qualität: Vom Smart Device bis zum Digital Twin

22.05.2018 | Veranstaltungen

48V im Fokus!

21.05.2018 | Veranstaltungen

„Data Science“ – Theorie und Anwendung: Internationale Tagung unter Leitung der Uni Paderborn

18.05.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Wenn Korallen Plastik fressen

23.05.2018 | Ökologie Umwelt- Naturschutz

Ventile für winzige Teilchen

23.05.2018 | Materialwissenschaften

GRACE Follow-On erfolgreich gestartet: Das Satelliten-Tandem dokumentiert den globalen Wandel

23.05.2018 | Geowissenschaften

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics