Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

E-Schrott muss 2014 nachhaltiger entsorgt werden

05.12.2012
EU will bessere Ressourcennutzung und weniger illegale Entsorgung

Der Einzelhandel freut sich auf ein gutes Weihnachtsgeschäft. 2012 rechnet er mit Einnahmen, die erstmals die Grenze von 80 Mrd. Euro übertreffen werden.

Weit vorn auf den Wunschzetteln der Kunden stehen Unterhaltungs- und Haushaltselektronik. Mit dem Tannenbaum werden nach dem Fest dann auch zahlreiche Altgeräte zur Entsorgung fällig. Ein überarbeitetes Abfallgesetz der EU soll ab Anfang 2014 dafür sorgen, dass Elektromüll künftig nachhaltiger entsorgt wird. Hersteller und Handel sollen dabei besonders in die Pflicht genommen werden.

E-Schrott ist laut EU-Kommission einer der am schnellsten ansteigenden Abfallströme. Gemäß Umweltschutzprogramm UNEP produziert die westliche Welt jährlich 50 Mio. Tonnen Elektromüll. In Europa werden nur 25 Prozent des elektronischen Abfalls recycelt. Der Rest wird entweder mit dem Hausmüll entsorgt oder oft illegal in Containern in Dritte-Welt-Länder verschifft. Die WEEE-Richtlinie zu Elektro- und Elektronik-Altgeräten soll nun erreichen, dass knappe Ressourcen besser genutzt und illegale Ausfuhren eingedämmt werden.

Ziel: Zwölf Mio. Tonnen E-Schrott

"Wichtige, knappe und teure Rohstoffe wie Gold, Silber, Kupfer und seltene Erden sollen künftig vermehrt durch nachhaltiges Recycling wieder in den Produktionskreislauf zurückgelangen", erklärt Roswitha Kolb, Vice President Global Sales bei TechProtect, einer auf nachhaltige Umweltprogramme spezialisierten Recycling-Agentur, im pressetext-Interview.

Die Richtlinie sieht vor, dass ab 2014 bis 2016 die Rücknahmequoten für Altgeräte auf 45 Prozent des Durchschnittsgewichts der verkauften Geräte angehoben werden. Für 2019 ist ein Rücknahmeziel von 65 Prozent des Durchschnittsgewichts der verkauften Geräte oder 85 Prozent aller anfallenden Altgeräte vorgesehen. Das entspricht schätzungsweise zwölf Mio. Tonnen. Verbraucher sollen zudem die Möglichkeit haben, in größeren Einzelhandelsläden Elektrokleingeräte zurückgeben zu können, ohne sich ein neues Produkt kaufen zu müssen.

Alarmstimmung in der Elektro-Branche

Umweltkommissar Janez Potocnik erklärt hierzu: "Es müssen neue Rücknahmestellen eingerichtet und die bisherigen Möglichkeiten verbessert werden. Die Mitgliedstaaten sollten versuchen, diese neuen Ziele schon vor dem offiziellen Termin zu erreichen." Daher herrscht in der Elektro-Branche Alarmstimmung. Lösungen stehen in Form von Anbietern wie TechProtect aber schon jetzt bereit.

Das Unternehmen arbeitet seit Jahren weltweit mit zahlreichen großen Herstellern wie Hewlett-Packard, Lenovo, IBM, Logitech und Samsung zusammen, führt zum Beispiel Rücknahmeaktionen wie "Alt-gegen-Neu" oder "Testen, dann Kaufen" durch. Mit der Richtlinie werden diese freiwilligen Maßnahmen von Herstellern und Handel zur Pflicht.

Kunden und Hersteller motivieren

"Derzeit ist der Recycling-Markt noch fragmentiert", kritisiert Roswitha Kolb. "Viele Dienstleistungen und Services müssen noch konsolidiert werden, damit die Abfallströme und Recycling-Prozesse klar ablaufen können." Zusätzlich gilt es alle Zielgruppen zu motivieren: "Händler und Hersteller werden an den Erlösen beteiligt, die durch den Verkauf der Sekundärrohstoffe erzielt werden. Kunden können über Rabatte motiviert werden, ihre alte Elektronik beim Kauf neuer Geräte zurückzugeben", so Kolb.

