Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Dresden wird Modellregion für die Entwicklung von Anpassungsstrategien an den Klimawandel

22.10.2008
Die Region Dresden wird sich in den kommenden fünf Jahren intensiv mit praktischen Maßnahmen beschäftigen, die eine gezielte Anpassung an den Klimawandel vorantreiben.

Insgesamt 11 Millionen Euro fließen dazu in die Region. Ziel ist es, Dresden und sein Umland gegenüber den erwarteten Auswirkungen des Klimawandels robust zu machen und als Modellfall Impulse für andere Regionen Deutschlands zu liefern. Ein breites Bündnis regionaler Akteure aus Politik, Verwaltung, Wirtschaft, Gesellschaft und Wissenschaft trägt das Großvorhaben.

Zunehmende Trockenphasen, höhere Temperaturen, v. a. im Winter, abnehmende Niederschläge im Sommer und generell häufigere Extreme - die für die Region Dresden erwarteten Klimaänderungen werden fast alle Wirtschaftszweige sowie die Lebensqualität und Standortbedingungen der Stadt und ihres Umlands beeinflussen. Welche konkreten Auswirkungen zu erwarten sind, welche Handlungsoptionen sich daraus ergeben, welche Maßnahmen umsetzbar sind und wie sich ein Bewusstsein in der Bevölkerung für die Anforderungen des Klimawandels schaffen lassen, darüber soll das jetzt gestartete Vorhaben "Entwicklung und Erprobung eines integrierten regionalen Klimaanpassungsprogramms für die Modellregion Dresden" - kurz: REGKLAM - Erkenntnisse liefern.

Die entscheidenden Schlüsselbereiche für die zukünftige wirtschaftliche Entwicklung der Region Dresden stehen im Mittelpunkt des ambitionierten Projektes. "Wir werden uns insbesondere mit Fragen des Städtebaus, der Infrastruktur sowie mit der Landnutzung auseinandersetzen", erklärt Professor Bernhard Müller, Direktor des Dresdner Leibniz-Instituts für ökologische Raumentwicklung (IÖR), welches das gesamte Projekt koordiniert. "Bei den erwarteten Klimaänderungen, wie zunehmende Sommerhitze oder vermehrte Starkregen und Überflutungen, sind Anpassungen von Gebäude- und Siedlungsstrukturen unerlässlich", so Müller weiter. "Land- und Forstwirtschaft stehen vor Veränderungen. Die Stadtentwicklung muss klimaverträglicher werden."

Die Wasserver- und -entsorgung stehen aufgrund zurückgehender Niederschlagsabflüsse sowie hinsichtlich Überflutungen bei Starkniederschlag vor besonderen Herausforderungen. Land- und Forstwirtschaft sind künftig mit zunehmender Frühjahrs- und Vorsommertrockenheit konfrontiert - Anpassungen an Anbaustrategien und -techniken sind auch hier dringend notwendig. Neben den erwarteten Klimaänderungen sind es aber auch die zukünftige Bevölkerungsentwicklung, die Energie- und Wasserpreisentwicklung, die Entwicklung der Stadtstruktur und die Anpassungsreaktionen der Industrie an diese Veränderungen, die Wissenschaftler und Praktiker im Vorhaben REGKLAM unter die Lupe nehmen. Nur unter Einbeziehung all dieser Rahmenbedingungen wird es möglich sein, mit realistischen Szenarien in die Zukunft der Stadt und ihres Umlandes zu schauen und die Weichen für eine positive Entwicklung der Region zu stellen.

Im ersten Schritt soll ein sogenanntes Integriertes Regionales Klimaanpassungsprogramm entstehen. Mit diesem Instrument, so das Projektkonsortium, wird es der Region Dresden gelingen, auch unter veränderten Rahmenbedingungen ein attraktiver und wettbewerbsfähiger Lebens-, Wirtschafts- und Kulturstandort zu bleiben. Der praktische Nutzen des Programms liegt in konkreten Maßnahmen für Region, Landkreise und Gemeinden, Ver- und Entsorgungsunternehmen, Land- und Forstwirtschaft sowie für die gewerbliche Wirtschaft.

REGKLAM basiert auf einer intensiven Zusammenarbeit von Politik, Verwaltung, Wirtschaft und Wissenschaft. Die Landeshauptstadt Dresden und ihre Region sind zentrale kommunale Projektpartner. Neben dem IÖR sind die TU Dresden, die TU Bergakademie Freiberg, die Stadtentwässerung Dresden GmbH sowie das Dresdner Grundwasserforschungszentrum und das Leibniz-Institut für Troposphärenforschung Projektpartner. Eingebunden in das Vorhaben sind außerdem mehrere Unternehmen, der Regionale Planungsverband sowie das Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie, das Sächsische Staatsministerium für Umwelt und Landwirtschaft und das Sächsische Staatsministerium des Innern.

