Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Dicker Fisch: warmes Wasser lässt Tilapien besser wachsen

18.04.2013
DBU förderte Forschungen für eine hormonfreie Aufzucht von Buntbarschen mit 209.000 Euro

Warmes Wasser statt Hormonen im Futter – nachhaltige Aquakultur lässt Buntbarsche schneller wachsen und sogar größer werden als ihre hormonbehandelten Artgenossen.


Ein Auge auf hormonfreie Produktionsbedingungen für Tilapien - die afrikanischen Buntbarsche - haben Wissenschaftler der Georg-August-Universität Göttingen in Zusammenarbeit mit dem sächsischen Unternehmen Fisch und Wasser geworfen. Das Resultat: Warmes Wasser führt zu einem schnelleren Wachstum. Und die männlichen Buntbarsche werden sogar größer als in einer hormonbehandelten Vergleichsgruppe.

Zu diesem Ergebnis kommt die Georg-August-Universität Göttingen in einem von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) mit 209.000 Euro geförderten Forschungsprojekt. „Da männliche Buntbarsche wegen ihres besseren Wachstums besonders begehrt sind, werden die Larven in einigen Ländern mit Hormonen gefüttert, um männliche Bestände zu erzeugen. Dass 36 Grad warmes Wasser denselben Effekt hat, konnten wir bereits belegen“, sagte Gabriele Hörstgen-Schwark von der Abteilung Aquakultur und Gewässerökologie.

„Da die Hormone über das Futter in die Gewässer gelangen können und so andere Lebewesen beeinträchtigen, ist es wichtig, auf eine gleichwertige, aber nachhaltige Fischproduktion umzusteigen. Diese überzeugt – wie nun bewiesen – auch aus ökonomischer Sicht“, so DBU-Generalsekretär Dr.-Ing. E. h. Fritz Brickwedde.

Um die Menschen mit tierischem Eiweiß zu versorgen, werden in einigen Ländern junge Tilapien mit Hormonen gefüttert, um möglichst viele Männchen zu erzeugen, so Hörstgen-Schwark. Die wachsen doppelt so schnell, weil weibliche Buntbarsche dieser Art Maulbrüter sind und während der Brutpflege kein Futter zu sich nehmen können. Aus diesem Grund haben männliche Tiere einen Wachstumsvorteil. Vor allem in tropischen Ländern werde das Geschlecht der Fische in den ersten Lebenswochen durch ein hormonhaltiges Futter beeinflusst.

Tilapien seien robust und tolerierten auch überwiegend pflanzliche Komponenten im Futtermittel. Deshalb seien sie besonders gefragt. Hauptproduktionsland ist derzeit China gefolgt von Ägypten. Seit einigen Jahren steige die Nachfrage auch in Europa. Um den hohen europäischen Standards von Qualität, Sicherheit und Nachhaltigkeit zu entsprechen, sei es wichtig, eine gleichwertige Methode für die Fischproduktion ohne Zugabe von Hormonen zu entwickeln, betonte Brickwedde.

„Wir konnten in früheren Untersuchungen nachweisen, dass eine Wassertemperatur von 36 Grad die Geschlechtsausbildung frisch geschlüpfter Larven beeinflusst“, so Hörstgen-Schwark. In der Kreislaufanlage des Kooperationspartners Fisch und Wasser Oelzschau (Sachsen) sind nun hormonbehandelte, genetische und temperaturbehandelte Männchen miteinander verglichen worden. „Es hat sich herausgestellt, dass die temperaturbehandelten Männchen schneller wachsen und sogar größer werden als die hormonbehandelte Vergleichsgruppe. Diese Methode hat demnach nicht nur einen ökologischen, sondern auch einen wirtschaftlichen Vorteil.“ Derzeit arbeiten die Forscher weiter an der Optimierung einer Aquakulturanlage mit integrierter Wärmebehandlung.

Franz-Georg Elpers | idw
Weitere Informationen:
http://www.dbu.de
http://www.dbu.de/123artikel34317_335.html

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Ökologie Umwelt- Naturschutz:

nachricht Mit Drohnen Wildschweinschäden schätzen
12.12.2017 | Gesellschaft für Ökologie e.V.

nachricht Konzept der Universität Rostock zur Ölhavarie-Bekämpfung erfolgreich auf der Warnow erprobt
07.12.2017 | Universität Rostock

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Ökologie Umwelt- Naturschutz >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Neue Einblicke in die Materie: Hochdruckforschung in Kombination mit NMR-Spektroskopie

Forschern der Universität Bayreuth und des Karlsruhe Institute of Technology (KIT) ist es erstmals gelungen, die magnetische Kernresonanzspektroskopie (NMR) in Experimenten anzuwenden, bei denen Materialproben unter sehr hohen Drücken – ähnlich denen im unteren Erdmantel – analysiert werden. Das in der Zeitschrift Science Advances vorgestellte Verfahren verspricht neue Erkenntnisse über Elementarteilchen, die sich unter hohen Drücken oft anders verhalten als unter Normalbedingungen. Es wird voraussichtlich technologische Innovationen fördern, aber auch neue Einblicke in das Erdinnere und die Erdgeschichte, insbesondere die Bedingungen für die Entstehung von Leben, ermöglichen.

Diamanten setzen Materie unter Hochdruck

Im Focus: Scientists channel graphene to understand filtration and ion transport into cells

Tiny pores at a cell's entryway act as miniature bouncers, letting in some electrically charged atoms--ions--but blocking others. Operating as exquisitely sensitive filters, these "ion channels" play a critical role in biological functions such as muscle contraction and the firing of brain cells.

To rapidly transport the right ions through the cell membrane, the tiny channels rely on a complex interplay between the ions and surrounding molecules,...

Im Focus: Stabile Quantenbits

Physiker aus Konstanz, Princeton und Maryland schaffen ein stabiles Quantengatter als Grundelement für den Quantencomputer

Meilenstein auf dem Weg zum Quantencomputer: Wissenschaftler der Universität Konstanz, der Princeton University sowie der University of Maryland entwickeln ein...

Im Focus: Realer Versuch statt virtuellem Experiment: Erfolgreiche Prüfung von Nanodrähten

Mit neuartigen Experimenten enträtseln Forscher des Helmholtz-Zentrums Geesthacht und der Technischen Universität Hamburg, warum winzige Metallstrukturen extrem fest sind

Ultraleichte und zugleich extrem feste Werkstoffe – poröse Nanomaterialien aus Metall versprechen hochinteressante Anwendungen unter anderem für künftige...

Im Focus: Geburtshelfer und Wegweiser für Photonen

Gezielt Photonen erzeugen und ihren Weg kontrollieren: Das sollte mit einem neuen Design gelingen, das Würzburger Physiker für optische Antennen erarbeitet haben.

Atome und Moleküle können dazu gebracht werden, Lichtteilchen (Photonen) auszusenden. Dieser Vorgang verläuft aber ohne äußeren Eingriff ineffizient und...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Innovative Strategien zur Bekämpfung von parasitären Würmern

08.12.2017 | Veranstaltungen

Hohe Heilungschancen bei Lymphomen im Kindesalter

07.12.2017 | Veranstaltungen

Der Roboter im Pflegeheim – bald Wirklichkeit?

05.12.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Plankton schwimmt gegen den Strom

12.12.2017 | Biowissenschaften Chemie

Gedränge in der Haut

12.12.2017 | Biowissenschaften Chemie

Goldmedaille für die praktischen Ergebnisse der Forschungsarbeit bei Nutricard

11.12.2017 | Unternehmensmeldung