Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Erst 4 von 90 Umweltzielen umgesetzt. Materialverbrauch und Landnutzung steigen weiter.

09.08.2012
In zahlreichen internationalen Konferenzen haben sich die politischen Kräfte in den letzten Jahren auf die 90 wichtigsten Umweltziele geeinigt.

Die ambitionierten Ziele können aber nur erreicht werden, wenn verstärkte Maßnahmen gesetzt werden. Zu diesem Ergebnis kommt der aktuelle Bericht des „United Environment Programme (UNEP)“. Forschungsergebnisse zur globalen Ressourcennutzung vom Institut für Soziale Ökologie sind wichtiger Teil des UNEP Berichtes.

Erklärungen zu gemeinsamen Klimazielen sind schnell unterschrieben, an der Umsetzung mangelt es aber häufig. Der bei der RIO+20-Konferenz vorgestellter Bericht zeigt nun auf, dass von den 90 wichtigsten Umweltzielen ein entscheidender Fortschritt nur bei vier von ihnen festgestellt werden kann. So ist es gelungen, die Produktion von Substanzen, die der Ozonschicht schaden, einzudämmen. Weitere Erfolge sind die Entfernung von Blei in Kraftstoffen, ein verbesserter Zugang zu sauberem Wasser und die Reduktion der Meeresverschmutzung.

40 weiteren Zielen ist man näher gekommen, hat sie aber noch nicht erreicht. Sehr kleinen oder gar keinen Fortschritt gab es laut dem UNEP-Bericht bei 24 Zielen, darunter sind der Klimawandel, die problematische Situation der Fischbestände, die Wüstenbildung und die Dürre zu nennen. Der fünfte globale Umweltbericht „Global Environmental Outlook (GEO-5)“ zitiert zentrale Forschungsergebnisse des Instituts für Soziale Ökologie an der Alpen-Adria-Universität.

Das Institut für Soziale Ökologie ist eine der weltweit führenden Institutionen die sich mit der Erfassung und Analyse globaler Ressourcennutzung befassen. Insbesondere Materialverbrauch und Landnutzung werden in Wien untersucht. Das Team Soziale Ökologie konnte zeigen, dass sich der Materialverbrauch unserer Gesellschaft in den letzten 100 Jahren von 7 auf 70 Mrd. Tonnen pro Jahr verzehnfacht hat. „Bei fossilen und mineralischen Rohstoffen gibt es eine enge Koppelung an die ökonomische Entwicklung. Nach einer gewissen Stagnation im globalen pro Kopf Verbrauch von Materialien, gab es in den letzten zehn Jahren aber eine neue Beschleunigung“ erklärt Fridolin Krausmann. „Wenn dieser Trend anhält, wird sich der Materialverbrauch bis 2050 noch einmal verdoppeln.“

Eine gesellschaftliche Schlüsselressource ist Biomasse. Deren Verbrauch stieg in der Vergangenheit mit der Bevölkerung. Bevölkerungswachstum, steigender Fleischverbrauch und Bioenergie lassen aber auch hier eine überproportionale Steigerung der Nachfrage erwarten. Durch Landnutzung eignet sich der Mensch heute bereits ein Viertel der weltweiten Biomasseproduktion an. Ein bisher wenig beachteter Faktor ist dabei die Bodendegradation in ariden Regionen. Erstmals konnte gezeigt werden, wie sehr sich die Böden vor allem in der Sahelzone, in ariden Regionen Chinas und der ehemaligen Sowjetunion verschlechtern und dass dadurch bis zu 50% der Pflanzenproduktivität verloren gehen.

Der Bericht warnt davor, dass es zu irreversiblen Veränderungen der lebenserhaltenden Funktionen des Planeten kommen würde, wenn nicht dringend neue Wege in der Umsetzung der Umweltziele beschritten werden. Die Wende sei, so die Autorinnen und Autoren, noch möglich: Mit ehrgeizigen Maßnahmen könne man das Ruder noch herumreißen.