Nur unzureichend ist bisher erforscht, wie hochkomplexe Systeme wie Städte und Regionen mit langfristigen Herausforderungen wie dem Klimawandel erfolgreich umgehen können. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) stellt daher im Rahmen seiner Initiative "Klimawandel in Regionen zukunftsfähig gestalten (KLIMZUG)" finanzielle Mittel für herausragende Forschungsprojekte zur Verfügung. Dresden ist mit dem Projekt REGKLAM eine von bundesweit derzeit nur zwei Regionen, die durch das BMBF gefördert werden.

Anja Petkov | idw
Weitere Informationen:
http://www.ioer.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Ökologie Umwelt- Naturschutz:

nachricht Wasserqualität von Flüssen: Zusätzliche Reinigungsstufen in Kläranlagen lohnen sich
24.05.2017 | Eberhard Karls Universität Tübingen

nachricht Eisenmangel hemmt marine Mikroorganismen
19.05.2017 | GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Ökologie Umwelt- Naturschutz >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Lässt sich mit Boten-RNA das Immunsystem gegen Staphylococcus aureus scharf schalten?

Staphylococcus aureus ist aufgrund häufiger Resistenzen gegenüber vielen Antibiotika ein gefürchteter Erreger (MRSA) insbesondere bei Krankenhaus-Infektionen. Forscher des Paul-Ehrlich-Instituts haben immunologische Prozesse identifiziert, die eine erfolgreiche körpereigene, gegen den Erreger gerichtete Abwehr verhindern. Die Forscher konnten zeigen, dass sich durch Übertragung von Protein oder Boten-RNA (mRNA, messenger RNA) des Erregers auf Immunzellen die Immunantwort in Richtung einer aktiven Erregerabwehr verschieben lässt. Dies könnte für die Entwicklung eines wirksamen Impfstoffs bedeutsam sein. Darüber berichtet PLOS Pathogens in seiner Online-Ausgabe vom 25.05.2017.

Staphylococcus aureus (S. aureus) ist ein Bakterium, das bei weit über der Hälfte der Erwachsenen Haut und Schleimhäute besiedelt und dabei normalerweise keine...

Im Focus: Can the immune system be boosted against Staphylococcus aureus by delivery of messenger RNA?

Staphylococcus aureus is a feared pathogen (MRSA, multi-resistant S. aureus) due to frequent resistances against many antibiotics, especially in hospital infections. Researchers at the Paul-Ehrlich-Institut have identified immunological processes that prevent a successful immune response directed against the pathogenic agent. The delivery of bacterial proteins with RNA adjuvant or messenger RNA (mRNA) into immune cells allows the re-direction of the immune response towards an active defense against S. aureus. This could be of significant importance for the development of an effective vaccine. PLOS Pathogens has published these research results online on 25 May 2017.

Staphylococcus aureus (S. aureus) is a bacterium that colonizes by far more than half of the skin and the mucosa of adults, usually without causing infections....

Im Focus: Orientierungslauf im Mikrokosmos

Physiker der Universität Würzburg können auf Knopfdruck einzelne Lichtteilchen erzeugen, die einander ähneln wie ein Ei dem anderen. Zwei neue Studien zeigen nun, welches Potenzial diese Methode hat.

Der Quantencomputer beflügelt seit Jahrzehnten die Phantasie der Wissenschaftler: Er beruht auf grundlegend anderen Phänomenen als ein herkömmlicher Rechner....

Im Focus: A quantum walk of photons

Physicists from the University of Würzburg are capable of generating identical looking single light particles at the push of a button. Two new studies now demonstrate the potential this method holds.

The quantum computer has fuelled the imagination of scientists for decades: It is based on fundamentally different phenomena than a conventional computer....

Im Focus: Tumult im trägen Elektronen-Dasein

Ein internationales Team von Physikern hat erstmals das Streuverhalten von Elektronen in einem nichtleitenden Material direkt beobachtet. Ihre Erkenntnisse könnten der Strahlungsmedizin zu Gute kommen.

Elektronen in nichtleitenden Materialien könnte man Trägheit nachsagen. In der Regel bleiben sie an ihren Plätzen, tief im Inneren eines solchen Atomverbunds....

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Meeresschutz im Fokus: Das IASS auf der UN-Ozean-Konferenz in New York vom 5.-9. Juni

24.05.2017 | Veranstaltungen

Diabetes Kongress in Hamburg beginnt heute: Rund 6000 Teilnehmer werden erwartet

24.05.2017 | Veranstaltungen

Wissensbuffet: „All you can eat – and learn”

24.05.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

DFG fördert 15 neue Sonderforschungsbereiche (SFB)

26.05.2017 | Förderungen Preise

Lässt sich mit Boten-RNA das Immunsystem gegen Staphylococcus aureus scharf schalten?

26.05.2017 | Biowissenschaften Chemie

Unglaublich formbar: Lesen lernen krempelt Gehirn selbst bei Erwachsenen tiefgreifend um

26.05.2017 | Gesellschaftswissenschaften