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Die Kanadische und die Späte Goldrute - Invasive Arten weit verbreitet

28.05.2014

Auch das ist möglich in der Welt der invasiven Pflanzenarten: Dass es Exemplare gibt, die sich zwar enorm ausbreiten, aber insgesamt eher geringe negative Auswirkungen haben.

Auf die Kanadische Goldrute Solidago canadensis und die Späte Goldrute Solidago gigantea trifft das zu. Grund ist das Hauptverbreitungsgebiet der beiden Goldruten-Arten: Sie besiedeln vor allem ruderale Standorte, also vom Menschen genutzte und anschließend sich selbst überlassene Flächen wie industrielle und ackerbauliche Brachflächen, Halden sowie Bahn- und Straßenböschungen.

Nur, wenn sie sich auf Streuwiesen, Magerrasen oder Auen ausbreiten, hat das aus Sicht des Naturschutzes negative Folgen, da sie den Artenwandel beschleunigen und lichtliebende Pflanzenarten verdrängen. Auf Acker- und Weinbergsbrachen können Goldruten zudem die Ansiedlung gefährdeter Pflanzen und Tiere verhindern, die sonst auf Halbtrockenrasen leben.

Die Ansiedlung der Goldruten hat aber auch einen positiven Effekt: Die in Rispen stehenden goldgelben Blüten bieten zahlreichen Wildbienen, Hummeln, Tagfaltern und Schwebfliegen im sonst blütenarmen Spätsommer von Ende Juli bis in den Oktober hinein Nahrung.

Die gut flugfähigen Samen - bis zu 15.000 pro Spross - werden zwar mit dem Wind bis ins Frühjahr weit verbreitet, die Überlebensrate im Boden ist jedoch gering. Die Ausbreitung der Goldruten erfolgt vorrangig vegetativ über lange und brüchige Rhizome, von denen Stücke leicht verschleppt werden können. Aus diesen Rhizomen wachsen meist 50 bis 150 Zentimeter hohe Stängel. Beide Arten sind sehr tolerant bezüglich Nährstoffen.

Die Stauden sind in Prärien und lichten Wäldern der USA und des südlichen Kanada beheimatet, die Späte Goldrute besonders an feuchteren Standorten. Beide Arten wurden ursprünglich als Gartenpflanzen eingeführt und als Bienenweiden auch in der freien Landschaft ausgebracht.

Heute gehören sie in Deutschland zu den häufigsten Neophyten, insbesondere Solidago canadensis, die etwa hundert Jahre vor Solidago gigantea eingeführt wurde und erstmals 1645 in England bekannt war. Beide Arten können nicht mehr großflächig zurückgedrängt werden, in Kulturlandschaften können jedoch punktuelle Gegen- oder vorbeugende Maßnahmen sinnvoll sein. 

Wer die invasiven Goldruten aus dem Garten entfernen möchte, kann zum einen durch einen einmaligen Schnitt vor der Blüte den Samenflug verhindern. Effektiver sind jedoch Maßnahmen, die das Rhizom schwächen oder zerstören. Dazu gehören zum Beispiel eine mehrmalige und tiefe Mahd oder das Ausgraben der Rhizome. Bei kleineren Vorkommen empfiehlt sich das wiederholte Ausreißen der Stängel bei feuchter Witterung und kurz vor der Blüte, wobei meist ein Teil des Rhizoms mit entfernt wird.  

Eine Ausbringung der beiden Goldruten-Arten ist grundsätzlich genehmigungspflichtig und nicht zu empfehlen. Gute Alternativen für den Garten sind zum Beispiel die Gewöhnliche Goldrute  Solidago virgaurea  oder der Gewöhnliche Gilbweiderich  Lysimachia vulgaris .

Heike Stommel, www.aid.de

Heike Stommel | www.aid.de

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