Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Entwicklungsländer besitzen den Schlüssel zu einer naturverträglichen Ernährung

25.02.2010
Internationaler Workshop zum Thema "Stärkung der Synergien zwischen biologischer Vielfalt und Ernährungssicherheit"

Angesichts einer steigenden Weltbevölkerung besteht dringender Bedarf Nahrungsmittel, vor allem in den Entwicklungsländern, vor Ort hinreichend bereitzustellen sowie gleichzeitig nachhaltig zu produzieren und dabei den Erhalt der biologischen Vielfalt und der Leistungen des Naturhaushaltes sicherzustellen. Welche Anforderungen sind hierfür an Politik, Forschung und Umsetzung zu stellen? Wo gibt es gute Beispiele, wie sich solche Synergien bereits realisieren lassen?

Diese Fragen wollen heute internationale und nationale Fachleute aus den Bereichen Politik, angewandte Forschung und Zivilgesellschaft auf einem Workshop zum Thema "Stärkung der Synergien zwischen biologischer Vielfalt und Ernährungssicherung" diskutieren, zu dem das Bundesamt für Naturschutz (BfN) und das Institut für Ländliche Strukturforschung (IFLS) nach Bonn eingeladen haben.

"Der Erhalt der biologischen Vielfalt und die Sicherung der Welternährung sind keine antagonistischen Themen. Vielmehr ist nur durch eine nachhaltige, naturverträgliche Landbewirtschaftung langfristig eine Ernährungssicherung möglich. Daher müssen Akteure auf allen Ebenen die Synergien zwischen Biodiversitätserhalt und Ernährungssicherung erkennen und nutzen," sagte die Präsidentin des Bundesamtes für Naturschutz, Prof. Beate Jessel.

Zu den größten Herausforderungen für eine ausreichende und naturverträgliche Ernährungssicherung zählt eine wachsende Weltbevölkerung bei gleichzeitig steigenden qualitativen Ernährungsansprüchen. Auswirkungen des Klimawandels wie Wasserverknappung und eine fortschreitende Landdegradation, haben zur Folge, dass sich die landwirtschaftlich nutzbare Fläche reduziert. Des Weiteren wirken sich die Konkurrenz zwischen Nahrungsmittelproduktion und Biomasseanbau wie auch der weltweite Verlust der biologischen Vielfalt negativ auf die Ernährungssicherung aus. Häufig führen die Nutzungskonkurrenzen auf landwirtschaftlichen Flächen zu einer umweltbelastenden Intensivierung der Landwirtschaft und einer Ausdehnung der Nutzung auf sensible Standorte.

Eine Lösung dieses Konflikts besteht darin, eine in örtliche Kreisläufe eingebundene, naturverträgliche Landnutzung zu fördern, mit dem Ziel, auf regionaler und örtlicher Ebene die Versorgungssicherheit zu gewährleisten und gleichzeitig die biologische Vielfalt auch in Agrarökosystemen zu erhalten. Auf dem Workshop werden good practice Beispiele und Lösungsansätze vorgestellt, wie derartige Win-Win-Situationen zwischen biologischer Vielfalt und Ernährungssicherung erreicht werden können.

Aus Sicht des BfN ist die Förderung von Agrobiodiversität, gerade auch in Entwicklungsländern als ein zentraler Schlüssel für eine naturverträgliche Ernährungssicherung zu sehen. Die Produktion einer ausreichenden Menge an Nahrungsmitteln wird sich in Zukunft nur dann sicherstellen lassen, wenn durch eine Vielfalt der verwendeten Arten, Sorten und Rassen von Kulturpflanzen und Nutztieren eine hohe Anpassungsfähigkeit an sich ändernde Umweltbedingungen, wie z.B. klimatisch bedingte Änderungen, gewährleistet ist. Voraussetzung ist ein ausreichend großer, landwirtschaftlich nutzbarer Genpool, im Gegensatz zu der heute stattfindenden Spezialisierung auf einzelne wenige Sorten.

Nach wissenschaftlichen Schätzungen befinden sich 80 Prozent des natürlichen Vorkommens an genetischen und biologischen Ressourcen weltweit in den Entwicklungsländern. Diese bilden die Existenzgrundlage für die in ländlichen Gebieten lebenden Menschen. Biodiversität trägt zum Erhalt der Böden und der Versorgung mit sauberem Trinkwasser bei und liefert Nahrung, Medizin und Energie. Verschiedene z. T. komplexe Ursachen und Wechselbeziehungen wie durch Flächenkonkurrenz bedingte Intensivierung sowie fehlender Zugang zu Märkten, fehlende Infrastruktur und Kapital, schwankende Welthandelspreise etc. führen allerdings zunehmend zu einem Verlust dieser wichtigen Leistungen.

Hintergrundinformation:
Die Ergebnisse des Workshops sowie weitere Hintergrundinformationen zu Projekt und Thema können auf der IfLS Website unter http://www.ifls.de/content/de_projekt_87.php abgerufen werden. Kontaktperson im BfN ist Kerstin Lehmann: kerstin.lehmann@bfn.de
Hinweis:
Die UNO hat 2010 zum Internationalen Jahr der Biodiversität erklärt. Damit bietet sich allen Akteuren in Bund, Ländern, Gemeinden, Wirtschaft sowie NGOs, Wissenschaft und weiteren Interessierten die

Gelegenheit, während einer Phase erhöhter Aufmerksamkeit, miteinander in einen Dialog über Biodiversität zu treten.

