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Elektromagnetische Felder - wie verstrahlt ist Ihr Gebiet?

06.11.2015

Hochspannungsleitungen, Funkmasten, aber auch Smartphones oder Tablets – elektromagnetische Felder sind in unserer Umwelt allgegenwärtig. Viele Bürger sind besorgt. Nach wie vor fehlen abschließende Untersuchungen zur Risikobewertung. Als Vorsorgemaßnahmen rät das Bundesamt für Strahlenschutz zu einer verstärkten Forschung, um den aktuellen Kenntnisstand zu erweitern und die Bevölkerung umfassend zu informieren.

Dieses Ziel verfolgt auch ein Forschungsprojekt, das derzeit an der Fakultät Elektrotechnik der Ostfalia Hochschule in Wolfenbüttel läuft. „Idee des Projekts ist es, hochgenaue Messdaten über die Feldstärkeverteilung in deutschen Städten aufzunehmen und für vielfältige Anwendungen nutzbar zu machen“, so Prof. Dr. Matthias Hampe, Leiter des Forschungsprojekts.


Mobiles Messsystem zur Erfassung von Feldstärken

(Foto: Ostfalia)

Dabei kommt ein mobiles Messsystem zum Einsatz, das Hampe zusammen mit dem Masterstudenten Sönke Heeren entwickelt hat. Dieses Messsystem liefert zuverlässig und schnell einen Überblick über die Feldstärkeverteilung des ausgemessenen Gebietes. Dazu wird mit dem mobilen Messträger kurzzeitig an vielen Orten eine hochgenaue Messung durchgeführt.

Die erhaltenen Momentaufnahmen werden auf einer elektronischen Karte dargestellt. Bezüglich der Datensicherheit kann Hampe beruhigen: „Es wird ausschließlich die Stärke der Signale gemessen. Die Inhalte der Nachrichten, zum Beispiel beim Versand per WLAN oder Mobilfunk, bleiben unberücksichtigt.“

Zur Erfassung der Messdaten arbeitet die Fakultät Elektrotechnik eng mit der viridas GmbH zusammen. Das Unternehmen nutzt das neu entwickelte Verfahren und führt deutschlandweit Feldstärkemessungen durch. Über 50 Städte wie Braunschweig, Hamburg oder München wurden bereits vermessen. Die Ergebnisse sind im Internet unter www.Feldkarte.de  abrufbar.

Die gute Nachricht ist, die gesetzlichen Grenzwerte wurden an keinem Ort überschritten. Aus den Messdaten geht jedoch hervor, dass in der Nähe von Funkmasten oder in Industriegebieten häufig höhere Werte zu beobachten sind. Auch werden in Städten tendenziell höhere Feldstärken gemessen als in ländlichen Gegenden. Für die Einhaltung der Emissionsgrenzwerte ist die Bundesnetzagentur zuständig.

Diese führt auf Anfrage Langzeitmessungen durch, die jedoch nur punktuell stattfinden. Vorteil des neuen Verfahrens – die Messungen erfolgen schnell und unkompliziert und decken breite Flächen ab. Anhand der ermittelten Daten können mögliche kritische Feldstärken identifiziert werden, die anschließend mit gezielten Langzeitmessungen genauer untersucht werden sollten.

Die geplante Laufzeit des Forschungsprojekts beträgt drei Jahre. Insbesondere soll untersucht werden, ob mit den Feldkarten eine Ortung und Steuerung autonomer Fahrzeuge möglich ist. „Hierzu müssten die erhaltenen Messdaten die jeweiligen Messorte als eine Art elektromagnetischer Fingerabdruck zuverlässig beschreiben. Ersten Untersuchungen nach ist dies durchaus wahrscheinlich“, so Hampe.

Weitere Informationen:

http://www.ostfalia.de/pws/hampem/

Evelyn Meyer-Kube | idw - Informationsdienst Wissenschaft

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