Caroline Bartz | pressetext.redaktion
Weitere Informationen:
http://www.unep.org
http://www.techprotect.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Ökologie Umwelt- Naturschutz:

nachricht Dünenökosysteme modellieren
23.06.2017 | Albert-Ludwigs-Universität Freiburg im Breisgau

nachricht Es wird zu bunt im Gillbach: Weitere nichtheimische Buntbarschpopulation in Deutschland nachgewiesen
22.06.2017 | Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Ökologie Umwelt- Naturschutz >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Can we see monkeys from space? Emerging technologies to map biodiversity

An international team of scientists has proposed a new multi-disciplinary approach in which an array of new technologies will allow us to map biodiversity and the risks that wildlife is facing at the scale of whole landscapes. The findings are published in Nature Ecology and Evolution. This international research is led by the Kunming Institute of Zoology from China, University of East Anglia, University of Leicester and the Leibniz Institute for Zoo and Wildlife Research.

Using a combination of satellite and ground data, the team proposes that it is now possible to map biodiversity with an accuracy that has not been previously...

Im Focus: Klima-Satellit: Mit robuster Lasertechnik Methan auf der Spur

Hitzewellen in der Arktis, längere Vegetationsperioden in Europa, schwere Überschwemmungen in Westafrika – mit Hilfe des deutsch-französischen Satelliten MERLIN wollen Wissenschaftler ab 2021 die Emissionen des Treibhausgases Methan auf der Erde erforschen. Möglich macht das ein neues robustes Lasersystem des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnologie ILT in Aachen, das eine bisher unerreichte Messgenauigkeit erzielt.

Methan entsteht unter anderem bei Fäulnisprozessen. Es ist 25-mal wirksamer als das klimaschädliche Kohlendioxid, kommt in der Erdatmosphäre aber lange nicht...

Im Focus: Climate satellite: Tracking methane with robust laser technology

Heatwaves in the Arctic, longer periods of vegetation in Europe, severe floods in West Africa – starting in 2021, scientists want to explore the emissions of the greenhouse gas methane with the German-French satellite MERLIN. This is made possible by a new robust laser system of the Fraunhofer Institute for Laser Technology ILT in Aachen, which achieves unprecedented measurement accuracy.

Methane is primarily the result of the decomposition of organic matter. The gas has a 25 times greater warming potential than carbon dioxide, but is not as...

Im Focus: How protons move through a fuel cell

Hydrogen is regarded as the energy source of the future: It is produced with solar power and can be used to generate heat and electricity in fuel cells. Empa researchers have now succeeded in decoding the movement of hydrogen ions in crystals – a key step towards more efficient energy conversion in the hydrogen industry of tomorrow.

As charge carriers, electrons and ions play the leading role in electrochemical energy storage devices and converters such as batteries and fuel cells. Proton...

Im Focus: Die Schweiz in Pole-Position in der neuen ESA-Mission

Die Europäische Weltraumagentur ESA gab heute grünes Licht für die industrielle Produktion von PLATO, der grössten europäischen wissenschaftlichen Mission zu Exoplaneten. Partner dieser Mission sind die Universitäten Bern und Genf.

Die Europäische Weltraumagentur ESA lanciert heute PLATO (PLAnetary Transits and Oscillation of stars), die grösste europäische wissenschaftliche Mission zur...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Von Batterieforschung bis Optoelektronik

23.06.2017 | Veranstaltungen

10. HDT-Tagung: Elektrische Antriebstechnologie für Hybrid- und Elektrofahrzeuge

22.06.2017 | Veranstaltungen

„Fit für die Industrie 4.0“ – Tagung von Hochschule Darmstadt und Schader-Stiftung am 27. Juni

22.06.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Radioaktive Elemente in Cassiopeia A liefern Hinweise auf Neutrinos als Ursache der Supernova-Explosion

23.06.2017 | Physik Astronomie

Dünenökosysteme modellieren

23.06.2017 | Ökologie Umwelt- Naturschutz

Makro-Mikrowelle macht Leichtbau für Luft- und Raumfahrt effizienter

23.06.2017 | Materialwissenschaften