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Brasilien: Hacker Schuld an Regenwaldrodung

16.12.2008
Insgesamt 1,7 Mio. Kubikmeter illegales Holz exportiert

In Brasilien sorgt derzeit ein Hacker-Skandal der etwas anderen Art für Aufregung. Dort haben sich Cyber-Kriminelle Zugang zu den Rechnern der brasilianischen Regierung verschafft, um die in speziellen Datenbanken verwalteten Informationen über Holzexporte zu manipulieren.

Wie die Umweltorganisation Greenpeace nun aufgedeckt hat, führten diese Angriffe dazu, dass es 107 Unternehmen ermöglicht wurde, insgesamt 1,7 Mio. Kubikmeter Regenwaldholz illegal zu schlagen und aus dem Land zu transportieren.

"Das ist genug, um 780 Olympia-Schwimmbecken zu füllen", verdeutlicht Greenpeace das Ausmaß des Schadens. Die Non-Profit-Organisation (NPO) ist fest davon überzeugt, dass die Hacker im Auftrag der Unternehmen gehandelt haben. Um zu klären, wie es zu diesem Skandal kommen konnte, bereitet der brasilianische Staatsanwalt mittlerweile eine Klage gegen 202 Verdächtige vor, bei der ein Schadenersatz in der Höhe von insgesamt zwei Mrd. Real (rund 614 Mio. Euro) eingefordert wird.

"Die aufgedeckte Hacker-Aktion zeigt ganz deutlich die Schwachstellen in den Regulierungsmaßnahmen der brasilianischen Regierung auf. Wenn Cyber-Kriminellen solche Manipulationsmöglichkeiten gegeben werden, kann die Reglementierung der Regenwaldabholzung in dem betroffenen Land einfach nicht gut funktionieren", stellt Hanna Schwarz von Greenpeace Österreich im Gespräch mit pressetext fest.

Um für einen ausreichenden Schutz der Wälder zu sorgen, sei vor allem die Politik gefordert. "Die brasilianische Regierung muss endlich erkennen, wie dringend notwendig eine Verbesserung des Regulierungssystems ist. Es kann nicht sein, dass Unternehmen sich mithilfe von Hackern über die festgelegten Abholzmengen hinwegsetzen und derartige Mengen von Regenwaldholz illegal aus dem Land ausführen können", kritisiert Schwarz. Es ginge vor allem darum, eine bessere Form der Kontrolle vor Ort zu finden. "Es wäre beispielsweise ein sinnvoller Schritt, wenn man die in Brasilien ansässigen indigenen Völker stärker in die Schutzmaßnahmen einbinden würde. Auch eine Kontrolle durch Luftraumüberwachung würde ein Eingreifen bei illegalen Rodungen sicherlich leichter möglich machen", schlägt Schwarz vor.

Der Schutz des riesigen Amazonas-Urwaldgebietes sei ein prinzipiell besonders schwieriges Unterfangen. "Greenpeace konnte bereits einen großen Erfolg verbuchen, als im Jahr 2006 ein zweijähriges Abholzungsverbot für die Gewinnung von Sojaplantagen ausgerufen wurde. Das Moratorium hat tatsächlich gehalten und die Zerstörung riesiger Waldflächen verhindert", schildert Schwarz. Doch die Abholzung sei damit längst noch nicht gestoppt.

"Insgesamt gesehen hat sich die Situation für den brasilianischen Regenwald in den vergangenen paar Jahren zwar etwas verbessert, illegales Abholzen ist aber nach wie vor ein sehr großes Problem", merkt Schwarz an. Zudem versuche die Viehwirtschaft noch immer, Flächen für die Rinderzucht zu gewinnen und auch die Holzindustrie knabbere stetig an dem Regenwald. "Greenpeace übt Druck auf die Politiker und die großen Unternehmen aus, die an der Zerstörung beteiligt sind. Konkretes Ziel ist ein Abholzungsstopp bis zum Jahr 2015", so Schwarz.

Markus Steiner | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.greenpeace.org

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