Der Bericht ist zu finden unter: http://www.unep.org/geo/geo5.asp

Krausmann, F., Gingrich, S., Eisenmenger, N., Erb, K.H., Haberl, H. and Fischer-Kowalski, M. 2009. Growth in global materials use, GDP and population during the 20th century. Ecological Economics 68, 2696–2705.

Zika, M. and Erb, K.H. 2009. The global loss of net primary production resulting from humaninduced soil degradation in drylands. Ecological Economics 69, 310–318

Dr. Romy Müller | idw
Weitere Informationen:
http://www.aau.at/
http://www.unep.org/geo/geo5.asp

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Ökologie Umwelt- Naturschutz:

nachricht Frühwarnsignale für Seen halten nicht, was sie versprechen
05.12.2016 | Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB)

nachricht Besserer Schutz vor invasiven Arten
15.11.2016 | Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Ökologie Umwelt- Naturschutz >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Elektronenautobahn im Kristall

Physiker der Universität Würzburg haben an einer bestimmten Form topologischer Isolatoren eine überraschende Entdeckung gemacht. Die Erklärung für den Effekt findet sich in der Struktur der verwendeten Materialien. Ihre Arbeit haben die Forscher jetzt in Science veröffentlicht.

Sie sind das derzeit „heißeste Eisen“ der Physik, wie die Neue Zürcher Zeitung schreibt: topologische Isolatoren. Ihre Bedeutung wurde erst vor wenigen Wochen...

Im Focus: Electron highway inside crystal

Physicists of the University of Würzburg have made an astonishing discovery in a specific type of topological insulators. The effect is due to the structure of the materials used. The researchers have now published their work in the journal Science.

Topological insulators are currently the hot topic in physics according to the newspaper Neue Zürcher Zeitung. Only a few weeks ago, their importance was...

Im Focus: Rätsel um Mott-Isolatoren gelöst

Universelles Verhalten am Mott-Metall-Isolator-Übergang aufgedeckt

Die Ursache für den 1937 von Sir Nevill Francis Mott vorhergesagten Metall-Isolator-Übergang basiert auf der gegenseitigen Abstoßung der gleichnamig geladenen...

Im Focus: Poröse kristalline Materialien: TU Graz-Forscher zeigt Methode zum gezielten Wachstum

Mikroporöse Kristalle (MOFs) bergen große Potentiale für die funktionalen Materialien der Zukunft. Paolo Falcaro von der TU Graz et al zeigen in Nature Materials, wie man MOFs gezielt im großen Maßstab wachsen lässt.

„Metal-organic frameworks“ (MOFs) genannte poröse Kristalle bestehen aus metallischen Knotenpunkten mit organischen Molekülen als Verbindungselemente. Dank...

Im Focus: Gravitationswellen als Sensor für Dunkle Materie

Die mit der Entdeckung von Gravitationswellen entstandene neue Disziplin der Gravitationswellen-Astronomie bekommt eine weitere Aufgabe: die Suche nach Dunkler Materie. Diese könnte aus einem Bose-Einstein-Kondensat sehr leichter Teilchen bestehen. Wie Rechnungen zeigen, würden Gravitationswellen gebremst, wenn sie durch derartige Dunkle Materie laufen. Dies führt zu einer Verspätung von Gravitationswellen relativ zu Licht, die bereits mit den heutigen Detektoren messbar sein sollte.

Im Universum muss es gut fünfmal mehr unsichtbare als sichtbare Materie geben. Woraus diese Dunkle Materie besteht, ist immer noch unbekannt. Die...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Firmen- und Forschungsnetzwerk Munitect tagt am IOW

08.12.2016 | Veranstaltungen

NRW Nano-Konferenz in Münster

07.12.2016 | Veranstaltungen

Wie aus reinen Daten ein verständliches Bild entsteht

05.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Hochgenaue Versuchsstände für dynamisch belastete Komponenten – Workshop zeigt Potenzial auf

09.12.2016 | Seminare Workshops

Ein Nano-Kreisverkehr für Licht

09.12.2016 | Physik Astronomie

Pflanzlicher Wirkstoff lässt Wimpern wachsen

09.12.2016 | Biowissenschaften Chemie