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Bundesamt für Naturschutz legt Thesenpapier zu Klimaschutz und Landnutzung vor

16.10.2009
o Schlüsselrolle der Agrar- und Klimaschutzpolitik zur Finanzierung nutzen
o Waldnaturschutzfonds aus den Erlösen des Emissionshandels etablieren

Das Bundesamt für Naturschutz (BfN) hat aktuell ein Thesenpapier zum Klimaschutz und der Rolle der zukünftigen Landnutzung im Zeichen des Klimawandels vorgelegt.

Das BfN fordert darin eine effektive Zusammenführung der bisherigen Sektorpolitiken bei Klimaschutz, Landnutzung und Biologischer Vielfalt.

"Die Landnutzung und vor allem der Landnutzungswandel mit entsprechenden Auswirklungen auf den Ausstoß an Treibhausgasen und die biologische Vielfalt sind ein wesentlicher Einflussfaktor, der in der Diskussion um die Minderung der Folgen des Klimawandels zu wenig beachtet wird", sagte die BfN-Präsidentin, Prof. Beate Jessel. Die Zusammenhänge zwischen Klimawandel, Landnutzungen und Erhaltung der biologischen Vielfalt würden immer deutlicher, die Politik denke allerdings immer noch jeden Teilbereich für sich.

"Der Klimawandel kann nur wirksam vermindert werden, wenn mehrere verschiedene Politiken stärker zusammengeführt und Synergien stärker genutzt werden. Wir brauchen ein Schwerpunktprogramm Klimaschutz und Landnutzung für die nächste Legislaturperiode, dieses muss für ein schlüssiges Gesamtkonzept sorgen", forderte BfN-Präsidentin Jessel. Das Programm sollte insbesondere eine Zusammenführung von Finanzierungsinstrumenten der Agrarpolitik und des Klimaschutzes herbeiführen.

Naturverträgliche und klimaangepasste Landnutzungen wie Grünlanderhaltung, Moor- und Auenschutz sowie naturnaher Waldbau müssen nach Ansicht des BfN ins Zentrum der Förderungen rücken. "Nur mit einer naturverträglichen Land- und Forstwirtschaft werden wir die internationalen Ziele zu Klimaschutz und Biologischer Vielfalt erreichen können. Dies muss auch zum Schwerpunkt der Debatten um die EU-Agrarreform 2013 werden", so Beate Jessel. Aber auch kurzfristig kann gehandelt werden. So ist laut Auffassung des BfN die Gemeinschaftsaufgabe Agrarstruktur und Küstenschutz (GAK) zu einem wirksamen Förderinstrument für Klimaschutz und Biodiversität auszubauen. Die GAK biete als Bund-Länderprogramm die Gelegenheit, klima- und naturverträgliche Landnutzungen (z.B. ökologischer Landbau, vielfältigere Fruchtfolgen, Maßnahmen zu Humusaufbau und Erosionsschutz, Grünlanderhaltung sowie naturnaher Waldbau) verstärkt zu fördern. Um hierfür den Mitteleinsatz zu erhöhen könnten Gelder aus der Agrarpolitik (Stichwort: Modulation) bereits in den nächsten Jahren genutzt werden. "Wir müssen bereits jetzt den Einstieg in eine kohärente Förderung finden, deshalb ist der Ausbau der GAK so wichtig", erläuterte Jessel.

Nach Auffassung des BfN ist zudem die Einrichtung eines nationalen Waldnaturschutzfonds notwendig. Beate Jessel: "Nur mit einem weiteren Waldumbau z.B. in standortheimische, naturnahe Laubwälder werden wir die Senkenwirkung der Wälder für Treibhausgase wie auch die Anpassung von Wäldern an den Klimawandel stärken können". Zur Finanzierung dieser Maßnahmen schlägt das BfN vor, Gelder aus der Versteigerung von Emissionshandelszertifikaten zu verwenden. "Eine solche Mittelverwendung würde sowohl dem Naturschutz in den Wäldern als auch der deutschen Forstwirtschaft zugute kommen. Damit könnten sowohl Ziele der nationalen Biodiversitätsstrategie (NBS) als auch der deutschen Anpassungsstrategie an den Klimawandel (DAS) erreicht werden", so die BfN-Präsidentin.

Mit Blick auf die Klimakonferenz in Kopenhagen forderte das BfN zudem eine stärkere Verzahnung der Klima- und Biodiversitätspolitik auf internationaler Ebene. "Klimaschutz und Erhalt der biologischen Vielfalt stellen die zentralen Herausforderungen dieses Jahrhunderts dar. Auch hier ist eine bessere Zusammenarbeit nötig und sind Synergien verstärkt zu fördern", erklärte Jessel.

Franz August Emde | idw
Weitere Informationen:
http://www.BfN.de

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