Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

China trocknet aus

14.07.2010
Grundwasserkrise bedroht Bevölkerung

In China wird das Wasser immer knapper. Drastische Maßnahmen der Wasserwirtschaft sind notwendig, um das Milliardenvolk auch in Zukunft mit Trinkwasser versorgen zu können. Das wurde diese Woche beim diesjährigen internationalen Grundwasser-Forum in Peking deutlich.

Boom macht durstig

Jedes Jahr steigt die Grundwasserentnahme Chinas um 2,5 Kubikkilometer. In manchen Regionen sinkt in Folge der Grundwasserspiegel schon seit Jahrzehnten um einen Meter pro Jahr, und teilweise müssen Brunnen hunderte Meter und tiefer gebohrt werden. In zwei Drittel der 660 chinesischen Städte wird laut Regierungsangaben das Wasser bereits knapp. Zudem steigt die Verunreinigung des Wassers durch Schwermetalle und landwirtschaftliche Chemikalien besonders im Süden des Landes ständig.

"Der Boom der Bevölkerung und Wirtschaft macht China immer durstiger", erklärt Stefan Girod, Geschäftsführer von German Water Partnership e.V., gegenüber pressetext. Rund 20 Prozent des Wassers benötigt die Industrie, zehn Prozent die Menschen selbst und bis zu 70 Prozent die Landwirtschaft. "Da China immer mehr Lebensmittel zur Eigenversorgung braucht, geht es mittlerweile schon sehr extreme Wege. Landwirtschaftsflächen werden etwa in Afrika aufgekauft, was global gesehen ein Unsinn ist. Für einen Staat mit 1,4 Mrd. Menschen gibt es aber wenig Alternativen", sagt der Experte.

Größter Kanal der Welt in Planung

Speziell in Nordchina ist das Wasser knapp, während der Süden genug des kühlen Nasses besitzt. "Gibt es auch auf der Welt sehr große Wasserressourcen, sind diese regional sehr ungleich verteilt. Deshalb braucht man für einzelne Regionen spezielle Lösungen", betont Girod. Das Phänomen gibt es auch in Europa. Deutschland verfügt über sechsmal mehr Wasser als es braucht. "Dennoch ist etwa die Region Spreewald südlich von Berlin viel trockener als man denkt. Der Wasserverbrauch liegt hier deutlich über dem Angebot."

Eine Lösung erhofft sich China vom Bau eines gigantischen Kanalsystems, das in vierzig Jahren 45 Mrd. Kubikmeter von Süd nach Nord schaffen soll. Derzeit ist man in Planung. "Erst im Frühjahr besuchte eine chinesische Delegation Deutschland, um hier bei den Betreibern Erfahrungen von ähnlichen Systemen einzuholen", berichtet Girod. Darüber hinaus sind nachhaltige Nutzung und Rückführung in den Kreislauf Gebot der Stunde. "Dezentrale Lösungen sind für ein lange Zeit zentralistisch geprägtes Land eine Herausforderung. Es ist schwierig, den Kurs eines großen Schiffes während der Fahrt zu korrigieren."

Johannes Pernsteiner | pressetext.deutschland
Weitere Informationen:
http://hydro.pku.edu.cn/BIGF2010/
http://germanwaterpartnership.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Ökologie Umwelt- Naturschutz:

nachricht Den Trends der Umweltbranche auf der Spur
17.10.2017 | Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation IAO

nachricht Etablierung eines Zuchtprogramms zum Schutz der letzten Saolas
17.10.2017 | Forschungsverbund Berlin e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Ökologie Umwelt- Naturschutz >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Sicheres Bezahlen ohne Datenspur

Ob als Smartphone-App für die Fahrkarte im Nahverkehr, als Geldwertkarten für das Schwimmbad oder in Form einer Bonuskarte für den Supermarkt: Für viele gehören „elektronische Geldbörsen“ längst zum Alltag. Doch vielen Kunden ist nicht klar, dass sie mit der Nutzung dieser Angebote weitestgehend auf ihre Privatsphäre verzichten. Am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) entsteht ein sicheres und anonymes System, das gleichzeitig Alltagstauglichkeit verspricht. Es wird nun auf der Konferenz ACM CCS 2017 in den USA vorgestellt.

