Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Daten zur besseren Wettervorhersage

13.07.2012
Messflüge über Eifelregion und Jülicher Börde

Vom Flugzeug aus bestimmen Jülicher Umweltforscher am 16. und 17. Juli 2012 die Bodenfeuchte im Rureinzugsgebiet. In Messungen über der Jülicher Börde und der Eifelregion erfassen sie den Wassergehalt an der Oberfläche des Bodens.


Dornier Do228 des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR), von dem aus die Messungen stattfinden. Quelle: Forschungszentrum Jülich

Er beeinflusst den Austausch von Energie und Wasser zwischen Boden und Atmosphäre und ist ein Parameter, mit dem sich Wetter- und Flutvorhersagen verbessern lassen. Die Kampagne ist Teil des deutschlandweiten Langzeitprojekts TERENO (TERrestrial ENvironmental Observatories) der Helmholtz-Gemeinschaft, in dem langfristige Folgen des Klimawandels auf regionaler Ebene untersucht werden.

Mit Mikrowellensensoren bestimmen die Jülicher Wissenschaftler zusammen mit Forschern des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) die Feuchte des Bodens aus der Luft. Dabei nutzen sie zwei verschiedene Sensortypen, die sich genau ergänzen: ein Radar und ein Radiometer. Der Radar sendet Mikrowellen aus, die das Wasser im Boden streut. Das zurück gestreute Signal ist dann ein Maß für den Wassergehalt in der obersten Bodenschicht.

„Je nach Boden wird bis in eine Tiefe von 3-5 cm gemessen“, erklärt Dr. Carsten Montzka vom Jülicher Institut für Bio- und Geowissenschaften, Bereich Agrosphäre (IBG 3). „Dabei misst das Radar räumlich sehr präzise, aber nicht sehr genau, was den Bodenwassergehalt angeht.“ Das kann das passiv messende Radiometer: Es sendet selbst keine Signale, sondern empfängt elektromagnetische Strahlung von der Erdoberfläche. „Zwar in geringer räumlicher Auflösung, dafür können wir aus diesen Daten sehr exakte Werte für die Bodenfeuchte ermitteln“, sagt Montzka.

Die Messflüge dienen dazu, zu untersuchen, wie sich die beiden Methoden optimal kombinieren lassen. Die Forscher entwickeln, testen und analysieren Algorithmen zur Fusion der beiden Methoden – mit einem großen Ziel: dem Einsatz beider Messverfahren im Kombipack bei der NASA-Mission SMAP (Soil Moisture Active and Passive). Bei dieser Mission wird ab 2014 von Satelliten aus die Bodenfeuchte gemessen.

Die Messungen finden nachts am Montag und Dienstag, den 16. und 17. Juli 2012, zwischen 22 und 2:30 Uhr statt. Weitere Messflüge mit den Mikrowellensensoren an Bord der DLR-eigenen Dornier Do228 sind im Ammer- und Bode-Einzugsgebiet (Bayern und Sachsen-Anhalt) sowie in Mecklenburg-Vorpommern geplant.

Ansprechpartner:

Dr. Carsten Montzka
Institut für Bio- und Geowissenschaften, Bereich Agrosphäre (IBG-3)
Tel. 02461 61-3289
c.montzka@fz-juelich.de

Pressekontakt:
Dr. Barbara Schunk, Tobias Schlößer
Tel. 02461 61-8031, -4771
b.schunk@fz-juelich.de, t.schloesser@fz-juelich.de

Tobias Schlößer | Forschungszentrum Jülich
Weitere Informationen:
http://www.fz-juelich.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Ökologie Umwelt- Naturschutz:

nachricht Paradiese in Gefahr: Bayreuther Studierende forschen auf den Malediven zu Plastikmüll in den Meeren
13.04.2017 | Universität Bayreuth

nachricht Ozeanversauerung: Wie individuell sind die Reaktionen?
06.04.2017 | GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Ökologie Umwelt- Naturschutz >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Immunzellen helfen bei elektrischer Reizleitung im Herzen

Erstmals elektrische Kopplung von Muskelzellen und Makrophagen im Herzen nachgewiesen / Erkenntnisse könnten neue Therapieansätze bei Herzinfarkt und Herzrhythmus-Störungen ermöglichen / Publikation am 20. April 2017 in Cell

Makrophagen, auch Fresszellen genannt, sind Teil des Immunsystems und spielen eine wesentliche Rolle in der Abwehr von Krankheitserregern und bei der...

