Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

China muss mit weniger Wasser auskommen

20.02.2009
Moderne Anbaumethoden sollen zum Ziel führen

China muss seinen Wasserverbrauch in Zukunft drastisch reduzieren, zitiert das Wissenschaftsmagazin Nature Experten.

Bis 2020 soll der Verbrauch pro Einheit am BIP um 60 Prozent verringert werden. Der ehrgeizige Plan ist in der Vorwoche vom Minister für Wasser-Ressourcen Chen Lei bei einem Regierungstreffen in Guilin vorgebracht worden. Grund für die Aussage ist die schlimmste Dürre seit 50 Jahren.

Die Entscheidung bezeichnet eine Wende in der Politik Chinas, denn bisher sei es in erster Linie darum gegangen, die Wasserressourcen zu erschließen, schreibt das Wissenschaftsmagazin. Nun hingegen soll das Wasser, das bereits im Umlauf ist, noch besser genutzt werden, sagt Chen.

Das Ministerium wird daher eine Strategie mit einem absoluten Limit für die Wasserentnahme und für die Abwasserbeseitigung einführen und zudem die Effizienz der Nutzung steigern. Für Ma Jun, Direktor des Institute of Public and Environmental Affairs, ist dies ein Schritt in die richtige Richtung. Ma räumt jedoch ein, dass dafür eine Vielzahl an Veränderungen von finanzieller Unterstützung bis hin zu Sanktionen gegen das Zuwiderhandeln erforderlich sei.

Nach offiziellen Statistiken fehlen China jährlich durchschnittlich 40 Mrd. Kubikmeter Wasser. 300 Mio. Chinesen müssen mit Trinkwasserrationierungen leben und 15,3 Mio. Hektar Farmland - das sind 13 Prozent der gesamten Anbaufläche - sind von Trockenheit bedroht. Die Dürre, die seit November das Land gefangen hält, hat 20 Mio. Hektar Anbauflächen betroffen. Der Frühjahrsweizen ist besonders davon betroffen.

Für Ökologen ist eine der Hauptursachen der Trockenheit das Fehlen eines nachhaltigen Bewässerungssystems. Die Landwirtschaft, die auf veralteten Bewässerungssystemen basiert, braucht 70 Prozent der gesamten Wasservorräte. Zudem ist das System, das zum Großteil in den 1950er Jahren errichtet wurde, in schlechtem Zustand. In der Provinz Henan, die derzeit am schlimmsten von der Dürre heimgesucht wird, ist nur ein Drittel der Anbauflächen an das Bewässerungssystem angeschlossen. Viele Bauern bewässern ihre Felder, indem sie sie fluten - eine Methode, die als veraltet und verschwenderisch gilt.

Dass Landwirtschaft mit weit geringeren Wassermengen auskommen kann, macht Haim Gvirtzmann von der Hebrew University in Jerusalem deutlich. "In Israel beträgt der Gesamtwasserverbrauch pro Kopf nur 12 Prozent von dem Chinas." Wasser werde viel besser genutzt. 70 Prozent der Abwässer werden nach Klärprozessen für die Bewässerung von Feldern verwendet. Dass China auch die Grundwasservorräte bis zum Exzess ausgebeutet hat, wird in der Nordchinesischen Ebene offensichtlich. Noch vor wenigen Jahrzehnten stieß man nach wenigen Metern Tiefe auf Wasser.

Heute muss man in einigen Regionen bis 300 Meter tief graben, um den Grundwasserspiegel zu erreichen. Für Experten wie den Ökologen Gong Peng von der University of California in Berkeley ist klar, dass das Grundwasser das Überleben sichert, wenn es einmal zu längeren Trockenperioden kommt. Daher sei es wesentlich, die Grundwasservorräte nicht völlig aufzubrauchen.

