Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Eifel: Biodiversität erfolgreich gesichert

10.03.2010
2001 beschlossen die Mitgliedsstaaten der Europäischen Union in Göteborg, bis 2010 den Rückgang der biologischen Vielfalt zu stoppen.

Im Jahr 2010, dem internationalen Jahr der Biodiversität, glauben viele Experten nicht mehr, dass das Ziel noch erreicht werden kann. Dennoch gibt es Hoffnung: In der nordrhein-westfälischen Eifel wurde von 2001 bis heute der Rückgang der Artenvielfalt nicht nur gestoppt, es gibt dort sogar wieder mehr Arten als zuvor. Im Regionalen kann Artenschutz also doch gelingen. Das belegen Studien von Naturschutzforschern der Universität Bonn.

"Dass das Ziel, den Rückgang der biologischen Vielfalt bis 2010 zu stoppen, nicht erreicht wird, stimmt wohl für Deutschland und die Bundesländer, nicht aber für alle Naturräume, Kreise und Kommunen", sagt Professor Dr. Wolfgang Schumacher von der Landwirtschaftlichen Fakultät der Universität Bonn. Mit rund 200 Staatsexamens-, Diplom- und Doktorarbeiten aus den letzten 30 Jahren, weiterer Datenerhebungen und einer ganzen Reihe umsetzungsorientierter Forschungsprojekte hat der Forschungsbereich "Geobotanik und Naturschutz" der Fakultät in den vergangenen 25 Jahren im Detail den Erfolg von Umweltschutzmaßnahmen in der nordrhein-westfälischen Eifel untersucht.

Das Ergebnis fasst Professor Schumacher zusammen: "In der Eifel wurde als eine der ersten Regionen Deutschlands das 2010-Ziel der Europäischen Union nicht nur erreicht, sondern deutlich übertroffen." Dies sei zumindest für die Flora, die Pflanzengesellschaften und die gefährdeten Biotoptypen zweifelsfrei nachgewiesen worden.

Vertragsnaturschutz hat sich bewährt

Wesentliche Gründe für die gelungene Trendumkehr seien die Entwicklung des "Vertragsnaturschutzes" mit der Landwirtschaft vor gut dreißig Jahren, der die Landwirte in die Pflege und den Erhalt von Naturschutzgebieten einbindet. Mittlerweile werden 5.000 Hektar Land auf diese Weise bewirtschaftet und weitere 15.000 Hektar Wiesen und Weiden extensiv genutzt - ein sehr hoher Anteil. In mehreren Projekten überprüfte die Landwirtschaftliche Fakultät die Effizienz der Vertragsnaturschutz-Programme.

Auch sei der Flächenanteil der geschützten Gebiete in den Eifelregionen der Kreise Euskirchen, Düren und der Städteregion Aachen in den vergangenen zehn Jahren erheblich angestiegen. Er liege zurzeit bei 30.000 Hektar, was einem Anteil von 15 Prozent der Gesamtfläche entspricht. Die Bonner Forscher fanden darüber hinaus, dass in mehr als 100 Gebieten die Artenzahlen deutlich zugenommen haben. Gleichzeitig ging die Zahl der laut Roter Liste gefährdeten Farn- und Blütenpflanzen in der Eifel deutlich zurück.

Professor Schumacher geht davon aus, dass das 2010-Ziel auch in einigen anderen Naturräumen Nordrhein-Westfalens und weiterer Bundesländer erreicht ist. Er empfiehlt, den regionalen Ansätzen zur Umsetzung des Naturschutzes mehr Aufmerksamkeit zu schenken. "Die Erhaltung der biologischen Vielfalt lässt sich auf regionaler und kommunaler Ebene nicht nur besser evaluieren, sondern auch eher umsetzen", ist Schumacher überzeugt.