Im Focus: Tief im Inneren von M87

Die Galaxie M87 enthält ein supermassereiches Schwarzes Loch von sechs Milliarden Sonnenmassen im Zentrum. Ihr leuchtkräftiger Jet dominiert das beobachtete Spektrum über einen Frequenzbereich von 10 Größenordnungen. Aufgrund ihrer Nähe, des ausgeprägten Jets und des sehr massereichen Schwarzen Lochs stellt M87 ein ideales Laboratorium dar, um die Entstehung, Beschleunigung und Bündelung der Materie in relativistischen Jets zu erforschen. Ein Forscherteam unter der Leitung von Silke Britzen vom MPIfR Bonn liefert Hinweise für die Verbindung von Akkretionsscheibe und Jet von M87 durch turbulente Prozesse und damit neue Erkenntnisse für das Problem des Ursprungs von astrophysikalischen Jets.

Supermassereiche Schwarze Löcher in den Zentren von Galaxien sind eines der rätselhaftesten Phänomene in der modernen Astrophysik. Ihr gewaltiger...

Im Focus: Deep inside Galaxy M87

The nearby, giant radio galaxy M87 hosts a supermassive black hole (BH) and is well-known for its bright jet dominating the spectrum over ten orders of magnitude in frequency. Due to its proximity, jet prominence, and the large black hole mass, M87 is the best laboratory for investigating the formation, acceleration, and collimation of relativistic jets. A research team led by Silke Britzen from the Max Planck Institute for Radio Astronomy in Bonn, Germany, has found strong indication for turbulent processes connecting the accretion disk and the jet of that galaxy providing insights into the longstanding problem of the origin of astrophysical jets.

Supermassive black holes form some of the most enigmatic phenomena in astrophysics. Their enormous energy output is supposed to be generated by the...

Im Focus: Neu entdeckter Exoplanet könnte bester Kandidat für die Suche nach Leben sein

Supererde in bewohnbarer Zone um aktivitätsschwachen roten Zwergstern gefunden

Ein Exoplanet, der 40 Lichtjahre von der Erde entfernt einen roten Zwergstern umkreist, könnte in naher Zukunft der beste Ort sein, um außerhalb des...

Im Focus: Resistiver Schaltmechanismus aufgeklärt

Sie erlauben energiesparendes Schalten innerhalb von Nanosekunden, und die gespeicherten Informationen bleiben auf Dauer erhalten: ReRAM-Speicher gelten als Hoffnungsträger für die Datenspeicher der Zukunft.

Wie ReRAM-Zellen genau funktionieren, ist jedoch bisher nicht vollständig verstanden. Insbesondere die Details der ablaufenden chemischen Reaktionen geben den...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Smart-Data-Forschung auf dem Weg in die wirtschaftliche Praxis

21.04.2017 | Veranstaltungen

Baukultur: Mehr Qualität durch Gestaltungsbeiräte

21.04.2017 | Veranstaltungen

Licht - ein Werkzeug für die Laborbranche

20.04.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Intelligenter Werkstattwagen unterstützt Mensch in der Produktion

21.04.2017 | HANNOVER MESSE

Forschungszentrum Jülich auf der Hannover Messe 2017

21.04.2017 | HANNOVER MESSE

Smart-Data-Forschung auf dem Weg in die wirtschaftliche Praxis

21.04.2017 | Veranstaltungsnachrichten