Franz August Emde | idw
Weitere Informationen:
http://www.kalender.biologischevielfalt.de
http://www.ifls.de/content/de_projekt_87.php

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Ökologie Umwelt- Naturschutz:

nachricht Invasive Quallen: Strömungen als Ausbreitungsmotor
23.05.2018 | GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel

nachricht Wenn Korallen Plastik fressen
23.05.2018 | Justus-Liebig-Universität Gießen

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Ökologie Umwelt- Naturschutz >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: GRACE Follow-On erfolgreich gestartet: Das Satelliten-Tandem dokumentiert den globalen Wandel

Die Satellitenmission GRACE-FO ist gestartet. Am 22. Mai um 21.47 Uhr (MESZ) hoben die beiden Satelliten des GFZ und der NASA an Bord einer Falcon-9-Rakete von der Vandenberg Air Force Base (Kalifornien) ab und wurden in eine polare Umlaufbahn gebracht. Dort nehmen sie in den kommenden Monaten ihre endgültige Position ein. Die NASA meldete 30 Minuten später, dass der Kontakt zu den Satelliten in ihrem Zielorbit erfolgreich hergestellt wurde. GRACE Follow-On wird das Erdschwerefeld und dessen räumliche und zeitliche Variationen sehr genau vermessen. Sie ermöglicht damit präzise Aussagen zum globalen Wandel, insbesondere zu Änderungen im Wasserhaushalt, etwa dem Verlust von Eismassen.

Potsdam, 22. Mai 2018: Die deutsch-amerikanische Satellitenmission GRACE-FO (Gravity Recovery And Climate Experiment Follow On) ist erfolgreich gestartet. Am...

Im Focus: Faserlaser mit einstellbarer Wellenlänge

Faserlaser sind ein effizientes und robustes Werkzeug zum Schweißen und Schneiden von Metallen beispielsweise in der Automobilindustrie. Systeme bei denen die Wellenlänge des Laserlichts flexibel einstellbar ist, sind für spektroskopische Anwendungen und die Medizintechnik interessant. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Leibniz-Instituts für Photonische Technologien (Leibniz-IPHT) haben, im Rahmen des vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderten Projekts „FlexTune“, ein neues Abstimmkonzept realisiert, das erstmals verschiedene Emissionswellenlängen voneinander unabhängig und zeitlich synchron erzeugt.

Faserlaser bieten im Vergleich zu herkömmlichen Lasern eine höhere Strahlqualität und Energieeffizienz. Integriert in einen vollständig faserbasierten...

Im Focus: LZH zeigt Lasermaterialbearbeitung von morgen auf der LASYS 2018

Auf der LASYS 2018 zeigt das Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) vom 5. bis zum 7. Juni Prozesse für die Lasermaterialbearbeitung von morgen in Halle 4 an Stand 4E75. Mit gesprengten Bombenhüllen präsentiert das LZH in Stuttgart zudem erste Ergebnisse aus einem Forschungsprojekt zur zivilen Sicherheit.

Auf der diesjährigen LASYS stellt das LZH lichtbasierte Prozesse wie Schneiden, Schweißen, Abtragen und Strukturieren sowie die additive Fertigung für Metalle,...

Im Focus: Achema 2018: Neues Kamerasystem überwacht Destillation und hilft beim Energiesparen

Um chemische Gemische in ihre Einzelbestandteile aufzutrennen, ist in der Industrie die energieaufwendige Destillation gängig, etwa bei der Raffinerie von Rohöl. Forscher der Technischen Universität Kaiserslautern (TUK) entwickeln ein Kamerasystem, das diesen Prozess überwacht. Dabei misst es, ob es zu einer starken Tropfenbildung kommt, was sich negativ auf die Trennung der Komponenten auswirken kann. Die Technik könnte hier künftig automatisch gegensteuern, wenn sich Messwerte ändern. So ließe sich auch Energie einsparen. Auf der Prozesstechnik-Messe Achema in Frankfurt stellen sie die Technik vom 11. bis 15. Juni am Forschungsstand des Landes Rheinland-Pfalz (Halle 9.2, Stand A86a) vor.

Bei der Destillation werden Flüssigkeiten durch Verdampfen und darauffolgende Kondensation des Dampfes in ihre Bestandteile getrennt. Ein bekanntes Beispiel...

Im Focus: Vielseitige Nanokugeln: Forscher bauen künstliche Zellkompartimente als molekulare Werkstatt

Wie verleiht man Zellen neue Eigenschaften ohne ihren Stoffwechsel zu behindern? Ein Team der Technischen Universität München (TUM) und des Helmholtz Zentrums München veränderte Säugetierzellen so, dass sie künstliche Kompartimente bildeten, in denen räumlich abgesondert Reaktionen ablaufen konnten. Diese machten die Zellen tief im Gewebe sichtbar und mittels magnetischer Felder manipulierbar.

Prof. Gil Westmeyer, Professor für Molekulare Bildgebung an der TUM und Leiter einer Forschungsgruppe am Helmholtz Zentrum München, und sein Team haben dies...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

22. Business Forum Qualität: Vom Smart Device bis zum Digital Twin

22.05.2018 | Veranstaltungen

48V im Fokus!

21.05.2018 | Veranstaltungen

„Data Science“ – Theorie und Anwendung: Internationale Tagung unter Leitung der Uni Paderborn

18.05.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Rotierende Rugbybälle unter den massereichsten Galaxien

23.05.2018 | Physik Astronomie

Invasive Quallen: Strömungen als Ausbreitungsmotor

23.05.2018 | Ökologie Umwelt- Naturschutz

Matrix-Theorie als Ursprung von Raumzeit und Kosmologie

23.05.2018 | Physik Astronomie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics