Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Erhalt von Mooren schützt das Klima

13.11.2008
Botaniker fordern erneute Vernässung trockengelegter Moore

Der Erhalt von Mooren schützt das Klima, während ihre Trockenlegung einen bedeutenden Anstieg der Treibhausgase bedeutet. Zu diesem Schluss kommt eine von der Universität Greifswald veranstaltete Tagung.

Der hier tätige Agraringenieur Wendelin Wichtmann erklärt im pressetext-Interview, warum Maßnahmen der Rückführung der Moorlandschaften zur nassen Bewirtschaftung oder in ihren ursprünglichen natürlichen Zustand nötig sind.

Die Trockenlegung der Moore zum Gewinn von Nutzflächen für etwa den Mais- oder Kartoffelanbau hat negative Folgen für das Klima. "Bei der Belüftung des mineral- und nährstoffreichen Bodens werden gespeicherte Treibhausgase frei", so Wichtmann. Die Entwässerung und die anschließende landwirtschaftliche Nutzung verursache einen zusätzlichen jährlichen Ausstoß von 25 Tonnen CO2 pro Hektar, auf Bundesebene sei dies ein Drittel der landwirtschaftlichen Emissionen von Treibhausgasen und vier Prozent der gesamtdeutschen Treibhausgasproduktion.

Als Beitrag zum Klimaschutz schlägt der Greifswalder Forscher vor, Moore erneut zu vernässen, was durch einen Entwässerungsstop und einen Rückstau des Wassers in Flurhöhe geschehen kann. Die wieder entstehenden Moore könnten in Zukunft in Form einer Paludikultur nass bewirtschaftet werden, indem etwa der Energierohstoff Schilf angebaut wird. Am Bodensee nehme demnächst ein Schilfkraftwerk den Betrieb auf, berichtet Wichtmann, auch als Dachmaterial könne Schilf eingesetzt werden.

Eine andere Möglichkeit stellt die Rückführung trockengelegter Moore zu ihrer ursprünglichen Naturform dar, was einen hohen Naturschutzwert erlaube und neue Lebensräume für viele Tier- und Pflanzenarten erschließe. "Bei bisherigen Rückführungen von Mooren in Mecklenburg-Vorpommern sind regelrechte Vogelparadiese entstanden", betont der Greifswalder Agraringenieur.

Bei den Regionalbehörden würden Forderungen nach Wiedervernässung gerne gehört, senke es doch die bisherigen Pumpkosten zur Trockenlegung. Größtes Hindernis für die Rückführung der Moore sei die Akzeptanz der Anrainer, die Mückenplagen und den Verlust der Kulturlandschaft befürchten. "Man muss auch diese Argumente verstehen", so Wichtmann abschließend.

Johannes Pernsteiner | pressetext.deutschland
Weitere Informationen:
http://www.botanik.uni-greifswald.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Ökologie Umwelt- Naturschutz:

nachricht Plastik – nicht nur Müll
26.04.2017 | Max-Planck-Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften e.V.

nachricht Paradiese in Gefahr: Bayreuther Studierende forschen auf den Malediven zu Plastikmüll in den Meeren
13.04.2017 | Universität Bayreuth

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Ökologie Umwelt- Naturschutz >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Weltweit einzigartiger Windkanal im Leipziger Wolkenlabor hat Betrieb aufgenommen

Am Leibniz-Institut für Troposphärenforschung (TROPOS) ist am Dienstag eine weltweit einzigartige Anlage in Betrieb genommen worden, mit der die Einflüsse von Turbulenzen auf Wolkenprozesse unter präzise einstellbaren Versuchsbedingungen untersucht werden können. Der neue Windkanal ist Teil des Leipziger Wolkenlabors, in dem seit 2006 verschiedenste Wolkenprozesse simuliert werden. Unter Laborbedingungen wurden z.B. das Entstehen und Gefrieren von Wolken nachgestellt. Wie stark Luftverwirbelungen diese Prozesse beeinflussen, konnte bisher noch nicht untersucht werden. Deshalb entstand in den letzten Jahren eine ergänzende Anlage für rund eine Million Euro.

Die von dieser Anlage zu erwarteten neuen Erkenntnisse sind wichtig für das Verständnis von Wetter und Klima, wie etwa die Bildung von Niederschlag und die...

Im Focus: Nanoskopie auf dem Chip: Mikroskopie in HD-Qualität

Neue Erfindung der Universitäten Bielefeld und Tromsø (Norwegen)

Physiker der Universität Bielefeld und der norwegischen Universität Tromsø haben einen Chip entwickelt, der super-auflösende Lichtmikroskopie, auch...

Im Focus: Löschbare Tinte für den 3-D-Druck

Im 3-D-Druckverfahren durch Direktes Laserschreiben können Mikrometer-große Strukturen mit genau definierten Eigenschaften geschrieben werden. Forscher des Karlsruher Institus für Technologie (KIT) haben ein Verfahren entwickelt, durch das sich die 3-D-Tinte für die Drucker wieder ‚wegwischen‘ lässt. Die bis zu hundert Nanometer kleinen Strukturen lassen sich dadurch wiederholt auflösen und neu schreiben - ein Nanometer entspricht einem millionstel Millimeter. Die Entwicklung eröffnet der 3-D-Fertigungstechnik vielfältige neue Anwendungen, zum Beispiel in der Biologie oder Materialentwicklung.

Beim Direkten Laserschreiben erzeugt ein computergesteuerter, fokussierter Laserstrahl in einem Fotolack wie ein Stift die Struktur. „Eine Tinte zu entwickeln,...

Im Focus: Leichtbau serientauglich machen

Immer mehr Autobauer setzen auf Karosserieteile aus kohlenstofffaserverstärktem Kunststoff (CFK). Dennoch müssen Fertigungs- und Reparaturkosten weiter gesenkt werden, um CFK kostengünstig nutzbar zu machen. Das Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) hat daher zusammen mit der Volkswagen AG und fünf weiteren Partnern im Projekt HolQueSt 3D Laserprozesse zum automatisierten Besäumen, Bohren und Reparieren von dreidimensionalen Bauteilen entwickelt.

Automatisiert ablaufende Bearbeitungsprozesse sind die Grundlage, um CFK-Bauteile endgültig in die Serienproduktion zu bringen. Ausgerichtet an einem...

Im Focus: Making lightweight construction suitable for series production

More and more automobile companies are focusing on body parts made of carbon fiber reinforced plastics (CFRP). However, manufacturing and repair costs must be further reduced in order to make CFRP more economical in use. Together with the Volkswagen AG and five other partners in the project HolQueSt 3D, the Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) has developed laser processes for the automatic trimming, drilling and repair of three-dimensional components.

Automated manufacturing processes are the basis for ultimately establishing the series production of CFRP components. In the project HolQueSt 3D, the LZH has...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Ballungsräume Europas

26.04.2017 | Veranstaltungen

200 Weltneuheiten beim Innovationstag Mittelstand in Berlin

26.04.2017 | Veranstaltungen

123. Internistenkongress: Wie digitale Technik die Patientenversorgung verändert

26.04.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Akute Myeloische Leukämie: Ulmer erforschen bisher unbekannten Mechanismus der Blutkrebsentstehung

26.04.2017 | Biowissenschaften Chemie

Naturkatastrophen kosten Winzer jährlich Milliarden

26.04.2017 | Interdisziplinäre Forschung

Zusammenhang zwischen Immunsystem, Hirnstruktur und Gedächtnis entdeckt

26.04.2017 | Biowissenschaften Chemie