Wolfgang Weitlaner | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://en.ipe.org.cn
http://www.huji.ac.il

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Ökologie Umwelt- Naturschutz:

nachricht Dünenökosysteme modellieren
23.06.2017 | Albert-Ludwigs-Universität Freiburg im Breisgau

nachricht Es wird zu bunt im Gillbach: Weitere nichtheimische Buntbarschpopulation in Deutschland nachgewiesen
22.06.2017 | Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Ökologie Umwelt- Naturschutz >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Can we see monkeys from space? Emerging technologies to map biodiversity

An international team of scientists has proposed a new multi-disciplinary approach in which an array of new technologies will allow us to map biodiversity and the risks that wildlife is facing at the scale of whole landscapes. The findings are published in Nature Ecology and Evolution. This international research is led by the Kunming Institute of Zoology from China, University of East Anglia, University of Leicester and the Leibniz Institute for Zoo and Wildlife Research.

Using a combination of satellite and ground data, the team proposes that it is now possible to map biodiversity with an accuracy that has not been previously...

Im Focus: Klima-Satellit: Mit robuster Lasertechnik Methan auf der Spur

Hitzewellen in der Arktis, längere Vegetationsperioden in Europa, schwere Überschwemmungen in Westafrika – mit Hilfe des deutsch-französischen Satelliten MERLIN wollen Wissenschaftler ab 2021 die Emissionen des Treibhausgases Methan auf der Erde erforschen. Möglich macht das ein neues robustes Lasersystem des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnologie ILT in Aachen, das eine bisher unerreichte Messgenauigkeit erzielt.

Methan entsteht unter anderem bei Fäulnisprozessen. Es ist 25-mal wirksamer als das klimaschädliche Kohlendioxid, kommt in der Erdatmosphäre aber lange nicht...

Im Focus: Climate satellite: Tracking methane with robust laser technology

Heatwaves in the Arctic, longer periods of vegetation in Europe, severe floods in West Africa – starting in 2021, scientists want to explore the emissions of the greenhouse gas methane with the German-French satellite MERLIN. This is made possible by a new robust laser system of the Fraunhofer Institute for Laser Technology ILT in Aachen, which achieves unprecedented measurement accuracy.

Methane is primarily the result of the decomposition of organic matter. The gas has a 25 times greater warming potential than carbon dioxide, but is not as...

Im Focus: How protons move through a fuel cell

Hydrogen is regarded as the energy source of the future: It is produced with solar power and can be used to generate heat and electricity in fuel cells. Empa researchers have now succeeded in decoding the movement of hydrogen ions in crystals – a key step towards more efficient energy conversion in the hydrogen industry of tomorrow.

As charge carriers, electrons and ions play the leading role in electrochemical energy storage devices and converters such as batteries and fuel cells. Proton...

Im Focus: Die Schweiz in Pole-Position in der neuen ESA-Mission

Die Europäische Weltraumagentur ESA gab heute grünes Licht für die industrielle Produktion von PLATO, der grössten europäischen wissenschaftlichen Mission zu Exoplaneten. Partner dieser Mission sind die Universitäten Bern und Genf.

Die Europäische Weltraumagentur ESA lanciert heute PLATO (PLAnetary Transits and Oscillation of stars), die grösste europäische wissenschaftliche Mission zur...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Von Batterieforschung bis Optoelektronik

23.06.2017 | Veranstaltungen

10. HDT-Tagung: Elektrische Antriebstechnologie für Hybrid- und Elektrofahrzeuge

22.06.2017 | Veranstaltungen

„Fit für die Industrie 4.0“ – Tagung von Hochschule Darmstadt und Schader-Stiftung am 27. Juni

22.06.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Radioaktive Elemente in Cassiopeia A liefern Hinweise auf Neutrinos als Ursache der Supernova-Explosion

23.06.2017 | Physik Astronomie

Dünenökosysteme modellieren

23.06.2017 | Ökologie Umwelt- Naturschutz

Makro-Mikrowelle macht Leichtbau für Luft- und Raumfahrt effizienter

23.06.2017 | Materialwissenschaften