Es ist vor allem das fehlende Problembewusstsein, das den Informatiker Andy Rupp von der Arbeitsgruppe „Kryptographie und Sicherheit“ am KIT immer wieder...

Im Focus: Neutron star merger directly observed for the first time

University of Maryland researchers contribute to historic detection of gravitational waves and light created by event

On August 17, 2017, at 12:41:04 UTC, scientists made the first direct observation of a merger between two neutron stars--the dense, collapsed cores that remain...

Im Focus: Breaking: the first light from two neutron stars merging

Seven new papers describe the first-ever detection of light from a gravitational wave source. The event, caused by two neutron stars colliding and merging together, was dubbed GW170817 because it sent ripples through space-time that reached Earth on 2017 August 17. Around the world, hundreds of excited astronomers mobilized quickly and were able to observe the event using numerous telescopes, providing a wealth of new data.

Previous detections of gravitational waves have all involved the merger of two black holes, a feat that won the 2017 Nobel Prize in Physics earlier this month....

Im Focus: Topologische Isolatoren: Neuer Phasenübergang entdeckt

Physiker des HZB haben an BESSY II Materialien untersucht, die zu den topologischen Isolatoren gehören. Dabei entdeckten sie einen neuen Phasenübergang zwischen zwei unterschiedlichen topologischen Phasen. Eine dieser Phasen ist ferroelektrisch: das bedeutet, dass sich im Material spontan eine elektrische Polarisation ausbildet, die sich durch ein äußeres elektrisches Feld umschalten lässt. Dieses Ergebnis könnte neue Anwendungen wie das Schalten zwischen unterschiedlichen Leitfähigkeiten ermöglichen.

Topologische Isolatoren zeichnen sich dadurch aus, dass sie an ihren Oberflächen Strom sehr gut leiten, während sie im Innern Isolatoren sind. Zu dieser neuen...

Im Focus: Smarte Sensoren für effiziente Prozesse

Materialfehler im Endprodukt können in vielen Industriebereichen zu frühzeitigem Versagen führen und den sicheren Gebrauch der Erzeugnisse massiv beeinträchtigen. Eine Schlüsselrolle im Rahmen der Qualitätssicherung kommt daher intelligenten, zerstörungsfreien Sensorsystemen zu, die es erlauben, Bauteile schnell und kostengünstig zu prüfen, ohne das Material selbst zu beschädigen oder die Oberfläche zu verändern. Experten des Fraunhofer IZFP in Saarbrücken präsentieren vom 7. bis 10. November 2017 auf der Blechexpo in Stuttgart zwei Exponate, die eine schnelle, zuverlässige und automatisierte Materialcharakterisierung und Fehlerbestimmung ermöglichen (Halle 5, Stand 5306).

Bei Verwendung zeitaufwändiger zerstörender Prüfverfahren zieht die Qualitätsprüfung durch die Beschädigung oder Zerstörung der Produkte enorme Kosten nach...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - Dezember 2017

17.10.2017 | Veranstaltungen

Intelligente Messmethoden für die Bauwerkssicherheit: Fachtagung „Messen im Bauwesen“ am 14.11.2017

17.10.2017 | Veranstaltungen

Meeresbiologe Mark E. Hay zu Gast bei den "Noblen Gesprächen" am Beutenberg Campus in Jena

16.10.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Sicheres Bezahlen ohne Datenspur

17.10.2017 | Informationstechnologie

Pflanzen gegen Staunässe schützen

17.10.2017 | Biowissenschaften Chemie

Den Trends der Umweltbranche auf der Spur

17.10.2017 | Ökologie Umwelt- Naturschutz