Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Computerprogramm schützt Fledermäuse vor Windenergieanlagen

14.11.2011
Bundesministerium für Umwelt fördert Projekt des Instituts für Umweltplanung mit 400.000 Euro

Regenerative Energien wie Windenergie nehmen an Bedeutung zu. Sie bergen jedoch auch Gefahren für unterschiedliche Tierarten wie beispielsweise Fledermäuse.

Untersuchungen zeigen, dass Fledermäuse an bestimmten Standorten von Windenergieanlagen (WEA) besonders gefährdet sind. Prof. Michael Reich vom Institut für Umweltplanung an der Leibniz Universität Hannover und sein Team untersuchen gemeinsam mit Kolleginnen und Kollegen der Friedrich-Alexander Universität Erlangen-Nürnberg die Faktoren, die zum Tod der Tiere führen.

Auf Basis der ermittelten Daten erstellen die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler ein Computerprogramm, das es ermöglicht, einzelne Windenergieanlagen nach Bedarf an- und abzuschalten. In einem zweiten Schritt, der vom Bundesministerium für Umwelt mit 400.000 Euro gefördert wird, sind die Forscherinnen und Forscher nun dabei, an ausgewählten Standorten Modelluntersuchungen zur Reduktion des Kollisionsrisikos von Fledermäusen mit den Rotorblättern der WEA durchzuführen.

Jahres- oder Tageszeit, Temperatur, Standort und Wetterbedingungen haben Auswirkungen auf den Fledermausschlag. Diese Daten werden mithilfe von akustischen Detektoren im Gondelbereich, an dem die Rotorblätter befestigt sind, sowie aus der Anzahl der getöteten Tiere an der jeweiligen Anlage gewonnen. Die Zahlen werden unter Berücksichtigung der äußeren Umstände ins Verhältnis gesetzt. So kann ermittelt werden, in welchen Bereichen Fledermäuse besonders gefährdet sind. Um aussagefähige Daten zu ermitteln, wurden deutschlandweit 70 Anlagen untersucht. Nach der Auswertung der Daten soll es möglich sein, WEA in Zehn-Minuten-Blöcken an- und auszuschalten. So wäre es möglich, auch an umstrittenen Standorten Windenergieanlagen zu errichten, wirtschaftlich zu betreiben und Fledermäuse dennoch zu schützen.

In besonders gefährlichen Zeiten für die Tiere könnte die jeweilige Anlage punktgenau abgeschaltet werden. Bei den Modelluntersuchungen zur Reduktion des Kollisionsrisikos von Fledermäusen mit Rotorblättern prüfen die Forscherinnen und Forscher, ob das erwartete Ergebnis, das von ihrem entwickelten Computerprogramm berechnet wurde, mit der Realität übereinstimmt. Für die Testphase ist ein Jahr angesetzt. Ausführliche Ergebnisse werden im Sommer 2013 vorliegen. Sollte die Testphase erfolgreich verlaufen, wird eine breite und rasche praktische Umsetzung erwartet.

Jessica Lumme | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-hannover.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Ökologie Umwelt- Naturschutz:

nachricht Dünenökosysteme modellieren
23.06.2017 | Albert-Ludwigs-Universität Freiburg im Breisgau

nachricht Es wird zu bunt im Gillbach: Weitere nichtheimische Buntbarschpopulation in Deutschland nachgewiesen
22.06.2017 | Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Ökologie Umwelt- Naturschutz >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Vorbild Delfinhaut: Elastisches Material vermindert Reibungswiderstand bei Schiffen

Für eine elegante und ökonomische Fortbewegung im Wasser geben Delfine den Wissenschaftlern ein exzellentes Vorbild. Die flinken Säuger erzielen erstaunliche Schwimmleistungen, deren Ursachen einerseits in der Körperform und andererseits in den elastischen Eigenschaften ihrer Haut zu finden sind. Letzteres Phänomen ist bereits seit Mitte des vorigen Jahrhunderts bekannt, konnte aber bislang nicht erfolgreich auf technische Anwendungen übertragen werden. Experten des Fraunhofer IFAM und der HSVA GmbH haben nun gemeinsam mit zwei weiteren Forschungspartnern eine Oberflächenbeschichtung entwickelt, die ähnlich wie die Delfinhaut den Strömungswiderstand im Wasser messbar verringert.

