Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Deutschland setzt strengen Schutz von Haien durch

15.03.2013
Auf Initiative Deutschlands hat die 16. Vertragsstaatenkonferenz des Washingtoner Artenschutzübereinkommens (nach seiner englischen Bezeichnung auch CITES genannt) einen strengen Schutz von Haien beschlossen.

Die Konferenz nahm den nahezu vom Aussterben bedrohten Heringshai in Anhang II auf. Damit darf nach einer Übergangsfrist von 18 Monaten diese Art international nur noch gehandelt werden, wenn nachgewiesen wird, dass der Fang den jeweiligen Populationen nicht schadet.

Der Heringshai war eine im letzten Jahrhundert vor der deutschen Nordseeküste häufig vorkommende Haiart, die durch Überfischung nahezu ausgerottet wurde; heute besteht in den europäischen Gewässern ein striktes Fangverbot.

Deutschland hatte den Antrag zum Heringshai bereits bei der vorangegangenen Vertragsstaatenkonferenz eingereicht, die erforderliche Mehrheit war denkbar knapp verfehlt worden. Zur Vorbereitung der Entscheidungen der jetzigen UN-Konferenz in Bangkok hatte das Bundesumweltministerium eine strategische Partnerschaft mit anderen Staaten initiiert, die ebenfalls für einen stärkeren Haischutz eintreten. Dazu zählen die USA, Brasilien und Kolumbien.

In Bangkok wurden auch Anträge zur Listung von Hammerhaien sowie des Weißspitzenhochseehais mehrheitlich angenommen. Mit den Beschlüssen zu den Haien fallen erstmalig kommerziell genutzte Fischarten unter das Washingtoner Artenschutzübereinkommen. Haie sind in vielen Weltmeeren weiterhin völlig ungeschützt den riesigen Fangflotten großer Fischereinationen ausgeliefert.

Weiterer Schwerpunkt der Konferenz war die Sorge um den afrikanischem Elefanten und das Nashorn. Beide sind Opfer der in Afrika grassierenden Wilderei. Seit einigen Jahren sind die afrikanischen Länder mit einem Abschlachten von Elefanten und Nashorn wegen des Elfenbeins und des Nashornhorns konfrontiert. Mittlerweile sind militärisch ausgerüstete, international operierende Banden in das organisierte Töten involviert.

Diese Wilderei war auch auf der Konferenz ein beherrschendes Thema. Um dieses Problem zu bekämpfen, wurde eine Task Force gegründet, die sich aus dem CITES-Sekretariat, Interpol und weiteren Experten der Strafverfolgung zusammensetzt.

Diese Task Force soll intensiv mit den Staaten zusammenarbeiten, die in besonderer Weise von der Wilderei und dem illegalen Elfenbeinhandel betroffen sind. Dies sind China, Kenya, Malaysia, die Philippinen, Südafrika, Thailand, Uganda, Tansania und Vietnam. Diese Staaten haben sich bereit erklärt, jeweils kurzfristig einen Aktionsplan aufzustellen, der einzelne Schritte zur Bekämpfung der Wilderei und des illegalen Elfenbeinhandels beinhaltet. Deutschland ist Mitglied der Task Force.

Auf Initiative des Bundesumweltministeriums will die Weltnaturschutzunion noch in diesem Jahr zu einem hochrangigen internationalen Treffen zum Schutz des afrikanischen Elefanten einladen.

Neben den Haien gibt es viele weitere Arten, die nun auf einen verstärkten Schutz vor übermäßiger Nutzung durch internationalen Handel hoffen können. Dazu gehören etwa viele Schlangen-, Schildkröten- und Wasserschildkrötenarten aus asiatischen Ländern und Nordamerika sowie etwa auch Geckos aus Neuseeland. Auch für gefährdete tropische Hölzer wurde ein strenger Schutz beschlossen, u.a. wurden einige Dutzend wertvolle und seltene Rosen- und Ebenhölzer Madagaskars, Lateinamerikas und Asiens in Anhang II gelistet. Dadurch ist nun nur noch ein Handel möglich, wenn sie aus nachhaltiger Nutzung stammen.

Dr. Dominik Geißler | BMU Newsletter
Weitere Informationen:
http://www.bmu.de/artenschutz

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Ökologie Umwelt- Naturschutz:

nachricht Wie Brände die Tundra langfristig verändern
12.12.2017 | Gesellschaft für Ökologie e.V.

nachricht Mit Drohnen Wildschweinschäden schätzen
12.12.2017 | Gesellschaft für Ökologie e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Ökologie Umwelt- Naturschutz >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Lange Speicherung photonischer Quantenbits für globale Teleportation

Wissenschaftler am Max-Planck-Institut für Quantenoptik erreichen mit neuer Speichertechnik für photonische Quantenbits Kohärenzzeiten, welche die weltweite...

Im Focus: Long-lived storage of a photonic qubit for worldwide teleportation

MPQ scientists achieve long storage times for photonic quantum bits which break the lower bound for direct teleportation in a global quantum network.

Concerning the development of quantum memories for the realization of global quantum networks, scientists of the Quantum Dynamics Division led by Professor...

Im Focus: Electromagnetic water cloak eliminates drag and wake

Detailed calculations show water cloaks are feasible with today's technology

Researchers have developed a water cloaking concept based on electromagnetic forces that could eliminate an object's wake, greatly reducing its drag while...

Im Focus: Neue Einblicke in die Materie: Hochdruckforschung in Kombination mit NMR-Spektroskopie

Forschern der Universität Bayreuth und des Karlsruhe Institute of Technology (KIT) ist es erstmals gelungen, die magnetische Kernresonanzspektroskopie (NMR) in Experimenten anzuwenden, bei denen Materialproben unter sehr hohen Drücken – ähnlich denen im unteren Erdmantel – analysiert werden. Das in der Zeitschrift Science Advances vorgestellte Verfahren verspricht neue Erkenntnisse über Elementarteilchen, die sich unter hohen Drücken oft anders verhalten als unter Normalbedingungen. Es wird voraussichtlich technologische Innovationen fördern, aber auch neue Einblicke in das Erdinnere und die Erdgeschichte, insbesondere die Bedingungen für die Entstehung von Leben, ermöglichen.

Diamanten setzen Materie unter Hochdruck

Im Focus: Scientists channel graphene to understand filtration and ion transport into cells

Tiny pores at a cell's entryway act as miniature bouncers, letting in some electrically charged atoms--ions--but blocking others. Operating as exquisitely sensitive filters, these "ion channels" play a critical role in biological functions such as muscle contraction and the firing of brain cells.

To rapidly transport the right ions through the cell membrane, the tiny channels rely on a complex interplay between the ions and surrounding molecules,...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Materialinnovationen 2018 – Werkstoff- und Materialforschungskonferenz des BMBF

13.12.2017 | Veranstaltungen

Innovativer Wasserbau im 21. Jahrhundert

13.12.2017 | Veranstaltungen

Innovative Strategien zur Bekämpfung von parasitären Würmern

08.12.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Rest-Spannung trotz Megabeben

13.12.2017 | Geowissenschaften

Computermodell weist den Weg zu effektiven Kombinationstherapien bei Darmkrebs

13.12.2017 | Medizin Gesundheit

Winzige Weltenbummler: In Arktis und Antarktis leben die gleichen Bakterien

13.12.2017 | Geowissenschaften