Kontakt:
Prof. Dr. Wolfgang Schumacher
Institut für Nutzpflanzenwissenschaften und Ressourcenschutz
der Universität Bonn
Telefon: 0228/73-2147
E-Mail: geobotanik@uni-bonn.de

Dr. Andreas Archut | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-bonn.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Ökologie Umwelt- Naturschutz:

nachricht Bestände des invasiven Kalikokrebses reduzieren und heimische Arten schützen
24.04.2018 | Pädagogische Hochschule Karlsruhe

nachricht Plastik stimuliert Bakterien im Meer
17.04.2018 | Universität Wien

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Ökologie Umwelt- Naturschutz >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Fraunhofer ISE und teamtechnik bringen leitfähiges Kleben für Siliciumsolarzellen zu Industriereife

Das Kleben der Zellverbinder von Hocheffizienz-Solarzellen im industriellen Maßstab ist laut dem Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE und dem Anlagenhersteller teamtechnik marktreif. Als Ergebnis des gemeinsamen Forschungsprojekts »KleVer« ist die Klebetechnologie inzwischen so weit ausgereift, dass sie als alternative Verschaltungstechnologie zum weit verbreiteten Weichlöten angewendet werden kann. Durch die im Vergleich zum Löten wesentlich niedrigeren Prozesstemperaturen können vor allem temperatursensitive Hocheffizienzzellen schonend und materialsparend verschaltet werden.

Dabei ist der Durchsatz in der industriellen Produktion nur geringfügig niedriger als beim Verlöten der Zellen. Die Zuverlässigkeit der Klebeverbindung wurde...

Im Focus: BAM@Hannover Messe: Innovatives 3D-Druckverfahren für die Raumfahrt

Auf der Hannover Messe 2018 präsentiert die Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM), wie Astronauten in Zukunft Werkzeug oder Ersatzteile per 3D-Druck in der Schwerelosigkeit selbst herstellen können. So können Gewicht und damit auch Transportkosten für Weltraummissionen deutlich reduziert werden. Besucherinnen und Besucher können das innovative additive Fertigungsverfahren auf der Messe live erleben.

Pulverbasierte additive Fertigung unter Schwerelosigkeit heißt das Projekt, bei dem ein Bauteil durch Aufbringen von Pulverschichten und selektivem...

Im Focus: BAM@Hannover Messe: innovative 3D printing method for space flight

At the Hannover Messe 2018, the Bundesanstalt für Materialforschung und-prüfung (BAM) will show how, in the future, astronauts could produce their own tools or spare parts in zero gravity using 3D printing. This will reduce, weight and transport costs for space missions. Visitors can experience the innovative additive manufacturing process live at the fair.

Powder-based additive manufacturing in zero gravity is the name of the project in which a component is produced by applying metallic powder layers and then...

Im Focus: IWS-Ingenieure formen moderne Alu-Bauteile für zukünftige Flugzeuge

Mit Unterdruck zum Leichtbau-Flugzeug

Ingenieure des Fraunhofer-Instituts für Werkstoff- und Strahltechnik (IWS) in Dresden haben in Kooperation mit Industriepartnern ein innovatives Verfahren...

Im Focus: Moleküle brillant beleuchtet

Physiker des Labors für Attosekundenphysik, der Ludwig-Maximilians-Universität und des Max-Planck-Instituts für Quantenoptik haben eine leistungsstarke Lichtquelle entwickelt, die ultrakurze Pulse über einen Großteil des mittleren Infrarot-Wellenlängenbereichs generiert. Die Wissenschaftler versprechen sich von dieser Technologie eine Vielzahl von Anwendungen, unter anderem im Bereich der Krebsfrüherkennung.

Moleküle sind die Grundelemente des Lebens. Auch wir Menschen bestehen aus ihnen. Sie steuern unseren Biorhythmus, zeigen aber auch an, wenn dieser erkrankt...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

infernum-Tag 2018: Digitalisierung und Nachhaltigkeit

24.04.2018 | Veranstaltungen

Fraunhofer eröffnet Community zur Entwicklung von Anwendungen und Technologien für die Industrie 4.0

23.04.2018 | Veranstaltungen

Mars Sample Return – Wann kommen die ersten Gesteinsproben vom Roten Planeten?

23.04.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Neuer Impfstoff-Kandidat gegen Malaria erfolgreich in erster klinischer Studie untersucht

25.04.2018 | Biowissenschaften Chemie

Erkheimer Ökohaus-Pionier eröffnet neues Musterhaus „Heimat 4.0“

25.04.2018 | Architektur Bauwesen

Fraunhofer ISE und teamtechnik bringen leitfähiges Kleben für Siliciumsolarzellen zu Industriereife

25.04.2018 | Energie und Elektrotechnik

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics