Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

DBU fördert Wiederbelebung erzgebirgischer Moore in einem deutsch-tschechischen Modellprojekt

14.02.2013
Hochmoore retten: Wo sich Libelle und Birkhuhn gute Nacht sagen

Moore sind wahre Alleskönner. Sie sind Lebensraum vieler Pflanzen und Tiere, verzögern den Abfluss von Niederschlägen, speichern Kohlenstoff und sind damit Klimaschützer. Um Hochmoore im Erzgebirge vor dem Austrocknen zu schützen, fördert die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) ein grenzübergreifendes Projekt des Zweckverbands Naturpark „Erzgebirge/Vogtland“ in Deutschland und Tschechien.


Um Hochmoore im Erzgebirge vor dem Austrocknen zu schützen, fördert die DBU ein grenzübergreifendes Projekt des Zweckverbands Naturpark „Erzgebirge/Vogtland“ in Deutschland und Tschechien.

© Archiv des Naturparks "Erzgebirge/ Vogtland"

„Mit praktischen Maßnahmen und Untersuchungen wollen wir das Moor- und Torfwachstum in dem Gebiet stärken“, sagt DBU-Generalsekretär Dr.-Ing. E. h. Fritz Brickwedde. Zudem profitierten Deutsche und Tschechen durch den Austausch von Erfahrungen und könnten neu erarbeitete Maßnahmen direkt in die Praxis umsetzen. „Während des Projekts bieten wir Führungen durch das Gebiet an, damit sich Interessierte über den aktuellen Stand der Arbeiten informieren können“, sagt Sigrid Ullmann, Geschäftsführerin des Zweckverbands. Die DBU unterstützt das Projekt mit rund 113.000 Euro.

„Die erzgebirgischen Moore sind vom Austrocknen bedroht. Und damit auch der Lebensraum vieler Tiere und Pflanzen, die sich in den vergangenen Jahrhunderten an sie angepasst haben“, sagt Ullmann. Schutz suchten hier vor allem Birkhühner, Mooreidechsen, Kreuzottern und an diesen Lebensraum speziell angepasste Libellen- und Schmetterlingsarten. Torfmoose speicherten zudem große Wassermengen und stellten deshalb einen wichtigen Schutz vor Überschwemmungen dar. Moore seien große, natürliche Kohlenstoffspeicher. Trockneten sie aus, entwichen dieses und weitere klimaschädigende Gase in die Atmosphäre und begünstigten den Treibhauseffekt.

In den Mooren der Region Marienberg seien in der Vergangenheit Gräben angelegt worden, um sie forstwirtschaftlich zu nutzen und Torf zu gewinnen. Mit dem Projekt solle jetzt vor allem der Wasserhaushalt der Moore durch den Bau von Dämmen wiederhergestellt werden, um so das Torfwachstum zu unterstützen, sagt Brickwedde. Zur Erfolgskontrolle seien regelmäßige Messungen des Wasserstands vorgesehen. Der gemeinnützige Verein Ametyst aus Plzeò werde die tschechischen Moore in Nordböhmen auf ihren Zustand, ihre Vegetation, ihre Tierwelt und ihre Hydrologie hin untersuchen und daraus ein Maßnahme-Konzept zu ihrer Wiederbelebung ableiten.

Mit Führungen durch die Moorlandschaften sollten Besucher über den aktuellen Stand der Arbeiten informiert werden, so Ullmann. Der Kooperationspartner Ametyst werde die neuen Erkenntnisse und Verfahren in einem Seminar an Studenten weitergeben. Nach Abschluss des Projekts sei eine zweisprachige Konferenz über „Grenzüberschreitenden Moorschutz“ angedacht. Brickwedde: „Der grenzübergreifende Austausch von Erfahrungen und das Durchführen von Maßnahmen zum Wasserrückhalt haben ein großes Potenzial, um den Moorschutz im Erzgebirge weiterzuentwickeln.“

Franz-Georg Elpers | DBU-Presseabteilung
Weitere Informationen:
http://www.dbu.de
http://www.dbu.de/123artikel34016_335.html

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Ökologie Umwelt- Naturschutz:

nachricht Frühwarnsignale für Seen halten nicht, was sie versprechen
05.12.2016 | Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB)

nachricht Besserer Schutz vor invasiven Arten
15.11.2016 | Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Ökologie Umwelt- Naturschutz >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Elektronenautobahn im Kristall

Physiker der Universität Würzburg haben an einer bestimmten Form topologischer Isolatoren eine überraschende Entdeckung gemacht. Die Erklärung für den Effekt findet sich in der Struktur der verwendeten Materialien. Ihre Arbeit haben die Forscher jetzt in Science veröffentlicht.

Sie sind das derzeit „heißeste Eisen“ der Physik, wie die Neue Zürcher Zeitung schreibt: topologische Isolatoren. Ihre Bedeutung wurde erst vor wenigen Wochen...

Im Focus: Electron highway inside crystal

Physicists of the University of Würzburg have made an astonishing discovery in a specific type of topological insulators. The effect is due to the structure of the materials used. The researchers have now published their work in the journal Science.

Topological insulators are currently the hot topic in physics according to the newspaper Neue Zürcher Zeitung. Only a few weeks ago, their importance was...

Im Focus: Rätsel um Mott-Isolatoren gelöst

Universelles Verhalten am Mott-Metall-Isolator-Übergang aufgedeckt

Die Ursache für den 1937 von Sir Nevill Francis Mott vorhergesagten Metall-Isolator-Übergang basiert auf der gegenseitigen Abstoßung der gleichnamig geladenen...

Im Focus: Poröse kristalline Materialien: TU Graz-Forscher zeigt Methode zum gezielten Wachstum

Mikroporöse Kristalle (MOFs) bergen große Potentiale für die funktionalen Materialien der Zukunft. Paolo Falcaro von der TU Graz et al zeigen in Nature Materials, wie man MOFs gezielt im großen Maßstab wachsen lässt.

„Metal-organic frameworks“ (MOFs) genannte poröse Kristalle bestehen aus metallischen Knotenpunkten mit organischen Molekülen als Verbindungselemente. Dank...

Im Focus: Gravitationswellen als Sensor für Dunkle Materie

Die mit der Entdeckung von Gravitationswellen entstandene neue Disziplin der Gravitationswellen-Astronomie bekommt eine weitere Aufgabe: die Suche nach Dunkler Materie. Diese könnte aus einem Bose-Einstein-Kondensat sehr leichter Teilchen bestehen. Wie Rechnungen zeigen, würden Gravitationswellen gebremst, wenn sie durch derartige Dunkle Materie laufen. Dies führt zu einer Verspätung von Gravitationswellen relativ zu Licht, die bereits mit den heutigen Detektoren messbar sein sollte.

Im Universum muss es gut fünfmal mehr unsichtbare als sichtbare Materie geben. Woraus diese Dunkle Materie besteht, ist immer noch unbekannt. Die...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Firmen- und Forschungsnetzwerk Munitect tagt am IOW

08.12.2016 | Veranstaltungen

NRW Nano-Konferenz in Münster

07.12.2016 | Veranstaltungen

Wie aus reinen Daten ein verständliches Bild entsteht

05.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Hochgenaue Versuchsstände für dynamisch belastete Komponenten – Workshop zeigt Potenzial auf

09.12.2016 | Seminare Workshops

Ein Nano-Kreisverkehr für Licht

09.12.2016 | Physik Astronomie

Pflanzlicher Wirkstoff lässt Wimpern wachsen

09.12.2016 | Biowissenschaften Chemie