Delfine haben eine glatte Haut mit einer darunter liegenden dicken, nachgiebigen Speckschicht. Diese speziellen Hauteigenschaften führen zu einer signifikanten...

Im Focus: Kaltes Wasser: Und es bewegt sich doch!

Bei minus 150 Grad Celsius flüssiges Wasser beobachten, das beherrschen Chemiker der Universität Innsbruck. Nun haben sie gemeinsam mit Forschern in Schweden und Deutschland experimentell nachgewiesen, dass zwei unterschiedliche Formen von Wasser existieren, die sich in Struktur und Dichte stark unterscheiden.

Die Wissenschaft sucht seit langem nach dem Grund, warum ausgerechnet Wasser das Molekül des Lebens ist. Mit ausgefeilten Techniken gelingt es Forschern am...

Im Focus: Hyperspektrale Bildgebung zur 100%-Inspektion von Oberflächen und Schichten

„Mehr sehen, als das Auge erlaubt“, das ist ein Anspruch, dem die Hyperspektrale Bildgebung (HSI) gerecht wird. Die neue Kameratechnologie ermöglicht, Licht nicht nur ortsaufgelöst, sondern simultan auch spektral aufgelöst aufzuzeichnen. Das bedeutet, dass zur Informationsgewinnung nicht nur herkömmlich drei spektrale Bänder (RGB), sondern bis zu eintausend genutzt werden.

Das Fraunhofer IWS Dresden entwickelt eine integrierte HSI-Lösung, die das Potenzial der HSI-Technologie in zuverlässige Hard- und Software überführt und für...

Im Focus: Can we see monkeys from space? Emerging technologies to map biodiversity

An international team of scientists has proposed a new multi-disciplinary approach in which an array of new technologies will allow us to map biodiversity and the risks that wildlife is facing at the scale of whole landscapes. The findings are published in Nature Ecology and Evolution. This international research is led by the Kunming Institute of Zoology from China, University of East Anglia, University of Leicester and the Leibniz Institute for Zoo and Wildlife Research.

Using a combination of satellite and ground data, the team proposes that it is now possible to map biodiversity with an accuracy that has not been previously...

Im Focus: Klima-Satellit: Mit robuster Lasertechnik Methan auf der Spur

Hitzewellen in der Arktis, längere Vegetationsperioden in Europa, schwere Überschwemmungen in Westafrika – mit Hilfe des deutsch-französischen Satelliten MERLIN wollen Wissenschaftler ab 2021 die Emissionen des Treibhausgases Methan auf der Erde erforschen. Möglich macht das ein neues robustes Lasersystem des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnologie ILT in Aachen, das eine bisher unerreichte Messgenauigkeit erzielt.

Methan entsteht unter anderem bei Fäulnisprozessen. Es ist 25-mal wirksamer als das klimaschädliche Kohlendioxid, kommt in der Erdatmosphäre aber lange nicht...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Internationale Fachkonferenz IEEE ICDCM - Lokale Gleichstromnetze bereichern die Energieversorgung

27.06.2017 | Veranstaltungen

Internationale Konferenz zu aktuellen Fragen der Stammzellforschung

27.06.2017 | Veranstaltungen

Fraunhofer FKIE ist Gastgeber für internationale Experten Digitaler Mensch-Modelle

27.06.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Mainzer Physiker gewinnen neue Erkenntnisse über Nanosysteme mit kugelförmigen Einschränkungen

27.06.2017 | Biowissenschaften Chemie

Wave Trophy 2017: Doppelsieg für die beiden Teams von Phoenix Contact

27.06.2017 | Unternehmensmeldung

Warnsystem KATWARN startet international vernetzten Betrieb

27.06.2017 | Informationstechnologie